Erst Test, dann Fest

Sagehorner feiern mit Fotoabend und Königskorso

Bilderabend beim Schützenverein Sagehorn
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Der Bilderabend beim Schützenverein Sagehorn stieß auf einiges Interesse im Ort.

Sagehorn – So ganz ohne Feier – das geht nicht, hatten die Verantwortlichen des Schützenvereins Sagehorn vor Wochen beschlossen. Nachdem schon im vergangenen Corona-Jahr alle festlichen Zusammenkünfte flachgefallen waren, hatte sich der Schützenvorstand für das traditionelle Schützenfest-Wochenende in diesem Jahr jetzt etwas Besonderes überlegt, das sich mit der Pandemie-Situation vereinbaren ließ: Am Freitagabend waren alle Interessierten aus dem Ort zu einem unterhaltsamen Bilderabend über Alt-Sagehorn in die geräumige alte Tennishalle am Schwarzen Weg eingeladen und am späten Samstagnachmittag dann die 138 Schützen zu einer vereinsinternen Wiedersehensfeier.

Dabei sein konnten alle, die tagesaktuell negativ auf das Coronavirus getestet waren. Deshalb hatten Schützenchefin Beate Böse und ihre Mitstreiter eigens das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit einer Teststation engagiert. „Vor Beginn der jeweiligen Veranstaltung in der Tennishalle mussten alle Besucher einen Negativ-Testnachweis vorlegen, auch die Geimpften und Genesenen. Dass sich alle vor einer Ansteckung sicher fühlen und die Veranstaltungen mit einem guten Gefühl besuchen konnten, das war uns sehr wichtig“, betont Beate Böse.

Schon Wochen vorher hatte der Vorstand des Schützenvereins Sagehorn die Köpfe zusammengesteckt und überlegt, wie das Schützenfest-Wochenende sicher gefeiert werden könnte. Dass anders gefeiert werden müsste als gewohnt, war allen Beteiligten klar. Aber „wir wollten unseren Vereinsmitgliedern etwas anbieten, um ein Zeichen zu setzen, dass wir noch da sind“, erklärt Beate Böse.

In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises traf der Schützenvorstand der Pandemie angemessene Vorkehrungen. Dazu gehörte, dass kein Gast an Stefan Asendorf vorbeikam. Der Vorsitzende des DRK Ottersberg hatte zusammen mit Helferinnen des DRK in der Sagehorner Schützenhalle eine Teststation aufgebaut, um alle Besucher auf das Coronavirus zu testen, bevor es in die angrenzende Veranstaltungshalle ging.

Eine große Überraschung gab es am Samstagnachmittag für die seit 2019 amtierenden Schützenmajestäten. Klammheimlich hatte Beate Böse zusammen mit Angehörigen der Könige und Königinnen deren feierliche Abholung von zu Hause organisiert. So wurden König Matthias Pohlmann und seine Schwester, Königin Bettina Pohlmann, sowie die weiteren Majestäten vor ihren Haustüren eingesammelt. Sie nahmen in einem offenen Planwagen Platz, der von einem Trecker gezogen wurde und sie zur Schützenhalle kutschierte. Hier wartete der Spielmannszug Baden-Sagehorn, um das Königshaus musikalisch zu empfangen, bevor die Wiedersehensparty nach Corona-Regeln startete.

Auf das Ausschießen eines neuen Königshauses verzichteten die Sagehorner allerdings nochmal. Die seit 2019 amtierenden Majestäten erklärten sich nach Worten von Beate Böse bereit, noch ein weiteres Jahr zu regieren.

Bereits am Freitagabend hatten Gunther Theis und Peter Köster, die seit Jahren alte Fotoaufnahmen aus Sagehorn sammeln, in der gut besuchten Festhalle einen Teil ihres Bilderarchivs präsentiert. 260 Fotos aus der Zeit von den 1920er- bis 1980er-Jahren zeigten und erläuterten die beiden Sagehorner an dem Abend. „Neben Gebäudeansichten stellen wir Bilder aus dem Vereinsleben vor – wie vom Schützenverein Sagehorn, dem Spielmannszug und dem ehemaligen TSV Sagehorn, der 1921 als TSS Sagehorn gegründet worden war“, erklärte Peter Köster. „Außerdem existierte in Sagehorn ein Eisenbahnverein, der eine Sozialeinrichtung war und erst viel später nach Ende des Zweiten Weltkrieges im Bundesbahnsozialwerk aufging“, so Köster.

Des Weiteren zeigten Theis und Köster historische Aufnahmen vom Vereinsleben des Liederfreunds Sagehorn und von den Erntefesten, die der Chor im Ort organisierte. Bei vielen Schnappschüssen schwelgten die Besucher in Erinnerungen – wie bei dem lustigen Foto von einem selbst gebauten Kamel, das die Sagehorner Schützen in den 1960er-Jahren nach der Maifeier in Fischerhude im Graben gefunden, mit einem Schlepper herausgezogen und für ihr Schützenfest wieder hergerichtet hatten. So manche Gäste des Fotoabends entdeckten sich als Kinder oder Jugendliche auf den Bildern wieder.

„Peter und ich kennen uns schon lange. Vor drei Jahren haben wir angefangen, für unser Archivprojekt alte Fotos, Dokumente und Urkunden aus Sagehorn zu sammeln“, schilderte Gunther Theis. Durch öffentliche Aufrufe sei ihre Bildersammlung gewachsen auf inzwischen mehrere tausend Fotos, „die wir alle digitalisiert haben“, so Theis.

Tobias Woelki

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