Sanierung der Nordseite von St. Petri Oyten für 165000 Euro startet im Mai

Bauschäden nach Bausünden

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Erneuerungsbedürftig sind unter anderem die rissigen und löcherigen Klinkerfugen von St. Petri.

Oyten - Von Petra Holthusen. Nicht, dass der Kirche nicht jedes Geschöpf willkommen wäre. Aber dass in den bröckeligen Fugen vonSt. Petri die Wildbienen und Schwebfliegen Löcher bohren und nisten, geht doch zu weit. Schließlich weist das angegriffene Gemäuer auf der Nordseite der 1861 erbauten Kirche schon genug Schäden auf. Seit Jahren arbeitet die ev.-luth. Gemeinde auf eine Restaurierung hin. Jetzt ist St. Petri auf der Prioritätenliste der sanierungsbedürftigen Kirchengebäude im Kirchenkreis auf Platz 1 gerutscht und die Instandsetzungsarbeiten nahen.

Kosten in Höhe von 165000 Euro hat das landeskirchliche Amt für Bau- und Kunstpflege in Verden für die fachgerechte Restaurierung des Mauerwerks an der Wetterseite von St. Petri Oyten ermittelt. Erneuerungsbedürftig sind die Klinkerfugen: „Wenn das Fugenmaterial nicht zu den Steinen passt, nehmen diese Schaden“, wissen Klaus Voigt und Rainer Lüllmann vom Bauausschuss der St.-Petri-Gemeinde um die Bausünden der Vergangenheit, die für löcherige Fugen und sich auflösende Backsteine gesorgt haben. Feuchtigkeits- und Frostschäden im Gemäuer waren die Folge. Mit der Materialbestimmung für die neue Fugenmasse hat das Amt für Bau- und Kunstpflege eigens einen Gutachter beauftragt.

Gravierend ist die Rissbildung im Mauerwerk unterhalb des Kirchendachs. Nicht nur, dass hier Wasser eindringt – „das hat auch negative Auswirkungen auf die Statik des Gebäudes“, so Lüllmann. Grund für die Rissbildung sind Tragwerksveränderungen an der Dachkonstruktion, die beim Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zerbombten Teils der Kirche vorgenommen wurden. „Da fehlt die Verankerung. Der Wiederaufbau erfolgte damals natürlich mit einfachsten Mitteln“, schildert Voigt.

Für die Restaurierungs- und Instandsetzungsarbeiten an der St.-Petri-Kirche stellt die Landeskirche 130000 Euro zur Verfügung. Die Klosterkammer Hannover zahlt einen Zuschuss von 30000 Euro, der Kirchenkreis Verden steuert 4000 Euro bei, so dass für die ev. Gemeinde Oyten nur ein kleiner Eigenanteil zu finanzieren bleibt. Zusätzlich erhält die Kirchengemeinde von der Stiftung der Kreissparkasse Verden 5000 Euro für die fachgerechte Aufarbeitung der historischen hölzernen Portaltüren an der Nord- und der Südseite der Kirche. Die vier zweiflügeligen Außentüren sind reparaturbedürftig und müssen neu gestrichen werden. „Gerade auf der Nordseite verwittern die Türen doch tüchtig“, so Voigt.

Dank der Spende der Sparkassenstiftung kann außerdem der ursprüngliche Zustand der Bleiverglasung an dem denkmalgeschützten Kirchenbau wieder hergestellt werden. Denn dass vor etwa 60 Jahren einige kaputte Scheiben in den großen Fenstern einfach durch Klarglas ersetzt wurden, ist den Baufachleuten von St. Petri ein Dorn im Auge: „Das passt doch überhaupt nicht ins Bild.“

Zurzeit vergibt das Amt für Bau- und Kunstpflege als bauüberwachende Behörde unter Federführung von Alexander Reuter die Aufträge für die Sanierungsarbeiten, für die die St.-Petri-Kirche an der Nordseite eingerüstet wird. Baubeginn soll laut Reuter im Mai sein.

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