„Bücherclub“ der IGS Oyten hat alles vorbereitet für den Bücherflohmarkt am Sonntag

„Wir sind die lukrativste Schülerfirma“

Die Schülerfirma „Bücherclub“ sortiert den Bestand für den Flohmarkt. Fotos: Kjara von Staden

Oyten - Von Kjara Von Staden. Der unverwechselbare Geruch nach altem Papier und Druckerschwärze begrüßt jeden, der sich in die vier (Container-)Wände der Schülerfirma „Bücherclub“ der Integrierten Gesamtschule (IGS) Oyten vorwagt. Beschriftete Kisten sind überall im Raum meterhoch gestapelt, beherbergen insgesamt an die 5000 Bücher. „Das ist hier ein Paradies für Buchliebhaber“, strahlt Hanna Lork, Abteilungsleiterin des Bücherclubs, „manchmal verstecken sich richtige Schätze zwischen all den alten und neuen Büchern.“

Seit mehr als zwei Jahren trifft sich die Schülerfirma jeden Donnerstag für 75 Minuten, um die Nasen zwischen die Buchdeckel zu stecken und die gesammelten Spenden zu sortieren. Doch was bedeutet eigentlich Schülerfirma? „Ab der neunten Klasse muss sich jeder Schüler an der IGS für eine Schülerfirma bewerben. Das kann man sich wie eine Bewerbung für einen richtigen Job vorstellen: mit Motivationsschreiben und Auswahlgespräch“, erklärt Hanna. Sie selbst ist seit einem halben Jahr Abteilungsleiterin, managt also das 17 Schüler starke Team unter der Aufsicht von Mathe- und Physiklehrerin Anna Dierkes. „Wer in den Bücherclub will, muss natürlich eine gewisse Lust an Büchern mitbringen – und die Bereitschaft, zweimal im Jahr an einem Sonntag einen Bücherflohmarkt mitzugestalten“, sagt Dierkes. Ansonsten stehen den Jugendlichen noch andere Schülerfirmen wie beispielsweise „Catering“ oder „Kiosk“ offen.

Für Hanna war von Anfang an klar, dass sie in den Bücherclub wollte: „Ich wusste, dass es das Einzige ist, was für mich als Bücherfanatikerin infrage kommt. Und ich war sofort begeistert – so stark, dass ich auch eine Freundin von mir überredet habe mitzumachen“, erzählt Hanna lachend und zeigt auf besagte Freundin Fiona Riechmann, die wie Hanna im 10. Jahrgang der Schule ist. Die beiden Mädchen können im Bücherclub ihre gemeinsame Liebe zu Büchern richtig ausleben. Zusammen mit den anderen Clubmitgliedern begutachten sie jede Woche die gespendeten Bücher, die jeder, der sich von seinen alten Schätzen trennen will, in die Holzhütte am Parkplatz der Schule bringen kann.

„Jeder hat hier seine eigene Aufgabe: Manche sortieren die Bücher, andere schreiben die Preise hinein und wieder andere holen die Bücher aus der Hütte“, führt Hanna in die Tätigkeit des Bücherclubs ein. Letzteres muss tatsächlich fast jeden Tag geschehen, da der Club ständig neue Bücher in der Hütte findet.

„Wir sind manchmal auch ganz überrascht, wie vielfältig die Spenden sind“, sagt Fiona. „Mal sind es ganz alte, mal noch nagelneue Bücher. Mal Fachbücher, mal Kinderbücher. Bei uns kommt irgendwie alles rein.“ Am meisten aber Romane. Mitunter findet sich auch die eine oder andere Kuriosität – wie ein Bildband über die Olympischen Spiele, original aus dem Jahr 1952, oder eine reich verzierte Bibel mit goldenen Seiten. Einen Überraschungsmoment erleben die Schüler immer, wenn sie in den Büchern noch alte Fotos oder Briefe der früheren Besitzer finden. Solche außergewöhnlichen Fundstücke sammeln sie an einer Pinnwand.

Diese Woche liefen die Vorbereitungen für den kommenden Flohmarkt auf Hochtouren: Am Sonntag, 16. Februar, von 11 bis 16 Uhr bietet die Schülerfirma in der IGS gebrauchte Bücher aller Genres zum Kauf an. „Die Flohmärkte laufen immer sehr, sehr gut. Es ist zwar anstrengend, aber meist nehmen wir etwa 1000 Euro ein“, verrät Dierkes. „Wir sind die lukrativste Schülerfirma, das kann man schon sagen“, ergänzt Hanna stolz. Der Erlös geht auf das Schülerkonto der IGS, das die Schülerfirma „Finanzen“ verwaltet.

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