Polizei ermittelt

Zerstörungen an archäologischer Ausgrabung in Oyten

Archäologische Fundstelle
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Archäologische Fundstellen wie auf diesem Archivbild sind an der Ausgrabungsstätte in der Ortsmitte Oytens durch Randalierer zerstört worden.

Oyten – In der Nacht zu Mittwoch haben Unbekannte auf dem archäologischen Grabungsgelände in der Oytener Ortsmitte randaliert. „Viele Befunde wurden mutwillig und unwiederbringlich zerstört. Die Polizei ermittelt und hat Spuren von Schuhabdrücken und Fahrradreifen gesichert“, berichtet Isa Zipperling, Projektverantwortliche im Fachbereich Bauen und Planung der Gemeindeverwaltung.

Die Befunde stehen im Eigentum der Gemeinde und sind historische Boden- und Kulturdenkmäler, deren Zerstörung laut Niedersächsischem Denkmalschutzgesetz mit Freiheitsstrafe bedroht ist. Durch zerstörte Markierungen von Fundstellen, zertrampelte Bodenbefunde und zugeschüttete Freilegungen, die größtenteils nicht mehr zu rekonstruieren seien, seien massive Schäden an der Ausgrabungsstelle verursacht worden, so Zipperling. Die mit den Grabungen beauftragten Archäologen würden in dem betroffenen Suchfeld versuchen zu retten, was noch zu retten sei – „aber viel ist es nicht“.

Spuren von Vandalismus waren seit Beginn der Arbeiten Ende Mai immer mal wieder an der Grabungsstätte im Ortskern zu entdecken gewesen. Eine einbruchsichere Umzäunung des 20 000 Quadratmeter großen Areals zwischen Haupt- und Jahnstraße ist für die Gemeinde derzeit aber ebenso wenig machbar wie ein nächtlicher Sicherheitsdienst. Bleibt nur der öffentliche Appell der Gemeindeverwaltung, die in der Freilegung befindlichen prähistorischen Relikte nicht für alle Zeit zu zerstören, die archäologische Arbeit zu respektieren und das Gelände in Ruhe zu lassen. Auch Eltern sollten ihre Kinder darauf aufmerksam machen, dass die Ausgrabungsstelle für ungebetene Besucher strengstens tabu ist.

Die Überreste der frühzeitlichen Besiedelung Oytens zu bergen, wird noch mindestens zwei Monate in Anspruch nehmen. Die Polizei hat verstärkte Streifen angekündigt. Außerdem soll die Ausgrabungsstelle nach Worten von Zipperling in Zukunft videoüberwacht werden.

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