„Wenn nicht jetzt, dann gar nicht mehr“

Bauamtschef Michael Rath verlässt Oyten

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Bauamtschef Michael Rath (54) wechselt von Oyten zur Gemeinde Worpswede.

Oyten - „Ich möchte einfach nochmal was anderes machen“, beschloss Michael Rath (54) – und da kam die Stellenausschreibung der Gemeinde Worpswede zum richtigen Moment.

„Wenn nicht jetzt, dann gar nicht mehr“, sagte sich der langjährige Fachbereichsleiter Bauen und Planung der Oytener Gemeindeverwaltung – und bewarb sich mit Erfolg um die zum 1. Juli frei werdende Baufachbereichsleitung im Rathaus des Künstlerdorfs im Landkreis Osterholz. Gestern hatte Michael Rath seinen letzten Arbeitstag im Oytener Rathaus, und die Kollegen standen Schlange in seinem Büro, um den fachlich und menschlich geschätzten und beliebten Bauamtschef nochmal zu drücken und ihm die besten Wünsche mitzugeben.

Als frisch gebackener Verwaltungsfachmann für den gehobenen Dienst kam Michael Rath vor fast 23 Jahren zur Gemeinde Oyten. Zwar mit besten Zeugnissen, aber ohne Berufserfahrung – und deshalb erstmal als Praktikant. Er durchlief Kämmerei, Ordnungsamt und Bauamt – und bekam dann einen Zeitvertrag angeboten, weil der damalige Bauamtschef verletzungsbedingt länger ausfiel. 

Die Leistung stimmte, und so wurde Rath schließlich fester, später prägender Bestandteil des Oytener Bauamts, dessen Leitung er 2008 nach dem Tod seines Vorgängers und Freundes Thomas Barning übernahm.

Nach 23 Jahren ist Schluss

Nach 23 Jahren verlässt der gebürtige Rheinländer und Wahl-Bremer nun also Oyten – „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“. Er habe seinen Job „mit Herzblut“ gemacht, sagt Rath und hofft, dass die Zeit in Worpswede „ähnlich gut wird“. Von der Einwohnerzahl her sei das Künstlerdorf kleiner, von der Fläche her größer als Oyten, allerdings „finanziell nicht so potent“. 

Und die Damen und Herren des Rates seien „sehr diskussionsfreudig“, hat der Bauplanungsexperte beim Besuch einer Sitzung in Worpswede schon festgestellt. Seine erste große Aufgabe dort hat Rath auch schon ausgemacht: „Worpswede braucht Gewerbegebiete.“ Es gebe viele kleine Betriebe, die im Ort keine Erweiterungsmöglichkeit hätten. Was Gewerbegebiete angeht, so bringt er ja reichlich Erfahrung aus Oyten mit.

Und was lässt er hier zurück? Da muss Rath nicht überlegen: „Tolle Kollegen und eine super Zusammenarbeit mit der Politik.“ Er habe viel mit Bürgern zu tun gehabt, „und man konnte vielen helfen“. Nicht allen Bauwilligen natürlich, davon zeugen die drei, vier Dienstaufsichtsbeschwerden, die der Bauamtschef mit dem ihm eigenen Humor gut weggesteckt hat.

Ohne offizielle Verabschiedung

Was nicht wenige traurig stimmte: Eine offizielle Verabschiedung für Michael Rath gab es am Donnerstag nicht. Das, so erklärte Bürgermeister Manfred Cordes auf Nachfrage, sei in Oyten nicht üblich, wenn jemand auf eigenen Wunsch das Rathaus verlasse und wechsele. Und da würden alle gleich behandelt.

Er bedauere den Weggang von Rath, sagte Cordes und zeigte sich zwiegespalten. Einerseits unterstütze er bei jedem Menschen das Bedürfnis, sich zu verändern, andererseits gehe mit jeder Person „auch ein Charakter und eine Persönlichkeit – ganz besonders bei Michael Rath“.

Die Nachfolge in der Baufachbereichsleitung wird nach Worten von Cordes voraussichtlich in Kürze ausgeschrieben. Kommissarisch übernimmt Axel Junge als zweiter Mann hinter dem Bürgermeister und zuständiger Dezernent die Baufachbereichsleitung.

pee

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