Abwässer in Güllefässern transportiert

Druckrohrleitung leck: Schöne Schiete

Corpus Delicti: Bauhof-Mitarbeiter dichten das geborstene Druckrohr ab.
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Corpus Delicti: Bauhof-Mitarbeiter dichten das geborstene Druckrohr ab.

Oyten – Nur zwei Tage hatten der aus dem Oytener Bauamt weggewechselte Tiefbauspezialist Guido Kahle und sein Nachfolger Michael Bruns Zeit für die Übergabe von Amt und Aufgaben. Auf ein heikles Objekt, so Bruns, habe ihn Kahle in der kurzen Zeit aber gleich viermal sorgenvoll hingewiesen: „Wenn an der Druckrohrleitung auf dem letzten Stück zwischen Pumpwerk Wümmediele und Kläranlage mal was ist, haben wir ein echtes Problem.“ Die Vorhersage holte den neuen Tiefbauingenieur der Gemeinde schneller ein, als ihm lieb ist. Kaum war Kahle aus der Rathaustür, stellte sich das Problem nämlich ein: In Höhe Sagehorner Bahnhof riss die unterirdisch neben der K2 verlaufende Abwasserdruckrohrleitung – die Notreparatur läuft.

Vergangenen Freitag hatte ein Anwohner Fäkaliengeruch und die dazugehörige Brühe in einem Seitengraben gemeldet. „Uns war schnell klar, dass es was mit unserer Druckrohrleitung zu tun hat, weil die da in der Nähe verläuft“, so Vize-Verwaltungschef Axel Junge. Damit aus dem vermuteten Leck nicht weiter Abwasser ins Erdreich sickern konnte, wurde die Transporthauptleitung zum Klärwerk an der Schaphuser Dorfstraße am Pumpwerk Wümmediele abgeklemmt.

„Aber die Oytener gehen ja weiter auf Toilette“, wie Bauamtsmitarbeiter Bruns am Mittwochabend in einer politischen Ausschusssitzung im Rathaussaal schilderte. Abwasser fällt also an wie üblich – und das wird seit dem Ausfall des letzten Entsorgungsleitungsabschnitts jetzt an der Wümmediele in Güllefässer umgeleitet, in permanentem Pendelverkehr zur Kläranlage gefahren und dort wieder ins Schmutzwasserreinigungssystem gepumpt.

Lohnunternehmen für Abwasserabtransport engagiert

Mit dem manuellen Abwasserabtransport ist ein Lohnunternehmen beauftragt. „Stündlich bis zehnminütlich“, so Bruns, fahren Trecker mit Güllefässern und jeweils 18 Kubikmeter Abwasser an Bord vom Pumpwerk Wümmediele zur Kläranlage – Tag und Nacht. Die Kosten dafür gehen in die Tausende. Die Kanalanschlussnehmer merken von dem ganzen Malheur übrigens nichts.

Höchstes Lob zollt Bruns dem Team des gemeindeeigenen Bauhofs: Mit engagiertem Einsatz hätten die Kollegen die undichte Leitung aufgespürt, deren genaue Lage nach fast 40 Jahren in der Erde und mangels Unterlagen nahezu unbekannt gewesen sei. Nach Freilegung des Rohrs dichtete der Bauhof die Leckage provisorisch ab, am Donnerstagabend sollte das Ersatzteil für eine Reparaturlösung kommen. Ob und wann wieder Druck auf die Leitung gegeben werden kann, steht nach Worten von Vize-Verwaltungschef Junge noch nicht fest. Erneuert werden soll das betagte Rohr nicht – vielmehr soll nun Junge zufolge der schon länger ins Visier genommene Neubau einer weiteren Druckrohrleitung forciert werden.

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