Gestanden ohne „tiefste Reue“ 

Gericht verurteilt Trio wegen Bandendiebstahls

+

Verden/Oyten - Drei Angeklagte aus Bremen sind Dienstag am Landgericht Verden wegen schweren Bandendiebstahls in drei Fällen zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Sie waren im Mai 2016 in ein Tabakwarengeschäft in Oyten eingebrochen und hatten einen Schaden in Höhe von 23.000 Euro verursacht. Außerdem hatten sie bei Einbrüchen im Juni 2016 in ein Restaurant und eine Waschanlage in Bremen Tresore entwendet. Da war die Polizei ihnen schon auf der Spur und konnte die Angeklagten noch vor dem Öffnen der Tresore festnehmen.

Die unterschiedlichen Strafhöhen wurden insbesondere mit den unterschiedlichen Vorstrafen begründet. Spitzenreiter in dem Trio ist mit 19 Voreintragungen ein 36 Jahre alter Angeklagter, der außerdem unter laufender Bewährung stand. Er wurde zu vier Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt, bleibt aber unter Auflagen zunächst auf freiem Fuß. „Wir hoffen, dass Sie am Ende einer kriminellen Karriere stehen“, gab der Vorsitzende Richter Markus Tittel zu bedenken.

Bei einem 32 Jahre alten Angeklagten sei es dagegen der Anfang gewesen, so Tittel. Möglicherweise hat er diesen Lebenslauf kurz vor der Urteilsverkündung fortgeschrieben. Zu Beginn des Verhandlungstages glänzte er durch Abwesenheit. Ein außer Vollzug gesetzter Haftbefehl wurde daraufhin wieder in Kraft gesetzt und die Polizei informiert. Dort saß der 32-Jährige bereits. Er war nachts in Gewahrsam genommen worden, durfte aber seinen Anwalt nicht anrufen, berichtete der Verteidiger. „Es soll irgendwo in der Nähe ein Einbruch gewesen sein“, so der Jurist.

Bremer Polizisten liefern Angeklagten ab und fahren sofort wieder

Die Bremer Polizei hatte den 32-Jährigen in Verden abgeliefert, war aber sofort wieder gefahren. Die Prozessbeteiligten und Richter staunten angesichts dieses Verhaltens. Zu den Hintergründen erfuhren sie somit nichts. Mit der Verurteilung zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft wurde der alte Haftbefehl aufgehoben. Gleiches gilt für einen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilten 33-Jahre alten Angeklagten. Bei ihm sind noch weitere Strafen einbezogen worden.

Im Rahmen einer Verständigung hatten die Männer die Taten eingeräumt. Zusätzliche angeklagte Vergehen waren daraufhin nicht weiter aufgeklärt worden, weil diese bei der Strafe ohnehin nicht ins Gewicht gefallen wären.

Es seien keine Geständnisse „aus tiefster Reue“ gewesen, wie der Vorsitzende Richter Markus Tittel in der Urteilsbegründung betonte. „Aber das erwartet die Kammer auch nicht. Reue wird nicht da sein und wäre nur geheuchelt. Ob das immer in der Lässigkeit geschehen muss, sei dahin gestellt“, merkte der Vorsitzende kritisch mit Blick auf das Auftreten der Angeklagten an.

Bis zur Ladung zum Haftantritt bleiben alle drei Angeklagten auf freien Fuß. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

wb

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Entwarnung nach Terrorangst in Londons Einkaufsviertel

Entwarnung nach Terrorangst in Londons Einkaufsviertel

Diese Stellen vergessen Sie beim Putzen andauernd

Diese Stellen vergessen Sie beim Putzen andauernd

Werbung für Abtreibung: Ein Urteil heizt alte Debatten an

Werbung für Abtreibung: Ein Urteil heizt alte Debatten an

Weg damit! Diese sechs Dinge sorgen in der Wohnung für miese Laune

Weg damit! Diese sechs Dinge sorgen in der Wohnung für miese Laune

Meistgelesene Artikel

Rüstzeug für den Arbeitsplatz in Deutschland

Rüstzeug für den Arbeitsplatz in Deutschland

Grundsteinlegung für die Janusz-Korczak-Schule

Grundsteinlegung für die Janusz-Korczak-Schule

Der rote Rucksack ist im Landtag angekommen

Der rote Rucksack ist im Landtag angekommen

Viele Zaungäste an der Edeka-Baustelle

Viele Zaungäste an der Edeka-Baustelle

Kommentare