Staatssekretärin bei Senioren-Union

Verbraucher bestimmt mit über Tierwohl

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Dr. Maria Flachsbarth bei ihrem Vortrag in Oyten.

Oyten - Tierschutz in der Landwirtschaft ist ein viel diskutiertes Thema in der Öffentlichkeit. Die Senioren-Union (SU) im Landkreis Verden nahm das zum Anlass, Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, zu einem Vortrag nach Oyten einzuladen. „Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl – was kann der Verbraucher tun?“ lautete der Titel des Referats, zu dem SU-Vorsitzender Karl-Heinz Ahrendt ein gemischtes Publikum aus Verbrauchern, Landwirten und Tierärzten im Gasthaus „Zum Alten Krug“ begrüßte.

„2015 war für die deutschen Landwirte ein schwieriges, wenn nicht sogar ein ausgesprochen schlechtes Jahr“, stieg die Politikerin in den Vortrag ein. Nordeuropa sei in Sachen Tierschutz viel weiter entwickelt als Südeuropa, und zu Asien und Südamerika sei ein weiteres, starkes Gefälle zu verzeichnen. Hierzulande würde zunehmend auf Wünsche von sensibilisierten Verbrauchern reagiert.

Flachsbarth erinnerte an Nachkriegszeiten, in denen im Maximum produziert werden musste, um die Menschen satt zu bekommen. Der Anspruch habe sich gewandelt. Fleischlos zu essen sei in Mode gekommen. Allerdings sei es widersprüchlich, dass Verbraucher konkrete Forderungen zum Tierschutz stellten, an der Ladenkasse aber zu Billigprodukten neigten.

„Tierschutz ist in Deutschland Staatsziel, und der Gesetzgeber legt Richtlinien fest“, sagte Flachsbarth, die selbst Tierärztin ist. Doch die Vorgaben würden in der Praxis oft nicht richtig angewendet. So sei es eine Tatsache, dass in großen Mastanlagen landwirtschaftliche Helfer eingesetzt seien, die nicht viel kosten dürften.

CDU-Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt merkte an, dass es Landwirte aus Bio-Betrieben schwer hätten, denn die Verbraucher wollten gesundes Fleisch kaufen, seien aber nicht bereit, mehr Geld dafür auszugeben. In der Diskussion meldeten sich auch Verbraucher zu Wort, die mehr über artgerechte Haltung wissen wollten. Die anwesenden Landwirte machten es der Staatssekretärin nicht leicht. Sie forderten mehr staatliche Unterstützung, weniger Reglementierung und faire Preise für ihre Erzeugnisse.

kr

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