Saison am Oyter See gut angelaufen / Hundestrand findet Fürsprecher/Wasserwacht leistet Ersthilfe bei schwerem Unfall

Blumen im Vorgarten und Hund am Strand

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Die Brüder Maximilian, Vincent und Constantin Gerke, hier mit Freund Ben Weber – und Labrador-Mix Jack mittendrin.

Oyten - Von Lisa Duncan. Jack springt aus dem See und schüttelt sich, so dass die Wassertropfen pfeilschnell um ihn herum wirbeln. Der zehn Monate alte Mix aus Labrador und Schweizer Schäferhund liebt es, hinter dem Stock her zu tauchen, den Maximilian Gerke immer wieder ins Wasser wirft. Der Junge besucht mit seinen Brüdern Constantin und Vincent den Oyter See. Hinter der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes, jenseits des Schwimmerbereichs, tollen die Geschwister mit dem fröhlichen Vierbeiner herum.

Deren Mutter Vivien Gerke freut sich, dass es nun möglich ist, dort Spaziergänge mit dem Hund zu unternehmen, seit der Inhaber, Knaus Campingparks, das Hundeverbot gekippt hat (wir berichteten). „Ich begrüße das natürlich. Aber ich kann es auch verstehen, dass die Hunde hier angeleint bleiben sollen. Denn egal, wie gut erzogen ein Hund ist: Kinder wissen oft nicht, wie sie sich gegenüber Hunden verhalten sollen. Und auf Aktion folgt bei Tieren eine Reaktion.“ Bestimmt zwei- bis dreimal die Woche kommt die Oytenerin mit den Kindern zum See. Die Familie wohnt in der Nachbarschaft. „Ich finde es einfach traumhaft schön“, sagt die in der Reisebranche Beschäftigte und lobt die Wasserqualität, die Parkmöglichkeiten und „Ankes Imbiss“. Zudem schätzt Gerke, die froh ist, dass die Wasserski-Anlage am See nicht gebaut wurde, die Naturbelassenheit.

Campingmanager Sven Zornow gibt zu, dass er sich hinsichtlich der Wasserski-Pläne auch anfangs skeptisch zeigte. Nun sagt er: „Ich wäre sehr dafür gewesen.“ Nachdem er sich das genauer angeschaut hatte, sei er mehr und mehr vom Konzept überzeugt gewesen. „Das hätte noch mehr Leben an den See gebracht. Außerdem wäre es nur im hinteren Bereich gewesen, das hätte dem Schwimmbetrieb nicht geschadet.“

In diesem Gebiet soll bald laut Regional-Campmanager Wilhelm Has ein Hundestrand eingerichtet werden. Im Nordseebad Eckwarderhörne auf Butjadingen habe man dies vor einem Jahr erfolgreich eingeführt. „Sicher gibt es eine Übergangsphase, da muss sich der eine an den anderen gewöhnen“, meint Has.

Zornow ist nicht nur für den See mit 3,5 Kilometer Umfang und 1,1 Kilometer Durchmesser zuständig, sondern in erster Linie auch für den Campingpark mit etwa 200 Plätzen. Der Oytener, der selbst seit Kindertagen hier sein zweites Zuhause hatte, arbeitet seit neun Jahren für Knaus Campingparks. Die Saison, die im April beginnt, sei gut angelaufen. 1400 Übernachtungen gab es im Juli. Das Gros setze sich aus Kurzurlaubern zusammen, aber es gibt auch 93 Dauercamper.

Dazu gehört etwa Andree Mertens. „Man wird hier gut aufgenommen und ist immer gleich dabei“, lobt er die Gemeinschaft auf dem Platz. Seine Töchter Lea (13) und Katarina (16) seien etwa gut mit Zornows Nachwuchs (André, René und Joline) befreundet. Seit fünf Jahren kommt der Tarmstedter mit Familie und Labrador Bella zum Urlaub machen auf den Campingplatz in Oyten. Um notfalls ein Auge auf seine Sittich- und Papageienzucht zu haben, wolle er im Sommer nicht so weit weg fahren. „Sobald das Wetter es zulässt, bin ich an den Wochenenden hier“, sagt er und fügt hinzu: „Wenn ich jetzt sogar die Möglichkeit habe, mit Hund um den See zu laufen, mache ich das gerne.“

Sergej Tjart kommt mit Ehefrau Olesja und den Söhnen Michael (13), Alexander (10) und Felix (6) bereits in der dritten Saison nach Oyten zum Camping. In dieser Zeit haben sie sich ein kleines Paradies aufgebaut – mit Blumenrabatten, gepflegtem Rasen, Wohnzelt und eigener Terrasse. Alexander Tjart spielt am liebsten Fußball vor dem Sommer-Domizil der Eltern. „Hierher zu fahren ist bequem, nur eineinhalb Stunden Fahrt von Bremen aus“, sagt Vater Sergej Tjart.

Als Tages-Badegäste sind Martina de Han mit ihren Kindern Luna (3 Jahre) und Luuk (7) hergekommen. „Ich war schon dreimal im Wasser“, freut sich Luuk und deutet auf seinen aufblasbaren Hai, den er beim Planschen im Nichtschwimmerbereich immer dabei hat.

Ein gutes Stück dahinter, aber immer noch deutlich in Sichtweite, befindet sich die Wasserwacht-Station des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die an diesem Vormittag mit Oscar Knitschky (16), Tjard Schmidt (16) und Daniel Bauer (14) besetzt ist. „Vor zwei Wochen ist ein Mann hinten vom Steg gesprungen und hat sich dabei den zweiten und dritten Halswirbel gebrochen“, erzählt Knitschky. Um die Verletzung zu schienen, hätten die Ersthelfer ihn auf ein schwimmendes „Spineboard“ geschnallt. Dann sei er mit einem eilig alarmierten Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden. Ein nicht alltäglicher Einsatz, weiß der Achimer, der den ehrenamtlichen Sommerjob am See seit rund zwei Jahren macht. „Meistens müssen wir nur mit Pflastern aushelfen, zum Beispiel, wenn jemand in eine Glasscherbe getreten ist.“

Dass Leute nicht achtlos ihren Müll am See-Ufer herumliegen lassen, dafür trägt auch Sven Zornow Sorge. Und abgesehen von gelegentlichen Vorfällen, seien die meisten See-Besucher verträgliche Menschen, die keinen Dreck hinterließen, so der Campmanager. Was für den Uferbereich gelte, sei auch für die Wasserqualität gewährleistet, sagt Zornow. Alle zwei Monate werde sie von Experten überprüft. Algenbefall sei wegen der Tiefe des Sees auch bei großer Hitze unwahrscheinlich: „Selbst wenn alle anderen Seen umkippen, ist der hier noch sauber.“

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