Staatssekretärin Behrens macht Bürgerinitiative in Sagehorn keine Hoffnungen

„Sie verlieren Ihren Bahnhof“

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Einen dicken Ordner mit 2677 Unterschriften für den Erhalt und den barrierefreien Ausbau der Bahnstation Sagehorn am jetzigen Standort überreichten die Bürgerinitiativler (v.re.) Harald Siedenburg, Horst-Günter Herbst und Peter Köster (3.v.li.) gestern auf dem Bahnsteig an Staatssekretärin Daniela Behrens. An dem anschließenden – für die Bürgerinitiative ernüchternden – Gespräch nahmen auch Bürgermeister Manfred Cordes (Mi.), Ortsvorsteher Helmut Oetjen (2.v.li.) und Uli Hilgendorff (SPD) teil.

Oyten - Von Petra Holthusen. Daniela Behrens, Staatssekretärin im niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, versuchte sich erst gar nicht im Schönreden. „Sie verlieren Ihren Bahnhof“, prophezeite die SPD-Politikerin gestern der Bürgerinitiative (BI) „Bahnhof Sagehorn“ im Hinblick auf deren Forderungen. Die BI übergab der Regierungsvertreterin am Nachmittag 2677 gesammelte Unterschriften gegen die Verlegung und für den barrierefreien Ausbau der Bahnstation Sagehorn am jetzigen Standort.

Den Termin mit der Staatssekretärin hatten sich die BI-Sprecher Peter Köster, Harald Siedenburg und Horst-Günter Herbst anders vorgestellt: Öffentlichkeitswirksame Unterschriftenübergabe auf Gleis 1, dann beim vertraulichen Plausch bei Herbst zu Hause um Unterstützung werben und im besten Fall eine Verbündete gewinnen. Aber die Offenheit der Regierungsvertreterin überrollte die Protestler gleich auf dem Bahnsteig.

„Selbstverständlich“, so Behrens, sei sie gerne gekommen, nehme die Unterschriftenlisten mit und werde sich damit beschäftigen. Dennoch wolle sie deutlich die Konsequenzen der BI-Forderungen aufzeigen. Niemand könne Oyten zwingen, die Bahnstation am alten Standort aufzugeben und den von der Deutschen Bahn AG gewollten Neubau ein Stück weiter in der Siedlung Fuhrenkamp/Auf der Heide zu genehmigen – aber 7 Millionen Euro in eine Modernisierung der alten Bahnstation investieren werde weder die Bahn (weil die erforderlichen 220-Meter-Bahnsteige betriebstechnisch hier nicht machbar seien) noch das Land aus Steuermitteln. Das sei bei einem kleinen Bahnhof mit 300 Einstiegen und 300 Ausstiegen am Tag volkswirtschaftlich nicht zu verantworten: „Die Kosten-Nutzen-Analyse ist im Minus-Bereich“, zitierte Behrens aus den Akten. „Die Bahn entscheidet nach ihren betrieblichen Abläufen. Nicht danach, was Sie oder ich richtig finden. Das müssen Sie zur Kenntnis nehmen“, sagte Behrens nüchtern.

Behalte Oyten die Bahnstation Sagehorn am alten Standort, „wird hier nichts mehr passieren“, prophezeite Behrens, „die langen Waggons werden hier nicht mehr halten können – und wenn Sie in vier Jahren keinen Bahnhof mehr haben, was machen Sie dann?“ Einen Grundversorgungsanspruch in Sachen Bahnanbindung gebe es nicht, entkräftete Behrens den postwendenden Einwand der BI-Sprecher, die mit ihren selbst entwickelten Alternativplänen und technischen Gegenargumenten immer wieder abblitzten.

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