60 Prachtwagen unterwegs

Vereint beim Ernteumzug: Fidel Castro und der „Pflug der Karibik“

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Im Kreise seiner Getreuen und mit einer echten Havanna-Zigarre im Mund lebte Fidel Castro wieder auf. Den Bart hatte er sich ber offenbar vom Weihnachtsmann ausgeliehen.

Bassen - Es gibt Erntefeste, bei denen durch den Schwund buntgeschmückter Umzugswagen eine Tradition zu bröckeln scheint. Und es gibt Bassen.

Dort ist die Idee der dörflichen Gemeinschaft noch höchst lebendig und der Spaß an den geordneten Turbulenzen eigener Festumzüge ungebremst. An Teilnehmern herrschte kein Mangel, an guter Laune ebensowenig.

Rund 60 Erntefestwagen, einige von weiter her, zum Beispiel aus Lilienthal, rollten am Samstagnachmittag samt etlicher Passagiere in einer dekorativ-fantasievollen Präsentation durch den Ort. Vorneweg das Erntepaar Paulina Blohme und Steffen Mattfeld. Das hatte zu Beginn des Umzugs in gereimter Form die Erntekrone herausgefordert.

Danach setzte es sich in einer Kutsche an die Spitze des Zuges. Hinter dem jungen Erntepaar aufwändig gestaltete Umzugswagen, die bei der Themenwahl keinem einheitlichen Motto folgten, sondern mit ganz eigensinnigen Einfällen glänzten.

Beim Bassener Erntefestumzug gibt es auch nach unten hin keine Altersbegrenzung .

Von den einzelnen Wagenbesatzungen war natürlich Körpereinsatz gefordert. Winken, Tanzen, bekannte Gesichter entdecken, darüber fast aus dem Häuschen geraten, sowie großzügige Spenden von Süßigkeiten sind Grundvoraussetzungen für Sympathiebekundungen von Zuschauern – und für Punkte von Umzugskollegen. Denn eine Jury gibt es in Bassen nicht. Die Prämierung der schönsten oder originellsten Wagen wird hier zugintern, mithin autonom geregelt.

Ganz im Sinne von Fidel Castro, der Bart und eine dicke Zigarre trug. Er hatte es sich mit einer ganzen Schar von „Gästen aus aller Welt“ bequem gemacht und harrte gelassen der Dinge. Fidel bringt so schnell nichts aus der Ruhe. „Che“ war allerdings nicht mit dabei.

„Brautalarm“ – zu diesem Thema hatten sich junge Frauen in Tüll geworfen und hielten wahrscheinlich schon mal Ausschau nach geeigneten Traummännern.

100 Meter weiter: „Brautalarm“. Junge Frauen hatten sich in Tüll geworfen und Schleier ins Haar gesteckt. Der bewirkte hübsche Lichtreflexe in der Septembersonne und verringerte gewiss nicht die Chancen auf eine vordere Platzierung.

Den Bewohnern der „Zombie Zone“, einem Stückchen Wald, in dem es laut „Kaliber 69“ bumst und knallt, schien das herzlich egal. Sie wollten Schrecken verbreiten. Vergeblich, Alles nette Leute.

Balance war bei dieser Übung von dem jungen bayerischen Buam gefragt. Aber keine Angst – alles ging gut.

Genauso wie die Wagenbesatzung von „Gestört, aber geil“ oder jene Crew, die mit ihrem Seelenverkäufer dem „Pflug der Karibik“ ausgerechnet in den Straßen Bassens entkommen wollte.

Aus der Rubrik Kindheitserinnerungen war „Lummerland in Bassen“, aus der Kategorie abendliche Berieselung „Bauer sucht Frau“. Nicht ansatzweise gegen die Kleiderordnung eines Volksfestes verstieß die Besatzung von „Overdressed zum Erntefest“.

„Es bumst und knallt im Zombie-Wald“ – der Jagdclub „Kaliber 69“ fuhr unter mehrdeutigem Motto mit.

Zur abendlichen Party mit der Live-Band „Unique“ waren Bügelfalte, Glitzer und Pomade nämlich absolut passend. 

häg

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