Sieg gegen SPD-Bewerber Heiko Oetjen

CDU-Kandidatin gewinnt Stichwahl: Sandra Röse wird Bürgermeisterin

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Sandra Röse (48) wird neue Bürgermeisterin in Oyten. Zu den ersten Gratulanten der erfolgreichen CDU-Kandidatin gehörte am Abend Amtsinhaber Manfred Cordes (SPD), der Ende Oktober nach 18 Jahren in den Ruhestand geht.

Oyten - Punkt 18.41 Uhr brandete Jubel auf im proppevollen Wahlparty-Lokal „Korfu“ – und die bekennende Schnellrednerin Sandra Röse war womöglich zum ersten Mal in ihrem Leben sprachlos. „Ich bin überwältigt“, brachte sie schließlich in der erdrückenden Menge der Gratulanten hervor.

Mit deutlichen 68,53 Prozent Wählerzustimmung gewann die CDU-Kandidatin am Sonntag in Oyten die Bürgermeisterstichwahl gegen SPD-Mitbewerber Heiko Oetjen. Dessen 31,47 Prozent bedeuteten für den Bassener nach 28 Jahren Kommunalpolitik eine herbe persönliche und politische Niederlage, aus der der SPD-Fraktionschef auf Gemeinde- und Kreisebene vemutlich Konsequenzen ziehen wird.

Am 1. November wird Sandra Röse (48) als neue hauptamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Oyten die Nachfolge des langjährigen Amtsinhabers Manfred Cordes (SPD) antreten und ihre berufliche Tätigkeit als Unternehmensberaterin gegen den Chefsessel im Oytener Rathaus eintauschen. Mit Röse wird zum ersten Mal eine Frau an der Spitze der Gemeindeverwaltung stehen und dazu das höchste repräsentative Amt bekleiden.

Drei Wochen nach der Bürgermeisterwahl, bei der Röse bereits den größten Wählerzuspruch erhalten, aber noch nicht mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich hatte vereinigen können, musste jetzt die Entscheidung in der Stichwahl zwischen den beiden stimmstärksten Bewerbern fallen. 13.060 Wahlberechtigte waren dafür nochmal an die Urnen gerufen, und fast jeder zweite gab seine Stimme ab – die Wahlbeteiligung lag bei 48,94 Prozent. 4353 der 6352 abgegebenen gültigen Stimmen entfielen auf Sandra Röse, 1999 auf Heiko Oetjen. Während Röse im Vergleich zum ersten Wahlgang noch Stimmen dazu gewinnen konnte, war es Oetjen nicht gelungen, seine Wähler zu mobilisieren oder gar neue zu überzeugen: Er erhielt nicht nur fast 700 Stimmen weniger als im Mai, sondern verlor diesmal sogar noch zwei „seiner“ drei Bassener Stimmbezirke an Röse. Nur Bassen I ging mit 51,66 Prozent knapp an das Bassener Urgestein – die anderen 17 Wahlbezirke gewann die Sagehorner CDU-Ratsfrau, teils mit über 80 Prozent.

Während Röse im „Korfu“ mit Familie und Parteifreunden feierte und die Schlange ihrer Gratulanten – darunter Bürgermeister Manfred Cordes, der Achimer Amtskollege Rainer Ditzfeld, Ratskollegen von Grünen und FDP, Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt und Landtagsabgeordneter Axel Miesner – kein Ende nehmen wollte, herrschte bei der SPD im „Alten Krug“ gedrückte Stimmung in kleiner Runde. „Vor drei Wochen war das ein Schock, heute hält sich die Überraschung in Grenzen“, sagte Heiko Oetjen. Was ihn persönlich sehr treffe, seien seine Ergebnisse in Bassen. Für die nächsten vier Wochen habe er sich bei seiner Fraktion erstmal abgemeldet, so Oetjen. Die Sommerpause werde er dann nutzen, um in Ruhe zusammen mit seiner Familie zu entscheiden, wie es für ihn politisch weitergehe. „Wer zur Wahl antritt, kann auch verlieren – das ist Demokratie“, bemühte sich der 51-Jährige um Fassung. Selbstverständlich habe er Sandra Röse sofort gratuliert.

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