Halterin vermutet Wolfsangriff

Pferde nach Flucht von Weide verstört und verletzt: „Etwas hat die Tiere in Panik versetzt“

Der Schrecken dieser Nacht sitzt tief. „So etwas haben wir noch nie erlebt. Etwas hat die Tiere so in Panik versetzt, dass sie aus einer umzäunten Weide geflüchtet sind“, schildert Dagmar Mindermann, die mit ihrem Mann Kai eine Pferdepension in Bassen betreibt.

  • Mehrere Pferde sind von der Weide einer Pferdepension in Achim-Bassen ausgebrochen.
  • Die Tiere wurden völlig verstört und verletzt aufgefunden.
  • Die Pferdehalterin vermutet einen Wolfsangriff.

Bassen – Mitte voriger Woche waren acht ihrer Pferde gegen Mitternacht aus einer Koppel im Bereich Breitenmoor ausgebrochen und im Laufe der Nacht an verschiedenen Stellen in Bassen wieder eingefangen worden – völlig verstört und mit teils schweren Verletzungen. Dagmar Mindermann macht sich seitdem viele Sorgen und Gedanken. Für sie scheinen die Verletzungen der Tiere ein eindeutiges Indiz zu sein: „Das war sehr wahrscheinlich ein Angriff von Wölfen – nach den Spuren zu urteilen eine Wölfin mit ihren Jungtieren“, sagt sie und schaut im Stall besorgt auf die beiden Stuten, die es besonders stark getroffen hat.

Pferde brechen in Achim-Bassen aus: Zwei Stuten mit tief klaffenden blutenden Wunden

„An diesem Tag befanden sich acht Pferde von uns draußen“, erzählt Dagmar Mindermann vom 11. November. Die Tiere bewegten sich auf einer Weide im Bereich Breitenmoor. Alles war friedlich. „Von den acht Pferden sind drei Pärchen, die eine starke emotionale Bindung zueinander haben. Die kleben fast zusammen: Wohin der eine geht, geht auch der andere“, schildert die Pferdepensionswirtin. Die Nacht brach an und das Unheil nahm seinen Lauf: „Um 0.30 Uhr erhielten wir den ersten Anruf auf dem Smartphone, danach folgten viele weitere.“ Die Anrufer meldeten die ausgebrochenen Pferde: Drei Tiere irrten im Bereich Feldstraße umher, weitere nördlich von Bassen. „Zwei Stuten bluteten aus tief klaffenden Wunden am Hals und wiesen Risswunden auf dem Rücken auf. Die Tiere waren vollkommen verstört. Nachbarn, Freunde und Einsteller haben uns geholfen, die Pferde wieder einzufangen“, berichtet Dagmar Mindermann.

Dagmar Mindermann macht sich Sorgen um die verletzten und verstörten Stuten.

Die ganze Nacht waren die Suchtrupps damit beschäftigt, die Pferde zu beruhigen und wieder einzufangen: „Die letzte Stute fanden wir im Bereich der Kläranlage gegen 5 Uhr morgens.“ Inzwischen war auch der Tierarzt herbeigeeilt und hatte alle Hände voll zu tun, die Wunden der beiden Stuten zu klammern und zu versorgen.

Weide in Bassen: Ehepaar entdeckt Tatzenspuren

Am Morgen des 12. November begutachteten und dokumentierten das Ehepaar Mindermann und eine Nachbarin gut sichtbare Spuren auf der Weide, auf der die Pferde bis zum Vorabend ungestört gegrast hatten: „Es waren Tatzenspuren von fünf unterschiedlichen Größen. Das waren mit hoher Wahrscheinlichkeit Wölfe, die die Pferde über die Weide gehetzt haben“, meint Dagmar Mindermann und fügt hinzu: „Selbst der Tierarzt war der Ansicht, dass die Spuren zu Wölfen passen würden.“

Über den Vorfall informierte Dagmar Mindermann auch Wolfgang Mohr, den vom Land Niedersachsen ernannten ehrenamtlichen Wolfsberater für das nördliche Kreisgebiet. Zu Mohrs Aufgaben gehört es, Sichtungen oder Spuren aufzunehmen, die auf Wolfsvorkommen und Wolfsrisse hindeuten. Das Geschehen in Bassen meldete Mohr nach seinen Worten für die Landesstatistik in der Kategorie C, was so viel heißt wie: „Kann sein, muss aber nicht.“ Nach der Spurenlage könne er den Wolf als Verursacher der Panik auf der Pferdeweide weder festmachen noch ausschließen, so Mohr auf Nachfrage. Die Beobachtung und Einschätzung der Pferdehalterin ziehe er nicht in Zweifel, aber Beweise gebe es eben auch nicht: „Deshalb Kategorie C.“  woe / pee

Rubriklistenbild: © Woelki

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Wenn helfen gar nicht so leicht ist: Langwedeler im Katastrophengebiet

Wenn helfen gar nicht so leicht ist: Langwedeler im Katastrophengebiet

Wenn helfen gar nicht so leicht ist: Langwedeler im Katastrophengebiet
Ferienpark am Landwehrsee: Erster Spatenstich für Musterhaus

Ferienpark am Landwehrsee: Erster Spatenstich für Musterhaus

Ferienpark am Landwehrsee: Erster Spatenstich für Musterhaus
Mit „Actionbound“ gegen die Langeweile

Mit „Actionbound“ gegen die Langeweile

Mit „Actionbound“ gegen die Langeweile
CDU im Flecken Langwedel setzt auf Nachwuchskandidaten

CDU im Flecken Langwedel setzt auf Nachwuchskandidaten

CDU im Flecken Langwedel setzt auf Nachwuchskandidaten

Kommentare