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„Wir können das ab“

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Von: Petra Holthusen

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Steuererträge
Steuererträge sind die größte Einnahmequelle der Gemeinde Oyten. © Gemeinde Oyten

Oyten – Im Umgang mit roten Zahlen sind Oytens Gemeindepolitiker nicht so geübt. Die Glücklichen, ließe sich hinzufügen. Dass nun für 2022 unterm Strich ein kalkulierter Verlust von 887. 600 Euro steht, bedarf also erstmal einer Einordnung: „Ist das nun ein guter oder ein schlechter Haushalt?“

Die vorsichtige Nachfrage von FDP-Ratsherr Thomas Ceglarek-Brockshus beantwortete Cordula Schröder, Finanzressortleiterin in der Oytener Gemeindeverwaltung, am Mittwochabend in der Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses verhalten optimistisch: „Wir erwirtschaften leider nicht unsere Abschreibungen“ – weshalb sie auf jeden Fall zur Sparsamkeit mahnen müsse. Aber die Ausgaben seien großzügig und die Einnahmen vorsichtig gerechnet: „Ich hoffe, dass wir so gut wirtschaften, dass der Haushalt am Ende ausgeglichen sein wird.“

Schröders „gutes Gefühl“ teilte CDU-Sprecher Bodo Becker: „So dramatisch ist das nicht. Wir können das ab. Vor allem aufgrund der guten Ergebnisse der Vorjahre.“

Einstimmig schickten die Vertreter von SPD, CDU und Grünen im Fachausschuss des Gemeinderates den Haushaltsplan fürs laufende Jahr auf die Reise. Allerdings sind die Zwei-Mann-Fraktionen von FDP und AfD im Ausschuss nicht stimmberechtigt. Beim endgültigen Votum des Rates Ende des Monats wird dann nicht mit Einstimmigkeit zu rechnen sein.

Insgesamt war das Zahlenwerk in den Fachausschüssen sowie in nichtöffentlichen Tagungen so gut vorberaten worden, dass es am Mittwochabend keiner grundsätzlichen Haushaltsdebatte mehr bedurfte. Thema waren nur noch einzelne Details.

In der Gewinn- und Verlust-rechnung des laufenden Haushalts stehen geplanten Einnahmen von 33,59 Millionen Euro kalkulierte Ausgaben von 37,08 Millionen Euro gegenüber. Die klaffende Lücke von 3,49 Millionen Euro wird nach Schröders Worten durch erwartete Erlöse aus Gewerbegrundstücksverkäufen gemildert, sodass unterm Strich das besagte Minus von 887 .600 Euro bleibt. Die Oytener Finanzchefin stellte letzte Aktualisierungen des Etats vor – darunter 54. 300 Euro Mehrkosten für die Bewirtschaftung kommunaler Gebäude allein aufgrund der explodierenden Energiepreise.

Größte Einnahmequelle der Gemeinde sind die Steuererträge, die laut Schröder weiter steigen. Allein 10,68 Millionen Euro erwartet Oyten dieses Jahr an Gewerbesteuerzahlungen sowie 8,71 Millionen Euro Einkommensteueranteil. Bei den Ausgaben schlagen unter anderem die Personalkosten mit 12,82 Millionen Euro zu Buche, und 10,09 Millionen Euro muss Oyten in die Kreisumlage einzahlen.

Als große Investitionen in diesem Jahr nannte Schröder beispielhaft den Bahnhofsplatzbau, die neue Ortsmitte, den Kreiselbau an der A1, den Straßenausbau Am Moor, und die Erweiterung der Grundschule Bassen. Insgesamt will Oyten 11,7 Millionen Euro in seine Infrastruktur investieren. Davon sollen 4,5 Millionen Euro über Kredite finanziert werden.

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