Neue Beschilderung an Schaphuser Dorfstraße geplant

Weniger Tempo 30 wäre mehr

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Die Klagen von Anwohnern der Schaphuser Dorfstraße über Raserei trotz Tempo 30, über zunehmenden Schleichverkehr und Schwerlastverkehr häufen sich.

Oyten - Für viele Schaphuser ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Fußgänger oder Radfahrer auf der schmalen Schaphuser Dorfstraße Opfer eines schlimmen Unfalls wird. Sie klagen über Raserei trotz Tempo-30- Limit und über massiven Durchgangsverkehr von abkürzenden Berufspendlern aus dem Kreis Osterholz sowie von ortsfremdem landwirtschaftlichen Schwerlastverkehr.

Das alles gefährde und belästige die Wohnbevölkerung in Schaphusen über das erträgliche Maß hinaus und mache zudem die Straße kaputt.

Anwohner machten sich im Rat Luft

Die Beschwerden bei der Gemeinde Oyten über die Verkehrssituation auf der Schaphuser Dorfstraße haben derart zugenommen, dass sich am Dienstagabend der Ratsfachausschuss für Umwelt & Gemeindeentwicklung damit befasste. Im Zuhörerraum des Rathaussaals machten der Schaphuser Ortsvorsteher Rainer Wagener und Anwohner der Straße ihrem Ärger und ihrer Sorge Luft.

Da Überwachung und Strafverfolgung nicht ihre Sache sind, kann die Gemeinde eigentlich nur in punkto Beschilderung reagieren. Im Vorfeld hatte Ordnungsamtschef Axel Junge dazu bei der Polizeiinspektion Verden/Osterholz eine Stellungnahme angefordert. Deren Verkehrssicherheitsexperte Marcus Neumann sitzt praktischerweise in seiner Freizeit für die Oytener SPD-Fraktion im Gemeinderat und konnte als Mitglied des Gemeindeentwicklungsausschusses nun gleich seine als Polizeihauptkommissar verfasste Stellungnahme erläutern.

Auf freier Fläche für 400 Meter Tempo 70 zulassen?

Neumann war zu der Auffassung gelangt, dass die derzeitige Beschilderung der langgezogenen Schaphuser Dorfstraße (die in Süd-Nord-Richtung die Landesstraße zwischen Oyten und Bassen mit der Kreisstraße zwischen Sagehorn und Fischerhude verbindet) nicht der aktuellen Rechtslage entspreche – insbesondere die zwischen den beiden Siedlungsteilen auf 400 Metern freier Fläche aufrecht erhaltene Tempo-30-Zone sei nicht haltbar. Neumanns Empfehlung lautet, in Höhe Hausnummer 60 durch eine gelbe Ortstafel die geschlossene Ortschaft und damit auch die Tempo-30-Zone aufzuheben, danach auf besagter freier Strecke 70 km/h zuzulassen und in Höhe Schaphuser Dorfstraße 96 durch eine neue Ortstafel den erneuten Beginn der geschlossenen Ortschaft auszuweisen und diese wieder als Tempo-30-Zone zu deklarieren – in umgekehrter Richtung natürlich entsprechend. Durch die Unterbrechung der Tempo-30-Vorschrift – die für Autofahrer auf der hausfreien Strecke ohnehin nicht einsehbar ist – erhofft sich Neumann die verstärkte Akzeptanz der 30er-Zonen dort, wo Wohnbebauung ist.

Das Problem des OHZ-Schleichverkehrs, der Schap-husen als Abkürzung nutzt, löst eine neue Geschwindigkeitsregelung natürlich nicht – dafür gibt's zurzeit kein Gegenrezept. Vize-Verwaltungschef Axel Junge kündigte jedoch den Kauf eines Messgeräts an, das in verdecktem Einsatz die Fahrzeuge zählt, ihre Art klassifiziert und ihre Geschwingkeit misst. Erster Einsatzort wäre dann die Schaphuser Dorfstraße. Hier sollte, bekräftigte Neumann, „nach den Sommerferien nochmal vernünftig gezählt werden“, um möglichen Handlungsoptionen objektive und verlässliche Zahlen zugrunde legen zu können.

Als noch nicht ausgegoren erwies sich auch der Antrag der Grünen, in Oyten vor „sensiblen Bereichen“ wie Kitas, Schulen und Altenheimen Tempo 30 anzuordnen. Axel Junge wies darauf hin, dass bis auf zwei alle diese Einrichtungen an Gemeindestraßen lägen und damit bereits seit Jahren in Tempo-30-Zonen. Und vor der Kita Sagehorn, gelegen an der Kreisstraße innerorts mit erlaubten 50 km/h, seien zehn Tempoverstöße bei 8000 Fahrzeugen am Tag kein Problem, ergänzte Marcus Neumann aus polizeilicher Sicht. Ob noch andere Einrichtungen für Tempo 30 vor ihrer Haustür in Frage kommen, soll eine jetzt vorzunehmende Definition des Begriffs „Sensible Bereiche“ klären.

pee

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