Seelentröster und Bestatter

Uwe Mankowskis Tierfriedhof „Waldis Ruh“ bietet Raum für Trauernde

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Mitfühlend und familiär betreibt Uwe Mankowski den Tierfriedhof seit mehr als 30 Jahren. Die parkähnliche Anlage erstreckt sich über 3000 Quadratmeter.

Oyten - Von Elke Keppler. Menschen, die ein geliebtes Haustier verlieren, trauern genauso, wie Menschen, die einen Angehörigen begraben müssen. Und das oft jahrelang. Da kann es ein Trost sein, wenn sie eine feste Grabstelle für ihren Hund, ihre Katze, ihren Wellensittich oder ihre Schildkröte haben. „Viele sind im Nachhinein froh, ihr Tier nicht in die Tierkörperbeseitigungsanstalt, sprich Abdeckerei, gegeben zu haben. Ein Gedanke, der die meisten Menschen erschreckt“, sagt Uwe Mankowski. Er betreibt in Oyten den Tierfriedhof „Waldis Ruh“.

Viele haben keinen eigenen Garten, in dem sie ihren Liebling beerdigen können oder wohnen in Gebieten, in denen eine private Tierbestattung nicht erlaubt ist. Da ist es überaus hilfreich, dem verstorbenen Haustier auf dem Tierfriedhof seine letzte Ruhestätte bieten zu können.

Der idyllisch im ländlichen Ortsteil Lindheim gelegene Tierfriedhof besteht seit mehr als 30 Jahren. Er ist bei durchgängigen Öffnungszeiten über einen Privatweg zu erreichen. Tritt man durch das Tor im rückwärtigen Teil, glaubt man im ersten Moment auf einem herkömmlichen Friedhof zu sein – wären da nicht die überwiegend kleinformatigen Grabstellen.

Die sind aber nicht weniger liebevoll bepflanzt und hergerichtet als Gräber auf humanoiden Friedhöfen. Manche sind mit üppig blühenden Frühjahrsblumen verziert, andere mit akkurat gestutztem Buchs gesäumt, wiederum andere haben eine pflegeleichte Dauerbepflanzung. Im Mittelpunkt des Friedhofs ist ein Buchsrondell angelegt. In ihm thront ein mächtiger Bernhardiner aus Stein. Er steht für alle, die auf dem Oytener Tierfriedhof anonym beerdigt sind, deren Grabstätten sich auf den Rasenflächen befinden.

In der Mitte thront ein Bernhardiner aus Stein.

Auf vielen Gräbern finden sich Grablichter, schmückendes Beiwerk wie Engel, Herzchen oder Figuren aus Stein. Hin und wieder ist ein Hang zu Kitsch zu erkennen, wie es auch manchmal auf Friedhöfen für Homo Sapiens üblich ist. Uwe Mankowski mag es lieber schlichter. Es liegt ihm aber fern, den Hinterbliebenen bei der Auswahl ihrer Tiergräber Vorgaben zu machen. Er hat Respekt vor der Trauer, die Menschen empfinden, wenn sie ein geliebtes Haustier verlieren. Denn er kennt das aus eigener Erfahrung. Eine größere Grabstätte betreibt er für die Haustiere seiner eigenen Familie. Dort sind, neben Generationen von Hunden und Katzen, sogar eine Schildkröte und ein namenloser, aufgelesener toter Spatz beerdigt.

Es gibt aber auch Gräber, bei denen sind die Liegezeiten – in „Waldis Ruh“ auf vier Jahre festgesetzt –, abgelaufen. Die Hinterbliebenen wollten die Möglichkeit der Verlängerung nicht nutzen, oder sind selbst verstorben. Dann ebnet Mankowski die Grabstelle ein und vergibt sie gegebenenfalls neu. Wer die Zeitspanne für ein Tiergrab erweitert, zahlt einen Obolus, wie es auch sonst auf Friedhöfen üblich ist. „Es gibt viele, die lassen ihre Grabstätte seit 20 Jahren immer wieder verlängern und weinen immer noch, wenn sie sie besuchen. Das rührt mich sehr. Natürlich tröste ich dann auch.“ Andere hätten hier ihr erstes Tier und auch die darauffolgenden beerdigt.

Wer den Hund oder die Katze nach dem Ableben nicht in die Erde legen möchte, kann sein Tier in einem Tierkrematorium einäschern lassen und die Überreste in „Waldis Ruh“ bestatten lassen, erklärt Uwe Mankowski. Auf Wunsch setzt er kleine Grabsteine, meistens schön geformte Feldsteine, in die er selbst die Namen der verstorbenen Tiere schlägt. Und dann ist da noch das anonyme Gräberfeld auf dem weitläufigen Rasen. Auf einem Rondell unter einem Baum können die Trauernden Blumen ablegen, ganz so wie auf einem herkömmlichen Friedhof. Auf einem Plan ist jedes dieser Gräber mit einer Nummer gekennzeichnet. Gegenüber liegt der Garten der Erinnerung. Dort werden Tiere völlig anonym beigesetzt. Blühende Büsche umsäumen die Fläche und unterstreichen den parkähnlichen Charakter des Tierfriedhofs, der vor mehr als 30 Jahren mal ein alter Obstgarten war.

Kontakt Uwe Mankowski

www.waldis-ruh.de oder Tel. 0171/ 5458033

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