Sagehorner Schützen schlagen Gemeinde Teilabriss vor

Tauziehen um alte Halle startet neu

Die frühere Tennishalle Sillinger am Schwarzen Weg
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Weder von hinten noch von vorne ein Schmuckstück: die frühere Tennishalle Sillinger am Schwarzen Weg. Die Gemeinde Oyten würde sie am liebsten abreißen, der Schützenverein Sagehorn braucht sie fürs Schützenfest – und schlägt als Kompromiss jetzt einen Teilabriss vor.

Oyten – Alles zurück auf Anfang: Das Tauziehen um die frühere Tennishalle Sillinger am Schwarzen Weg startet wieder bei Null. Die Gemeinde Oyten als Eigentümerin wollte und will die Halle zugunsten von Parkplätzen gegenüber der im Bau befindlichen neuen Bahnstation abreißen. Der Schützenverein Sagehorn braucht die Halle für seine Festveranstaltungen und pocht auf sein für einige Tage im Jahr verbrieftes Nutzungsrecht. Als Kompromiss schlagen die Schützen jetzt einen Teilabriss vor.

Um ihr Angebot persönlich vorzutragen, erschienen Vorsitzende Beate Böse, ihr Stellvertreter Michael Regenstein und Vize-Schatzmeister Jörn Häusler am Montagabend im Rathaussaal. Hier tagte vor zahlreichen Zuhörern der für die Themen Jugend, Kultur, Soziales, Senioren und Sport zuständige Ausschuss des Oytener Gemeinderates. Das Thema Sillinger-Halle war wieder aufs politische Tapet gekommen, weil die Bauordnungsbehörde des Landkreises die bis dato erhoffte Lösung zunichte gemacht hatte.

Die Idee, dass die Sagehorner Schützen ihre Feste künftig in der gerade in der Sanierung befindlichen Halle des Tennisclubs an der Kirchweyher Straße feiern, scheitert am deutschen Recht: Weil die multifunktional angelegte Halle des TC Oyten bauplanungsrechtlich im Außenbereich liegt, dürfen hier keine wiederkehrenden Festveranstaltungen stattfinden. Sagt die Ordnungsbehörde. „Dass diese Lösung gescheitert ist, ist echt bitter“, sagt Schützenchefin Beate Böse. Ihr Verein hatte sich schon gefreut, und der Tennisclub wäre einverstanden gewesen.

SPD-Sprecher Ralf Großklaus schnaubte vor Wut: „Das kann man keinem Bürger erklären, dass in einer abgelegenen Halle, wo es keinen stört, nicht einmal im Jahr ein Schützenfest gefeiert werden kann.“ Großklaus forderte die Gemeindeverwaltung und seine Kreistagskollegen auf, alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit der Landkreis „mal den Stock aus dem Hintern nimmt – so geht das einfach nicht“.

Solange sie sich räumlich nicht adäquat entschädigt fühlen, beharren die Sagehorner Schützen auf ihrem Nutzungsrecht an der alten Sillinger-Halle. Allerdings schlug die Vorsitzende im Rathaussaal versöhnliche Töne an: „Die Verhandlungen gehen ins sechste Jahr. Es ist von beiden Seiten nicht perfekt gelaufen“, räumte Beate Böse auch eigene Fehler ein und kündigte Kompromissbereitschaft an: Man wolle nicht mehr nur nehmen, sondern auch geben, das Alte vergessen und alles nochmal neu besprechen...

Den Vorschlag eines Teilabrisses konkretisierte ihr Vorstandskollege Jörn Häusler: Das komme für die Gemeinde günstiger als ein Komplettabriss, die Schützen könnten einen Raum für Feste behalten und vor der verkleinerten Halle entstünde Parkraum für Bahn-Pendler. Möglicherweise gleich mit E-Auto-Ladestation, gespeist aus einer Solaranlage auf dem Hallendach, schlug Häusler vor. Außerdem würden die Schützen die Halle als „Mehrzweckraum für viele“ sehen, also auch für andere Sagehorner Vereine wie Dorfjugend, Chor, Spielmannszug...

Hermann Ehlers (CDU) waren die mündlich vorgetragenen Vorstellungen der Schützen nicht konkret genug für eine politische Meinungsbildung. Ehlers forderte vom Verein ein präzises schriftliches Konzept, das dann in den Ratsfraktionen beraten werden könne. Dem folgten die Kollegen im Ausschuss.

Björn Meyer (Grüne) fühlte sich „verschaukelt“. Bei der Sanierung der Halle des TC Oyten, die die Gemeinde mit einer erheblichen Summe aus Steuermitteln fördere, sei von zu erzielenden Synergieeffekten die Rede gewesen. Die gebe es nun doch nicht, dafür seien neuerliche finanzielle Aufwendungen gefragt für die alte Halle am Schwarzen Weg. Das verärgerte den Grünen-Sprecher hörbar.

Von Petra Holthusen

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