Wakegarden am Oyter See

„Sehen, wie wir den Spagat hinkriegen“

Gegen Vandalismus und unerwünschte nächtliche Besucher schützt seit diesem Sommer ein Zaun den Wakegarden am Oyter See.
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Gegen Vandalismus und unerwünschte nächtliche Besucher schützt seit diesem Sommer ein Zaun den Wakegarden am Oyter See. Das und weitere Bauteile machen die Wasserskianlage für Oytens Landschaftswart zu einer „Umweltsünde“.

Oyten – Im neuen Jahr sollen die Wakegarden-Betreiber am Oyter See nicht wieder mit ihren Plänen an Politik und Verwaltung der Gemeinde Oyten vorbeisegeln. Sich noch mal so ahnungslos und abgehängt zu fühlen wie dieses Jahr, das kommt für Bürgermeisterin Sandra Röse nicht in Frage. Sie hat deshalb die Wasserskianbieter fürs Frühjahr schon mal zur öffentlichen Vorstellung der weiteren Vorhaben am See in den Rathaussaal eingeladen. Das kündigte Röse in der letzten politischen Gremiensitzung vor Weihnachten an.

Zwar hat die Gemeinde Oyten am Oyter See als Nicht-Eigentümerin wenig zu sagen, aber sie wolle mit der Präsentation der Investoren und ihrer Pläne zumindest mal Transparenz schaffen – „damit wir uns positionieren können“. Dann werde man sehen, „wie wir den Spagat hinkriegen zwischen Naturschutz und Attraktivität für junge Leute und Familien“.

Daran versucht sich die Gemeinde seit vielen Jahren – ohne die Nutzungskonflikte wirklich auflösen zu können. Zu gegensätzlich sind die Ansprüche und Bedürfnisse von Menschen am Oyter See: Die einen wollen Natur pur und Ruhe, die anderen Action und Spaß am und im Wasser. Das unter einen Hut zu bringen, gestaltet sich schwierig. Vor allem, wenn die Oytener Politik nichts bestimmen kann, weil der See und die Uferbereiche im vorderen Drittel dem Knaus-Campingpark und ansonsten dem Landkreis Verden gehören.

Hoch gingen die Wellen mal wieder in diesem Frühjahr, als Adrian Abeck und Andreas Milski, Inhaber der WakeMan Event GmbH am Oyter See, ihre Wasserski- und Wakeboardanlage nicht nur um eine zweite Seilbahn quer über den See erweiterten – sondern alle Aufbauten am Ufer einzäunten. Dieser bauliche Schutz vor Vandalismus und unerwünschten nächtlichen Besuchern resultierte aus der Erfahrung des Vorjahres, empörte aber Spaziergänger. Die beschwerten sich über den drastischen Eingriff ins Uferbild bei Rat und Verwaltung, die jedoch weder informiert und schon gar nicht gefragt worden waren. „Was dieses Jahr gelaufen ist, hat viele von uns genervt“, resümierte Bürgermeisterin Röse. Aber: „Wir müssen unser Handlungsfeld finden, auch wenn See und Campingplatz uns nicht gehören.“ Dafür muss die Gemeinde erst mal wissen, was die Wakegarden-Betreiber zusammen mit dem Campingpark im neuen Jahr überhaupt vorhaben. Aufschluss soll die öffentliche Präsentation im Frühjahr geben.

Ein mögliches Handlungsfeld der Gemeinde wäre ein Bebauungsplan für das Seegelände, der seit Langem im Raum steht und planungsrechtliche Voraussetzung wäre für eine denkbare Ausweitung sportlicher Angebote an Land. Die jedoch stünden im Konflikt mit dem angrenzenden Landschaftsschutzgebiet. Allerdings hat der Landkreis nach Röses Worten bereits signalisiert, den Landschaftsschutz bei entsprechenden Plänen der Gemeinde an der Stelle aufgeben zu wollen. Konkrete Pläne gibt es jedoch bis heute noch nicht.

Und wird es auch nicht geben, wenn es nach dem Willen von Oytens Landschaftswart Hans-Heinrich Grahl geht. Für ihn ist die Wasserskianlage mit ihren verschiedenen Bauteilen eine „Umweltsünde sondergleichen“. Allein 50 mit Beton gefüllte Plastikfässer seien im See versenkt worden: „Die geben ihre Weichmacher in das Gewässer ab, bersten irgendwann, und das Plastik vergammelt dann im See“, schilderte Grahl erbost in der jüngsten Sitzung des für Umweltfragen zuständigen Ratsfachausschusses. Zäune seien aufgebaut und Hecken gerodet worden, und so was sei in einem Landschaftsschutzgebiet und daran angrenzenden Bereichen unter Strafe verboten. „Warum wird da nicht gehandelt?“, zürnte Grahl.

Ihres Wissens seien die Fässer sinnvoll als Wellenbrecher zwischen Wasserskibahn und Badestrand installiert worden, erklärte Bürgermeisterin Röse. Grünen-Ratsmitglied Andreas Loth ergänzte, er habe diese Art Tonnen seit Langem als Wasserfässer im Garten und könne keinerlei Auflösungserscheinungen beobachten.

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