Nachbarn und Nutzer der neuen Bahnstation geben Bedenken und Anliegen zu Protokoll

Wunsch nach Wetterschutz und WC

Kurz vor Baubeginn steht die neue Sagehorner Bahnstation hier am Schwarzen Weg. Foto: Holthusen

Oyten - Von Petra Holthusen. Mehr wind- und wasserdichte Unterstellmöglichkeiten für wartende Bahnreisende, Schallschutzvorrichtungen für Anwohner und eine öffentliche Toilette – das sind die dringendsten Forderungen, die Nutzer und Nachbarn des geplanten neuen Bahnhaltepunkts am Schwarzen Weg in Sagehorn in einer Bürgerversammlung am Donnerstagabend in Oyten zu Protokoll gaben.

Um sich aus erster Hand über den aktuellen Planungsstand zu informieren und im Rahmen der Bürgerbeteiligung den Verantwortlichen Bedenken und Anregungen für den weiteren Entscheidungsprozess mitzugeben, waren an die 100 Interessierte der Einladung der Gemeinde in den Rathaussaal gefolgt.

Bürgermeisterin Sandra Röse erinnerte kurz an die Historie: 2015 entschloss sich die Deutsche Bahn, die Station in Sagehorn vom alten Bahnhof in Richtung Siedlung zu verlegen und dort am Schwarzen Weg zwei barrierefreie neue Bahnsteige samt Fußgängerüberführung zu bauen. Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2020 soll der kurz vor Baubeginn stehende neue Haltepunkt in Betrieb gehen. Für die Schaffung von Pendlerparkplätzen, Fahrradboxen und Bushaltestellen im Umfeld ist die Gemeinde Oyten zuständig.

Die Umfeldplanungen laufen seit 2018. Geschätzte Kosten: 5,14 Millionen Euro. An Zuschüssen erwartet Oyten rund drei Millionen Euro aus Fördermitteln des Landes. Den Rest muss die Gemeinde, obwohl nicht Initiatorin des Bahn-Neubaus, selbst zahlen.

Bauamtsmitarbeiter Guido Kahle stellte die bekannten Pläne fürs Umfeld nochmal vor: Große P+R-Anlage mit rund 145 Stellplätzen, Bushaltestellen und neuer Fußweg mit Anbindung an den Bahnsteig nördlich der Gleise am Schwarzen Weg sowie südlich der Strecke an der Sagehorner Dorfstraße ein nett gestalteter Bahnhofsvorplatz mit mehr als 100 Fahrradabstellplätzen, Bürgerbushaltestelle und Kiss+Ride-Plätzen. Baubeginn für die Verkehrsflächen im Norden soll Kahle zufolge im Spätsommer sein – für den Bahnhofsplatz im Süden aber erst Anfang 2021, denn auf diesem Areal, das bereits gerodet wurde, richtet die Bahn bis dahin ihre Baustelle ein.

Die Rechtsgrundlagen der kommunalen Bauleitplanung für das Bahnhofsumfeld erläuterte der beauftragte Planer Thomas Aufleger vom Oldenburger Büro NWP.

Im Anschluss hatten die Bürger das Wort. Sie sprachen geschützte Wartemöglichkeiten an, die Laufwege vom Parkplatz zum Bahnsteig, Naturschutzbelange im Bereich der in ein Biotop ragenden P+R-Anlage, Lärmschutz, Beleuchtung und Sicherheitskonzepte. Die Gemeindevertreter notierten fleißig mit, ließen allerdings auch anklingen, dass einige Forderungen eher in die Zuständigkeit der Bahn fallen würden, beispielsweise eine größere Dimensionierung der Wetterschutzhäuschen oder der (von der Bahn abgelehnte) Schallschutz am Bahnsteig Richtung Anwohner. Bau und Unterhaltung einer öffentlichen Toilette auf dem Bahnhofsplatz hatte die Oytener Politik wegen drohender Aussichtslosigkeit im Kampf gegen Verschmutzung und Vandalismus bereits ausgeschlossen.

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