Beirat und Bürger kämpfen weiter gegen Bau

Windradfläche: Antrag auf Unterschutzstellung

Oyten - Am Montagvormittag haben nach Beobachtung von Werner Martin mehr als 1000 Kraniche die Fläche zwischen Bremer Bultensee und Oytener Behlingsee überflogen. Dort, wo auf Bremer Grund an der Grenze zu Oyten das Mega-Windrad geplant ist, gegen dessen Bau der Oytener Werner Martin und seine Mitstreiter in der Bürgerinitiative (BI) „Keine Windräder am Bultensee“ seit zwei Jahren zu Felde ziehen.

Unzähligen Eingaben an Behörden in Bremen, Hannover und Brüssel folgte am Dienstag eine weitere: In einer Eingabe an den Senat der Freien Hansestadt Bremen schließt sich die Bürgerinitiative dem Antrag des Ortsbeirats Bremen-Osterholz an, erstens die Fläche, auf der die Windenergieanlage neben dem Bultensee geplant ist, gemäß Bundesnaturschutzgesetz und Bremer Naturschutzgesetz unter Schutz zu stellen und zweitens diese Fläche einstweilig sicherzustellen.

„Wir gehen davon aus, dass Sie diesen Antrag fachmännisch und nach Vorgabe aller gesetzlichen Paragraphen nach bestem Wissen und Gewissen prüfen werden und gegebenenfalls das Windrad Bultensee bis zu einer abschließenden Prüfung der natürlichen Gegebenheiten (soll heißen auch nach Richtigstellung der von uns bemängelten gutachterlichen Schwachpunkte) aufschiebend behandeln“, schreibt BI-Sprecher Werner Martin an den Bremer Senat.

Abstände müssen eingehalten werden

„Wir gehen außerdem davon aus“, ergänzt Martin, „dass Sie die Vorgaben aus dem ,Helgoländer Papier’ respektieren, denn die Experten haben sich nicht auf ein Papier geeinigt, damit die Kommunen es ignorieren.“ Derzeit sei der Stand der Dinge so, dass der Abstand zum Vogelschutzgebiet 600 Meter betrage anstatt mindestens 1200 Meter, der Abstand zum Rastplatz der Zwergschwäne sogar nur 500 Meter anstatt mindestens 1200 Meter. Und sogar der Vogelzugkorridor werde mit dem Windrad blockiert, obwohl dieser freizuhalten sei.

Das „Helgoländer Papier“ mit Abstandsempfehlungen hat die Länderarbeitsgemeinschaft der Staatlichen Vogelschutzwarten erarbeitet und veröffentlicht.

Der Beirat Osterholz hat in acht einstimmigen Beschlüssen seit Juni 2016 seine Ablehnung des Baus einer Windenergieanlage am geplanten Standort nördlich des Bultensees ausführlich dokumentiert und begründet. Auch der Rat der Gemeinde Oyten hatte 2016 diese Anlage an diesem Standort einstimmig abgelehnt und eine entsprechende Resolution Richtung Bremen verabschiedet. 

Gegenüber der Natur unverantwortlich

Der jüngste Antrag des Ortsbeirats Osterholz an den Senat zielt jetzt auf die Unterschutzstellung des betroffenen Gebiets ab: „Gegenüber der Vogelwelt des benachbarten Vogelschutzgebiets und des direkten Umfelds, das unseres Erachtens als faktisches Vogelschutzgebiet zu betrachten ist, ist diese Windenergieanlage nicht zu verantworten“, heißt es in der Begründung. Zudem sei der Standort dieser geplanten Anlage der Bevölkerung im Bultenwegquartier und der im angrenzenden Oytener Bereich nicht zuzumuten. 

Die Ortspolitiker zeigen sich kampfbereit: „Sollte die geplante Windenergieanlage dennoch an diesem Standort genehmigt werden, wird der Beirat Osterholz alles in seiner Kompetenz und seinen Möglichkeiten Liegende veranlassen, um den Bau noch zu verhindern.“ – Damit die Kraniche auch noch nächstes Jahr den Überflug über das Gebiet lebend überstehen...

Rubriklistenbild: © dpa

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