Seit 40 Jahren treffen sich Bassener Damen als „Lose Pedale“ zu Fahrradtouren

Flott heraus aus dem Trott

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Die „Losen Pedale“, erkennbar an den weißen Halstüchern, vor ihrem Stammlokal: Anne Gerken, Margrit Biesewig, Hilde Lübkemann, Ursel Klaus, Hildegard Künning, Inge Wilkens, Lina Fischbeck, Elke Schilling, Else Prütt, Margret Segelken und Organisatorin Anita Seeger (2.v.l.). Nicht im Bild ist Inge Heitmann, ebenfalls eine Dame der „ersten Stunde“.

Bassen - Der Name war eine Schnapsidee, die auf ein komisches Ereignis zurückgeht. Margrit Biesewig unternahm mit Freundinnen eine Radtour. Plötzlich brach auf der Rückfahrt, es war auf der Höhe Fischerhude, eine Pedale ab – und es blieb ihr nichts anderes übrig als „einbeinig“ zurückzufahren. Als die Freunde einige Wochen später in fröhlicher Runde im Gasthaus Segelken die Namensgebung ihres Clubs diskutierten, brachte Inhaberin Margret Segelken den Vorschlag „Lose Pedale“ ins Spiel.

Am 19. Januar 1976 kam es dann zur Gründungsversammlung. Vor 40 Jahren beschlossen rund zehn Bassener Damen, regelmäßig gemeinsame Fahrradtouren und gesellige Nachmittage zu verbringen. Fast wäre aus dem Fahrradclub ein Kegelclub geworden, doch es kam anders: „Die Mehrheit wollte lieber draußen aktiv sein“, erzählt Organisatorin und Gründungsmitglied Anita Seeger.

Seither trifft sich die Gruppe alle vier Wochen zur gemeinsamen Rundtour. 30 Kilometer legen die „Pedalritterinnen“ dann gemeinsam zurück. Nach einer Kaffeetafel, bei der auch der Klönschnack nicht zu kurz kommt, treten die Frauen wieder den Heimweg an. Außerdem unternimmt die Gemeinschaft jährlich eine Tagesfahrt. Die führte die Bassenerinnen schon nach Vegesack oder Visselhövede. Ziele im Umkreis von 50 Kilometern werden mit dem Rad angesteuert.

Doch das Fahrrad bleibt auch mal zu Hause: Wenn die „Losen Pedale“ gemeinsam auf Städtetour gehen, sind Bus oder Zug das Transportmittel der Wahl. Anschließend geht es ausnahmsweise mal auf „Schusters Rappen“ auf einen beschaulichen Altstadtbummel, etwa in Bad Zwischenahn, Goslar oder Lüneburg.

Vor einigen Jahren kamen noch die Vier-Tagestouren mit dem Bus hinzu. So steuerten die aktiven Frauen bereits den Bayrischen Wald, Rügen, Usedom oder Bad Harzburg an. „Da kommt man raus aus dem Trott. Außerdem macht es Spaß, mal ohne Männer wegzufahren“, sagt Anita Seeger und lacht.

Im Jahr ihres 40-jährigen Bestehens haben die „Losen Pedale“ zwölf Mitglieder, darunter erlebten sechs noch die Gründung des Clubs. Allen voran die mittlerweile verstorbene Christine Jahn. Und das ist wortwörtlich zu verstehen: „Christine war die Älteste, aber mit die Flotteste“, erzählt Seeger. Auf ihrem Fahrrad ohne Gangschaltung fuhr sie meist vorneweg. Solche archaisch anmutenden Zweiräder sind bei den „Losen Pedalen“ mittlerweile vielfach von E-Bikes abgelöst worden. Bei einer Altersspanne zwischen 69 und 85 Jahren unter den Mitgliedern soll es schließlich auch die nächsten Jahre noch munter weitergehen.

Auch die Vier-Tages-Tour, zu der die Damen immer nach dem Bassener Erntefest aufbrechen, ist bereits in Planung. Vergangenes Jahr fuhr die Gruppe an die Mosel, in die Nähe von Traben-Trabach. Wohin es dieses Jahr gehen soll, wollen die „Losen Pedale“ erstmal gemächlich in ihrem Stammlokal Gasthaus Segelken besprechen.

ldu

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