Die SchellerVoß-Stiftung unterstützt die palliativmedizinische Versorgung Schwerstkranker

Selbstbestimmt und schmerzfrei bis zum Ende

Uwe Voß und Gitta Scheller aus Oyten unterstützen mit ihrer Stiftung die palliativmedizinische Versorgung Schwerstkranker im Landkreis und in Bremen.
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Uwe Voß und Gitta Scheller aus Oyten unterstützen mit ihrer Stiftung die palliativmedizinische Versorgung Schwerstkranker im Landkreis und in Bremen.

Oyten – „Immer nur Unkraut zupfen“, sagt Uwe Voß lächelnd, „ist ja auch nicht das Wahre.“ Bei aller Liebe zum Garten – für ihre Zeit nach dem Berufsleben haben sich Voß und seine Frau Dr. Gitta Scheller weit mehr vorgenommen, das sie erfüllt: „Wir kümmern uns jetzt mal intensiv um unsere Stiftung.“

Ihre gemeinnützige SchellerVoß-Stiftung haben die beiden im März 2017 als Treuhandstiftung unter dem Dach der Stiftung der Kreissparkasse Verden gegründet. Aus der Überzeugung heraus, dass jeder Mensch ein Recht auf ein selbstbestimmtes und schmerzfreies Leben bis zum Schluss hat, unterstützt die Stiftung die palliativmedizinische Versorgung schwerstkranker Menschen im Landkreis Verden und in Bremen – und sie lebt in Null-Zins-Zeiten, in denen das Stiftungskapital selbst wenig Erträge erwirtschaften kann, vor allem von externen Spenden.

Diese Einnahmen durch Aktivitäten und persönliche Ansprache möglicher Spender zu steigern, dafür will und kann sich das Stifter-Paar jetzt mehr Zeit nehmen: Der Holzwirt, früherer Inhaber des Fachmarkts im Gewerbepark Oyten, und die Soziologin, die zuletzt als Verwaltungsprofessorin an der Hochschule Hildesheim Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik lehrte, haben im Sommer mit dem Berufsleben abgeschlossen. Das erste Projekt der beiden 64-Jährigen für ihre Stiftung sind online vorgelesene „Geschichten für den guten Zweck“.

Nicht, dass die SchellerVoß-Stiftung in den zurückliegenden Jahren nicht auch schon erfolgreich Spenden eingeworben hätte, mit denen sie eine Menge bewirken konnte. Rund 16 000 Euro zahlten Freunde und Förderer seit 2017 auf das Stiftungskonto ein. Uwe Voß und Gitta Scheller stockten immer noch ein bisschen auf, sodass jeden Sommer bei der offiziellen Ausschüttung der Spenden jeweils 3000 Euro an die beiden von der Stiftung unterstützten Vereine gingen: den Förderverein „Palliativstation am Klinikum Links der Weser“ in Bremen und das „Palliativnetz im Landkreis Verden“.

Die Stifter verteilen nicht einfach Schecks, sondern fördern gut informiert und gezielt Prozesse und Projekte in der palliativen, also schmerzlindernden Pflege. Ihre Finanzhilfen tragen dazu bei, die Lebensqualität palliativ betreuter schwerstkranker Menschen zu verbessern, um ihnen ein selbstbestimmtes, würdevolles und schmerzfreies Leben bis zum Tod zu ermöglichen. „Wir fragen immer auch die Pflegekräfte: Was braucht ihr?“, erzählt Gitta Scheller vom Austausch mit den Fachleuten, die die stationäre und ambulante Palliativversorgung leisten.

Unter anderem wurden mit Spenden der SchellerVoß-Stiftung iPads für die mobile Pflegedokumentation und eine Dokumentationsassistenz finanziert, die die Pflegekräfte von Bürokratismus entlastet. Denn sie sollen und wollen „so viel Zeit wie möglich für die Patienten haben“, betont Scheller. Die Stiftung ermöglichte zudem Anschaffungen wie einen Lifter für schwergewichtige Patienten oder einen Klangstuhl für musiktherapeutische Elemente. Und manchmal sind ganz simple Dinge gefragt, die man auf einer Palliativstation für selbstverständlich halten könnte, die deren Budget aber nicht hergibt: W-Lan für drahtloses Internet oder ein funktionierender Sonnenschutz vorm Fenster.

