Streit um Vierbeiner am Oyter See spitzt sich zu / Leinenpflicht wird ignoriert

Hund attackiert Walkerin

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Blutige Beine nach dem Walken am Oyter See, wo Christa Ahrendt von einem freilaufenden Hund attackiert wurde.

Oyten - Nach der umstrittenen Aufhebung des Hundeverbots im Naherholungsgebiet Oyter See durch den Campingpark Knaus und mit Unterstützung des Landkreises Verden spitzt sich die Situation zu. Bislang beklagten sich Gegner der Hunde-Freigabe „nur“ über eklige Hinterlassenschaften an Strand und Rundweg und über Belästigungen durch nicht angeleinte Hunde – jetzt wurde eine Walkerin am See von einem freilaufenden Hund attackiert und blutig gekratzt.

Seit 40 Jahren wohnt Christa Ahrendt (64) am Berg in Oyten-Süd und „seit Ewigkeiten“ walkt sie täglich um den See. Aber, so sagt sie, „das Schöne ist irgendwie vorbei, seitdem hier jeder macht, was er will“. Jeder – das sind Hundebesitzer, unter denen sich die Freigabe des Sees für Hunde in Windeseile sogar bis nach Bremen herumgesprochen habe und die sich nicht unbedingt um die ausgeschilderte Anleinpflicht kümmern würden. Und das sind in ihrem Sog Reiter, die das neue Willkommen offenbar auch auf ihre Vierbeiner bezögen. Pferdeäpfel, Hundehaufen und Hundehalter, die ihre – nicht angeleinten – Tiere fröhlich Bälle aus der Badebucht hinter der Wasserwacht apportieren lassen – das alles beobachtet Christa Ahrendt seit einigen Wochen mit wachsendem Verdruss. Ebenso ihr Mann Karl-Heinz Ahrendt, der, während sie walkt, im See schwimmt – neuerdings zusammen mit fremden Hunden.

„Ich bin mit Hunden immer gut ausgekommen, aber jetzt werde ich langsam grantig“, sagt Christa Ahrendt. Krönung ihrer bisherigen Erfahrungen mit Hunden am Oyter See war am frühen Montagabend die unvermittelte Attacke eines freilaufenden Tieres. Der braun-weiße Hund, Größe und Farbe nach vermutlich ein Jack-Russell-Terrier, war ohne Leine mit zwei jungen Frauen vor ihr auf dem Rundweg unterwegs, als er sich umdrehte, auf Christa Ahrendt zustürmte, an ihr hochsprang und ihr die Beine zerkratzte. Nach einem kurzen erbosten Wortwechsel mit den Frauen, die arge Mühe hatten, ihren Hund einzufangen, drehte Christa Ahrendt schockiert um: „Ich wollte nur noch weg da.“

Dass ihr das Blut bis in die Sportsocken lief, merkte sie erst später. Mit ihrem aus dem Wasser geholten Mann schwang sie sich aufs Fahrrad und radelte um den See, um die Frauen nochmal zur Rede zu stellen. Zwar begegneten sie dabei „mindestens drei Pärchen mit nicht angeleinten Hunden“, so Karl-Heinz Ahrendt, aber die Frauen mit dem Terrier waren nicht darunter. „Die haben sich wohl schnell verdünnisiert“, mutmaßt Christa Ahrendt. Das Ehepaar schilderte den Vorfall umgehend Campmanager Sven Zornow, der „natürlich auch nicht glücklich über die Situation war“, aber den betreffenden Hund auch nicht mehr aufspüren konnte.

Nach einem Gespräch mit der Polizei sahen die Ahrendts von einer Anzeige gegen Unbekannt ab: „Das bringt ja doch nichts.“ Jetzt erst recht nicht nachlassen wollen sie jedoch in ihrem Kampf um die Rücknahme der Hundefreigabe: Karl-Heinz Ahrendt, der auch für die CDU im Gemeinderat Oyten sitzt, hat eine offizielle Beschwerde bei Landrat Peter Bohlmann im Kreishaus in Verden eingereicht und will auch die Gemeinde Oyten in die Pflicht nehmen, die nämlich selbst auch Grundeigentum am See habe.

pee

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