„Die Situation ist natürlich unangenehm“

Corona: Wie Reitställe und -vereine mit Kontaktverbot und Ausgangssperre umgehen

Heino Freese hat die Kontaktgebote sogar noch ausgeweitet. Fotos: Woelki
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Heino Freese hat die Kontaktgebote sogar noch ausgeweitet. 

Ottersberg / Oyten – Die Coronakrise verändert alles. Alle gesellschaftlichen Bereiche sind betroffen. Auch auf Reitställe und Reitvereine im Landkreis Verden wirken sich die erlassenen Ausgangsbeschränkungen aus, um das schnelle Ausbreiten des Coronavirus einzudämmen.

„Wir haben unseren Betrieb der Reitschule komplett eingestellt“, berichtet Nadine Koch, die in Quelkhorn einen Stall mit Reitschule betreibt. „Unsere Schulpferde stehen auf der Weide“, sagt die Inhaberin. „Die Situation ist natürlich unangenehm, weil wir keine Einnahmen erzielen. So kümmern wir uns momentan um die Pferde. Nicht dringend notwendige Maßnahmen haben wir verschoben.“

Ähnlich sieht die Situation in Ottersberg bei Nora Böschen und ihrer Mutter Ute auf dem Anwesen der Familie Böschen aus. „Der Reitbetrieb ruht. Wir können nichts machen“, berichtet Nora Böschen verbittert. „Die Pferde und Ponys gehören uns. Morgens holen wir sie aus den Ställen und gehen mit ihnen auf die Weiden direkt hinter den Ställen. Wir besorgen Futter und füttern sie. Abends bringen wir die 19 Pferde und Ponys wieder in die Ställe.“ Wo sonst die vielen Reitschüler unterschiedlichen Alters umher wuseln, herrscht nun Stille. Die jüngsten Schüler sind gerade einmal drei, vier Jahre, die Ältesten gehen auf das 60. Lebensjahr zu.

Keine Schüler da: Nora und Ute Böschen sind mit den Pferden und Ponys allein.

Vor Jahren fing Ute Böschen neben der Landwirtschaft, die sie mit ihrem Mann Carsten betreibt, mit dem Reitstallbetrieb an. Den Reitbetrieb hat sie inzwischen an ihre Töchter Nora und Lara Böschen abgetreten. Natürlich hilft Ute Böschen weiterhin mit. Auch Landwirt Carsten Böschen unterstützt seine Töchter.

Arbeitsaufwand und laufende Kosten bleiben trotz Corona-Pandemie

„Die laufenden Kosten bleiben, etwa für Tierarzt, Hufschmied und Futter. Der Arbeitsaufwand bleibt ebenfalls der Gleiche wie vor den Ausgangsbeschränkungen“, sagt Nora Böschen bedrückt. „Der Vorteil bei uns ist der, dass unsere Pferde jeden Tag raus können."

Sehr streng setzt der Reitverein RG Klein Hollen auf dem Hof Freese in Bassen- Klein Hollen die Kontaktsperre um. Die Mitglieder des Vereins haben dort ihre Pferde untergestellt.

Kontaktsperre: Pro Stall maximal zwei Personen

„Wir sind ein privater Reitstall und kein Schulbetrieb. Unsere Anlage ist mit zwei Reitställen, einem Turnierplatz und Weiden für die Pferde sehr groß. Nach staatlichen Vorgaben und jenen des Verbandes der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN dürften sich pro Stall maximal zwei Personen aufhalten“, berichtet Heino Freese, Hofinhaber und zugleich Vorsitzender der RG Klein Hollen. „Wir haben jedoch die Vorgaben noch verschärft, sodass sich maximal zwei Personen mit ihren Pferden auf unserer weitläufigen gesamten Anlage aufhalten dürfen. Dazu haben wir einen Stundenplan erstellt, an denen sich die Einsteller zu halten haben. Jeder hat zwei Stunden Zeit, sich um sein Pferd zu kümmern, das Tier aufzusatteln, zu reiten, wieder abzusatteln und zu putzen. Wenn zwei Stunden vorbei sind, kommt der Nächste. Bislang klappt die Regelung ganz gut“, schildert Heino Freese.

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