Auch in ein psychologisches Unterstützungsangebot für Angehörige sind Spenden der Stiftung geflossen. „Ganz wichtig“, sagt Gitta Scheller. Sie weiß, wie schwer es ist, einen geliebten Menschen loszulassen, der sich gegen die weitere Behandlung seiner Krankheit und so für ein früheres Sterben entschieden hat. Dass für das medizinische Personal auf der Palliativstation der Patientenwille oberstes Gebot ist, aber die sich noch an jede Hoffnung klammernden Angehörigen auf dem selbstbestimmten Weg des Sterbenden einfühlsam mitgenommen werden, hat Gitta Scheller am Lebensende ihrer Mutter selbst erlebt. Sie ist dankbar dafür, dass ihre Mutter auf der Palliativstation würdevoll und bewusst Abschied vom Leben nehmen und schmerz- und angstfrei sterben durfte.

Als Uwe Voß und Gitta Scheller vor Jahren ihre eigenen Angelegenheiten fürs Alter und darüber hinaus zu regeln begannen, formte sich ihr Wunsch, schon zu Lebzeiten Vermögen in eine eigene gemeinnützige Stiftung zu übertragen und als gemeinsame Aufgabe und Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung gewinnbringend für andere einzusetzen. Über den Stiftungszweck, die finanzielle Unterstützung palliativmedizinischer Versorgung, waren sich beide nach den persönlichen Erfahrungen fix einig. Vor allem nachdem Uwe Voß, der alternativ ein Engagement für Bäume in Erwägung gezogen hatte, feststellte, dass es eine Baumparkstiftung schon gibt – ebenfalls unter dem Dach der Stiftung der Kreissparkasse Verden, die mittlerweile insgesamt acht Kundenstiftungen wie die von Scheller und Voß treuhänderisch verwaltet.

„Ich wollte ein Stiftungsobjekt, das mich glücklich macht“, sagt Uwe Voß, „und unseres macht mich glücklich.“ Mehr als genug Ansporn, sich für weitere Stiftungsgelder ins Zeug zu legen. Mehr denn je sei die palliativmedizinische Versorgung auf finanzielle Unterstützung angewiesen, wissen Voß und Scheller: „Die Spendeneinnahmen der Fördervereine sind in der Corona-Zeit stark eingebrochen.“ Sogenannte Kondolenzspenden (Geld für einen guten Zweck statt für Kränze) blieben in Zeiten ganz kleiner Trauerfeiern aus, und allgemein seien Menschen in der Krise zunehmend mit eigenen Sorgen beschäftigt. Zeit für die SchellerVoß-Stiftung, ihr Engagement hochzufahren. „Wir gehen“, sagt Gitta Scheller energisch, „Klinken putzen.“

Infos

Infos zur SchellerVoß-Stiftung finden Interessierte unter dem Menüpunkt Kundenstiftungen auf der Website www.stiftung-ksk-verden.de. Das Spendenkonto hat die IBAN: DE60 2915 2670 0020 4268 47 (BIC: BRLADE21VER).

Mini-Hörspiele für den guten Zweck

Geschichten aus dem Leben lesen Gitta Scheller und ihr Mann Uwe Voß, Stifter der SchellerVoß-Stiftung, im Internet vor – jederzeit abrufbar am Computer, am Laptop oder übers Smartphone. Ihre zu Hause aufgenommenen Mini-Hörspiele, untermalt mit Zeichnungen und Collagen von Gitta Scheller, sollen unterhalten, zum Nachdenken und zum Schmunzeln anregen. Zum Auftakt sind „Enno und das Krippenspiel“ und „Das rote Nachthemd“ zu hören. Die Geschichtenreihe soll auch nach Weihnachten fortgesetzt werden. Finden Zuhörer Gefallen daran und möchten etwas zurückgeben, so freuen sich Scheller und Voß über eine freiwillige Spende, egal in welcher Höhe, an ihre Stiftung. Die „Geschichten für den guten Zweck“ sind unter www.stiftung-ksk-verden.de/geschichten-fuer-den-guten-zweck.html zu hören.

Von Petra Holthusen

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