Sebastian Oetting (30) leitet in Oyten den Fachbereich Bürgerservice

„Ein toller Schritt für mich“

Sebastian Oetting am Rathaussee
+
Sebastian Oetting (30) wechselte Anfang Februar vom Verdener Kreishaus ins Oytener Rathaus. Der studierte Verwaltungsmanager bringt viel Erfahrung aus der Arbeit im Krisenstab des Landkreises mit. In der Gemeindeverwaltung leitet er jetzt den Fachbereich Bürgerservice und Personalwesen – für ihn eine Traumstelle.

Oyten – Als die erste Orientierung in Sachen Berufswelt anstand, stupste Vater Oetting seinen Sohn mal in Richtung Kreisverwaltung. Die Wahl der Schulpraktikumsstelle erwies sich als wegweisend: „Schon damals habe ich gemerkt, dass das total vielfältig ist und dass diese Stereotypen über Kaffee trinkende, träge Beamte nicht mehr passig sind für den modernen öffentlichen Dienst.“ Mit gerade mal 16 startete Sebastian Oetting im Verdener Kreishaus seine Ausbildung zum Verwaltungsfachmann, sattelte später zwei Studiengänge drauf und arbeitete schon mit 24 Jahren im Krisenstab des Kreises mit. Seit 1. Februar ist der gerade 30 gewordene Langwedeler der neue Ressortchef für Bürgerservice und Personalwesen in der Gemeindeverwaltung in Oyten.

Aufgewachsen und zu Hause ist er in Nindorf. Er hat „einen tollen Freundeskreis“ und spielt in seiner freien Zeit gerne Doppelkopf und beim TC Nindorf Tennis.

Als Sebastian Oetting voriges Jahr die Stellenausschreibung der Oytener las, die eine neue Leitung für den Fachbereich Bürgerservice und Personalwesen suchten, war sofort klar: „Da muss ich mich unbedingt bewerben!“ Das Ordnungsamt samt Verwaltungskrisenstab im Paket mit Personal- und Führungsverantwortung – für Oetting eine Traum-Kombination: Er könne sich keine andere Stelle denken, die seinem Naturell und seinen Neigungen mehr entgegenkäme.

Dass seine Bewerbung von Erfolg gekrönt war, „ist ein toller Schritt für mich“, sagt der junge Beamte. Mit der Leitung einer der vier Fachbereiche im Rathaus sei ihm ein „wahnsinnig riesiges Spektrum an Aufgaben“ übertragen worden. Melde- und Gewerbewesen, Standesamt, Feuerwehren, Personalwesen...: „Da schwingt man erstmal von rechts nach links.“ Inzwischen hat sich der Allrounder, wie sich Oetting selbst nennt, eingependelt: Er sei sehr gut aufgenommen worden und im neuen Wirkungskreis angekommen.

Dass er mit Zielstrebigkeit, Einsatzfreude und spürbarer Begeisterung gerne neue Herausforderungen angeht, hat der 30-Jährige schon mehrfach unter Beweis gestellt. Nach der Realschule machte er beim Landkreis die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Dann holte Oetting die Fachhochschulreife nach und schloss das dreijährige duale Bachelor-Studium für öffentliche Verwaltung (Public Administration) an: Praxis sammelte er weiterhin beim Landkreis, die Theorie studierte er an der Verwaltungshochschule Hannover.

Als 2015 die Flüchtlingskrise kam, wurde Oetting mit Herrichtung und Anfangsbetrieb von Sammelunterkünften betraut: „Das war eine sehr große Herausforderung und sehr viel Arbeit.“ Aber dabei habe sich auch gezeigt, „was Verwaltung zu leisten imstande ist“. Oetting stieg zum stellvertretenden Leiter der Stabsstelle Migration und Integration auf: „Das war eine spannende Zeit.“ Denn es gab keine vorgefertigten Lösungen: „Alles musste neu erfunden, neu erarbeitet werden im Krisenmanagement.“

Als das geschafft war, wechselte Oetting in leitender Funktion in die Bußgeldstelle der Ordnungsbehörde. „Mehr Verantwortung“ wollte er übernehmen – und sich daneben weiter qualifizieren: Zusätzlich zu seiner beruflichen Tätigkeit begann er an der Hochschule in Hannover das Masterstudium „Kommunales Verwaltungsmanagement“. Zweieinhalb Jahre „nebenbei“ zu studieren, auch das war herausfordernd und beanspruchte alle freie Zeit. „Aber mir ist“, sagt Oetting, „der Blick über den Tellerrand sehr wichtig.“ Genauer gesagt: die interdisziplinäre Betrachtung von Entscheidungsprozessen.

Ein Thema unter sozialwissenschaftlichen, betriebswirtschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Aspekten zu betrachten, ist für Oetting von elementarer Bedeutung für modernes Verwaltungshandeln vor dem Hintergrund wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen. Modern heißt für ihn zudem proaktiv – also handelnd, nicht nur reagierend. Vorausdenken, Bedarfe erkennen und sich darauf einrichten – „da gibt es im öffentlichen Dienst noch viel zu verändern und zu bewegen“, meint Oetting. Dafür will er durch eigenes Handeln werben, beispielsweise bei der Personalgewinnung.

Natürlich hätte er sich für seinen Start in Oyten „eine einfachere Zeit gewünscht“: „Ich kenne das Rathaus bis jetzt ja nur im Corona-Zustand.“ Also geschlossen und im Zwei-Schicht-Betrieb, um die Infektionsgefahr zu minimieren. Der Kontakt zu Kollegen und Bürgern fehle zurzeit an vielen Stellen: „Das vermisse ich“, sagt Oetting. Viele der rund 250 kommunalen Beschäftigten, vor allem die in Kitas und auf dem Bauhof, habe er noch gar nicht persönlich gesehen.

„Eine tolle Mischung“ sei die Führungsriege im Rathaus. Die habe mit Sabine Müller, Daniel Moos und ihm selbst als Fachbereichsleitungen sowie Bürgermeisterin Sandra Röse und Vize-Verwaltungschefin Cordula Schröder viel Frauen-Power in ihren Reihen. „Ich runde die Vielfalt jetzt altersmäßig ab“, sagt Oetting lächelnd. Vor allem aber „passt das zwischenmenschlich bei uns“.

Von Petra Holthusen

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Meistgelesene Artikel

Feuerschein in leer stehendem Verdener Haus

Feuerschein in leer stehendem Verdener Haus

Feuerschein in leer stehendem Verdener Haus
Wochenlange Quarantäne: Armsener Familie dankt für Unterstützung

Wochenlange Quarantäne: Armsener Familie dankt für Unterstützung

Wochenlange Quarantäne: Armsener Familie dankt für Unterstützung
Kreuz und quer wächst alles besser

Kreuz und quer wächst alles besser

Kreuz und quer wächst alles besser

Kommentare