Viele Gäste in „Blocks Huus“

Seemannslieder, Farbenlehre und ein „Eckensteher“

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Der Seemanns-Chor Vegesack begeisterte mit maritimem Flair und romantischen Liedern.

Bassen - Einen Taktstock braucht Birgitt Kropp nicht, um den Seemanns-Chor Vegesack in Fahrt zu bringen – dafür aber vollen Körpereinsatz und natürlich singt sie als Chorleiterin auch alle Stücke mit. Da konnte das Publikum gar nicht anders, als bei den schönen alten Seemannsliedern ebenfalls mit einzustimmen und hin und wieder auch zu schunkeln. Die voll besetzte Scheune des Bassener Dorfmuseums „Blocks Huus“ hallte am Sonntag von stimmungsvoller Musik wider.

Sowohl Chor als auch Publikum genossen den Auftritt in vollen Zügen. Dabei waren die schmucken Marine-Uniformen der Sänger ein absoluter Hingucker. Sie vermittelten eine Ahnung von Noblesse und Eleganz, wie Schiffsoffiziere sie bei Landgang vor sich hertrugen und so den Mädchen in den Häfen die Köpfe verdrehten. Kaffeesäcke und Teekisten, wie sie schon um 1900 verschifft wurden, hatten die Organisatoren des Chores als Dekoration mitgebracht. Und die Akkordeons sorgten für eine maritime Einstimmung und Begleitung des Konzerts, bei dem Songs wie „Bloody Mary“ oder das romantische „Ave Maria der Meere“ erklangen. Letzteres wurde gesungen, wenn ein Seemann eben nicht seine Heimat wiedersah, sondern das nasse Grab in den Tiefen der See fand. Sowohl als Chor in seiner ganzen Besetzung, als auch mit den Solisten gestaltete sich das Konzert zu einem akustischen Erlebnis.

Im Saal geht es früh geschäftig zu

Bereits ab dem späten Vormittag ging es auch im Saal von „Blocks Huus“ geschäftig zu. „Malschüler und -schülerinnen so um die 50 plus bilden mit etwa zehn Personen den harten Kern und treffen sich hier einmal pro Monat, um ihre Kenntnisse zu verfeinern“, sagte Christa Brandenburg, die am Fischerhuder Bohnenberg beheimatet ist. Das Angebot richte sich an Anfänger und Fortgeschrittene. Die Teilnehmer steigen über die Zeichnung ein und probieren sich dann in den verschiedensten Techniken aus. „Manche finden schnell zu dem, was ihnen liegt, andere brauchen länger“, erzählte Brandenburg.

Als Motive dienen Museumsgegenstände, florale Stillleben, Landschaften, aber hier und da auch Abstraktionen mit viel Farbe. „Farbenlehre, wie sie im Bauhaus angewandt wurde, ist auch heute noch eine wichtige Grundlage“, erklärte die Künstlerin, die ihren Schülern nicht nur räumliches Sehen, sondern auch handwerkliche Fertigkeiten wie Spachteln vermittelt. Nach zweijährigem Bestehen der Malschule ist dies die erste Bilderschau.

Und noch weitere Hingucker hatte das Dorfmuseum zu bieten: Bei der Bilderschau stellte auch der Oytener Pensionär und Holzkünstler Reimer Jansen Werke aus den vergangenen 20 Jahren aus. Skulpturen aus Holz in Groß- und Kleinformaten waren als „Eckensteher“ oder „Groschengrab“ betitelt. „Ich arbeite gerne mit Holzabfällen. Holz ist ein spannender und entspannender Werkstoff“, sagt Reimer Jansen. In Verbindung mit Stein oder Metall verwende er auch gerne Gegenstände, die ihm per Zufall in die Hände fallen. „Skulpturistik hat mir zu meinem Beruf als Gymnasiallehrer immer einen guten Ausgleich geboten. Aber es ist ein reines Hobby“, sagte Jansen, der seine Werke zum ersten Mal öffentlich zeigte und sich über das große Interesse freute.

kr

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