Sparkassenstiftung finanziert Restaurierung der vier zweiflügeligen Portale von St. Petri / Instandsetzungsarbeiten im Plan

Macht heil die Tür’, die Tor’ macht schön...

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Alexander Reuter und Andrea Behrendt (v.re.) vom Amt für Bau- und Kunstpflege zusammen mit Kirchenvorstand und Sponsorenvertreterinnen an einer der verwitterten Portaltüren von St. Petri. Die Restaurierung der vier zweiflügeligen Portale finanziert die Sparkassenstiftung, vertreten durch Geschäftsführerin Dr. Beate Patolla (4.v.re.), mit 5000 Euro.

Oyten - Es gibt Menschen, denen kommt der viele Regen gerade recht. Wie Andrea Behrendt, Chefin des landeskirchlichen Amtes für Bau- und Kunstpflege in Verden, und ihrem Mitarbeiter Alexander Reuter, bauleitender Architekt an der Großbaustelle St. Petri in Oyten. Für die Restaurierung der Fugen sei das feuchte Wetter allerbestens, versicherten die Fachleute gestern beim Ortstermin, als sie gemeinsam mit dem Kirchenvorstand der ev.-luth. St.-Petri-Gemeinde über den Fortgang der Sanierungsarbeiten an der über 150 Jahre alten Kirche berichteten.

Den Rahmen gestaltete Pastor Hans-Jürgen Strübing durchaus feierlich. Denn eingebettet war eine Spendenübergabe: Einen symbolischen Scheck über 5000 Euro überreichten Dr. Beate Patolla, Geschäftsführerin der Stiftung der Kreissparkasse Verden, und die Oytener KSK-Regionaldirektorin Anne Eitzmann. Mit dem Betrag finanziert die Stiftung die Restaurierung der vier zweiflügeligen Portaltüren an der Nord- und der Südseite von St. Petri. Die historischen hölzernen Portale sind verwittert, reparaturbedürftig und brauchen einen neuen Anstrich.

Mit Baukostenzuschüssen tue sich die Stiftung sonst schwer, weil sie als zumeist „Tropfen auf den heißen Stein“ unsichtbar in einem Großprojekt untergingen, sagte Beate Patolla. Anders jedoch bei den imposanten Portaltüren von St. Petri mit ihrem kulturhistorischen, ortsbildprägenden Wert: Hier werde der finanzielle Einsatz nach der Restaurierung sichtbar sein und den einladenden Charakter der Portale fördern, freute sich Patolla. „Türen sind der Hingucker“, unterstrich Pastor Strübing die Visitenkartenfunktion von Eingängen für ein Gebäude und nahm in seiner Ansprache Bezug auf den Psalm, dem das bekannte Adventslied „Macht hoch die Tür’, die Tor’ macht weit“ entspringt.

Außerdem soll mit dem Geld der Stiftung der ursprüngliche Zustand der Bleiverglasung an dem denkmalgeschützten Bau wieder hergestellt werden. Schäden an den Fenstern wurden in der Vergangenheit mit Industrieglas geflickt – „das wird nun gegen mundgeblasenes Glas ausgetauscht“, schilderte Bauleiter Reuter. Die Hauptarbeit der seit Juli laufenden Instandsetzung der eingerüsteten und verhüllten St.-Petri-Kirche ist jedoch die Klinkerfugensanierung an Kirchenschiff und Turm vor allem auf der Wetterseite. Bei früheren Reparaturen verwendeter Zementmörtel „ist viel zu hart für den weichen Ziegelstein“, erläuterte Andrea Behrendt. Bröckelnde Klinkerfugen sorgten für Feuchtigkeits- und Frostschäden im Gemäuer und werden jetzt substanzschonend entfernt und durch das Ursprungsmaterial Kalkmörtel ersetzt. Betroffen ist geschätzt ein Viertel der Fassadenfläche.

In diesem Zuge wird die Fassade behutsam gereinigt: „So, dass der Schmutz runtergeht, aber nicht die Patina“, sagte Behrendt. Anfang November sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Von den 180000 Euro Gesamtkosten trägt die Landeskirche 140000 Euro, die Klosterkammer 30000 Euro, der Kirchenkreis 4000 Euro, die St.-Petri-Gemeinde 1000 Euro und die Sparkassenstiftung 5000 Euro.

pee

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