Wiederholung vorgesehen

Schüleraustausch mit Blansko: Watt? Na, Weltnaturerbe

Die Gäste aus Blansko und die Schüler aus Oyten hatten viel Spaß bei der Wattwanderung im Schlick.

Oyten - „Ahoj“ sagt man auf tschechisch für „Hallo“ und „Tschüß“, was zumindest vom Klang her eine maritime Herkunft vermuten lässt. Doch das Niedersächsische Wattenmeer sahen die tschechischen Schüler, die nun Oyten besuchten, tatsächlich zum ersten Mal. Es war der erste Rückbesuch des 2018 begonnnen Schüleraustauschs zwischen Blansko und Oyten.

Eine Wiederholung ist bereits in Vorbereitung, sagt Ingrid Berger. Die Lehrkraft an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Oyten organisierte den Austausch gemeinsam mit ihren Kollegen Axel Voigt und Ingrid Büssenschütt.

Eine Woche lang waren 15 Schüler und drei Lehrkräfte des Gymnasiums Blansko zu Besuch an der IGS Oyten. Ihre norddeutschen Gastgeber, in deren Familien sie auch wohnten, hatten sie im April beim Besuch in Blansko bereits kennengelernt. Deutsche und Tschechen nahmen in dieser Woche an einem abwechslungsreichen Programm teil. Den Schwerpunkt bildete das Niedersächsische Wattenmeer, das zum Weltnaturerbe gehört.

Man verständigte sich hauptsächlich auf Englisch. „Einige tschechische Schüler lernen zwar Deutsch an der Schule, aber oft ging es flüssiger auf Englisch“, erläutert Berger. Tschechisch gehöre (noch) nicht zum Stundenplan an der IGS.

In Tschechien ist das Wattenmeer eher unbekannt

Das Wattenmeer mit seinen Gezeiten ist eine Landschaft, die in Tschechien nicht zu finden ist. So waren die Gäste auch recht beeindruckt von den vielen Lebewesen, die sie bei der Führung in Dorum-Neufeld „kennenlernten“ – um nicht zu sagen sprachlos, denn für viele der dort heimischen Lebewesen gibt es auf Tschechisch keine Entsprechung, erzählt Berger. 

Unter der Anleitung von Kunstlehrerin Kirsten Müller bedrucken Schüler ein T-Shirt mit dem Logo des Projekts.

Wattschnecken, verschiedene Muschelarten, Strandkrabben und Garnelen konnten sie beobachten und Wattwürmer sogar ausgraben. Nach der Wanderung betrachteten sie ihre Funde mit Stereolupen im Nationalparkhaus.

Eine zweite Exkursion ins Watt sollte eine Wanderung nach Neuwerk sein. Diese fiel allerdings wegen des ungünstigen Wasserstands in den Prielen flach. Spontan unternahm die Gruppe stattdessen eine geführte Wattwanderung von Cuxhaven-Duhnen aus bei auflaufendem Wasser bis an den Flutsaum. Eine beeindruckende Alternative zur Wanderung nach Neuwerk, fanden die Schüler.

In der Schule folgte die Auswertung der Ergebnisse: In drei Gruppen erstellten die 14- bis 16-Jährigen im Wechsel jeweils eine Powerpoint-Präsentation zu den Lebewesen im Watt, ein großes Wandbild zur Struktur des Wattenmeers und seinen Lebewesen und kleine Videos, die während der Wanderung aufgenommen und nun vertont wurden. Die Ergebnisse präsentierten die Schüler auf Deutsch und Tschechisch jeweils dem neunten und zehnten Jahrgang der Schule.

Wie beim Besuch in Blansko bedruckten die Schüler ein T-Shirt mit dem Logo des Projekts. In Blansko war es die Fledermaus als Symbol des Naturschutzgebiets im Mährischen Karst mit seinen Tropfsteinhöhlen gewesen, in Oyten war es eine Welle als Symbol für die Nordsee. Lehrkraft Kirsten Müller leitete die Gruppe beim Siebdruck an. Neben den T-Shirts bedruckten sie auch Leinenbeutel gemeinsam. Besuche in Bremerhaven und Bremen rundeten das Programm ab.

Die Schüler hatten nach dem ersten Besuch Kontakt gehalten

„Die Stimmung war gut. Man merkte, dass die Schüler sich bereits vom Aufenthalt in Tschechien kannten und über die sozialen Medien Kontakt gehalten hatten“, berichtet Berger.

Zum Abschied stand ein Grillfest auf dem Plan, zu dem auch die Eltern der Teilnehmer eingeladen waren. Ein Dankeschön der Organisatoren aus Oyten und der Lehrkräfte aus Blansko, dass sie die Gäste in ihren Familien aufgenommen hatten.

Der Schüleraustausch wird vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds gefördert. Nächstes Jahr im Mai reist wieder eine Gruppe aus Oyten nach Blansko und im Herbst kommt der Gegenbesuch. Das Thema „Naturschutzgebiete kennenlernen“ wird dann wieder Schwerpunkt sein.

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