Schulausschuss bringt IGS-Ausbau bis zum Abitur auf den Weg

Oyten goes Oberstufe... – ein „historischer Moment“

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Das neue Jahrgangshaus der IGS Oyten wächst und soll im Sommer bezugsfertig sein.

Oyten - Von Petra Holthusen. „Wo sind der Sekt und die Schnittchen?“, strahlte Grünen-Fraktionschefin Christine Hempel in die Runde. Natürlich war die Frage nicht ernst gemeint, spiegelte am Mittwochabend in der Aula des Schulzentrums aber die euphorische Stimmung.

Soeben hatte der Schulausschuss des Gemeinderates einstimmig eine schulpolitische Entscheidung von großer Bedeutung gefällt: Die Gemeinde Oyten wird ihre IGS zum Jahr 2018 um eine gymnasiale Oberstufe erweitern, somit am Ort die Schullaufbahn bis zum Abitur ermöglichen – und dafür erneut viel Geld investieren. Etwa 70 Eltern, Schüler und Lehrkräfte im Zuhörerraumapplaudierten begeistert.

Die Zustimmung des Gemeinderates gilt nach dem einmütigen Schulausschuss-Votum quer durch alle Fraktionen als sicher. Danach wird Oyten bei der Landesschulbehörde die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe an der in Trägerschaft der Gemeinde befindlichen Integrierten Gesamtschule (IGS) zum 1. August 2018 beantragen. Denn in dem Sommer hat der Gründungsjahrgang der 2012 mit den ersten 155 Fünftklässlern gestarteten IGS Oyten die 10. Klasse absolviert und können also die ersten Abitur-Anwärter der Gesamtschule in die Oberstufe bis Klasse 13 übergehen.

Bis zur gut vorbereiteten Entscheidung am Mittwoch war hinter den Kulissen nicht nur politisch heftig um Finanzierungs- und Raumkonzepte gerungen worden, sondern hatte auch die Gemeindeverwaltung einen Berg an Vorarbeit geleistet. Fachbereichsleiter Daniel Moos referierte die Zahlen und Fakten, die ermittelt und erarbeitet worden waren, um alle Voraussetzungen für den Antrag beim Land auf Einrichtung einer Oberstufe zu erfüllen.

Laut Moos erbringt Oyten den Nachweis von geforderten mindestens 54 Schülern pro Oberstufen-Jahrgang für die Dauer von zehn Jahren – errechnet aus der Zahl der jetzigen Fünft- bis Achtklässler, die mit Gymnasialempfehlung an die IGS gekommen sind oder mit Realschulempfehlung, denn auch letztere peilen statistisch gesehen zu zwei Dritteln das Abitur an. 71% der Schüler in den jetzigen vier Jahrgängen haben, so Moos, Gymnasial- und Realschulempfehlungen – und „das reicht!“ Die zahlenmäßig gute Schülerprognose setzt sich im Leistungsbild der IGS-Schülerschaft fort: Von 155 Achtklässlern arbeiten zum Beispiel 101 auf erhöhtem und erweitertem Niveau. „Schülerzahlen und Leistungsbild rechtfertigen einen Antrag auf eine Oberstufe“, bekräftigte Moos.

Zu den Wanderungsbewegungen an der jungen Schule sagte Moos, dass zwar in den drei Jahren 20 Kinder von der IGS zum Gymnasium gewechselt, aber auch 18 vom Gymnasium an die IGS gekommen seien.

Eine weitere Voraussetzung für den Oberstufen-Antrag ist ein Raumkonzept. Minimal werden in Oyten acht bis neun Unterrichtsräume und ein Oberstufen-Lehrerzimmer benötigt. Die sollen im Gebäudebestand geschaffen und ausgebaut werden, unter anderem im jetzigen, dann zu verlegenden Kunst- und Werkbereich. Dafür hat Moos in einer groben Schätzung Kosten von 1,35 Mio. Euro ermittelt – sukzessive zu schultern bis 2019, wobei 2018 der Neubau eines Werkhauses für 730000 Euro der größte Brocken wäre.

„Die Oberstufe auf den Weg zu bringen“ – damit ging für Oytens Bürgermeister Manfred Cordes am Mittwoch „ein Herzenswunsch in Erfüllung“, denn: „Eine IGS ohne Oberstufe ist keine vollwertige IGS. Und wir brauchen die Oberstufe hier in Oyten.“

Von einem „historischen Moment“, um den man inmitten vieler Störfeuer lange gekämpft habe, sprach Grünen-Ratsfrau Christine Hempel. „Da steckt viel Geld drin – aber auch viel Herzblut“, unterstrich SPD-Kollege Volker Schröder. Sandra Röse lobte Daniel Moos: „Sie haben alle Zahlen geliefert, die den Bedenkenträgern den Boden entziehen. Das ist sehr befreiend. Wenn Eltern jetzt Sicherheit und Gewissheit über die Oberstufe haben, wird das Auswirkungen auf die Anmeldezahlen haben.“

Unklar ist jedoch weiter die (finanzielle) Beteiligung des Landkreises Verden, der eigentlich originärer Träger von Oberstufen ist.

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