Bürgerversammlung zum Dorfwettbewerb gut besucht

Sagehorn soll mehr sein als das Dorf zwischen den Gleisen

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Gut besucht war die erste Bürgerveranstaltung zur Sagehorner Dorfentwicklung. 

Sagehorn - „Was will das Dorf?“ Unter diesem Motto hatten die Sagehorner Ratsmitglieder Günter Block-Osmers, Reinhard Lueßen und Hermann Wahlers als Initiatoren der Sagehorner Teilnahme am Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ am Montagabend die Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung ins Sagehorner Schützenhaus gebeten – und mit diesem Aufruf zahlreiche Interessierte, darunter auch viele junge Leute, angelockt.

Den Dörfer-Wettbewerb nehmen die Ortspolitiker zum Anlass, mit möglichst vielen Einwohnerinnen und Einwohnern zusammen Ideen für eine zukunftsträchtige Dorfentwicklung zu entwickeln und umzusetzen. Sich gemeinsam über die Zukunft Sagehorns Gedanken zu machen, um die Lebensqualität in der Ortschaft zu erhalten und zu verbessern – das ist das oberste Ziel. Den Rahmen dafür bietet der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, für den es nach vorgegebenen Kriterien die Bewerbung zu erarbeiten gilt.

Aus verschiedenen Arbeitsgruppentreffen brachten die Initiatoren zur Bürgerveranstaltung schon erste Ideen zur Attraktivierung Sagehorns mit und regten die Anwesenden an, eigene Vorschläge zu machen.

„Sagehorn sollte mehr sein als das Dorf zwischen den Gleisen und sich nicht ausschließlich über den Bahnhof definieren“, sagte Block-Osmers und stellte den Wettbewerb des Landkreises Verden vor, der alle drei Jahre mit der Zielsetzung ausgelobt wird, dass sich Bürger Gedanken über die Zukunft ihrer Dörfer machen. 3000 Euro gäbe es dabei zu gewinnen. Der eigentliche Gewinn für Sagehorn sei aber ungleich höher, weil durch die Umsetzung von Ideen mehr Lebensqualität entstünde. Bei diesem Wettbewerb gehe es nicht wie bei früheren Ausschreibungen um die Schönheit der Dörfer, sondern um den gemeinschaftlichen Zusammenhalt, um den Erhalt baulicher Bestände, die Nahversorgung, das soziale und kulturelle Leben und um wirtschaftliche Entwicklung – kurzum: um das Gemeinwohl. Der Wettbewerb solle als Anstoß gesehen werden, den Ort generationsübergreifend lebensinteressanter zu machen. Und es gäbe durchaus Potenzial, führte auch Hermann Wahlers aus und betonte, dass die Findung eines neuen Sagehorner Leitbildes völlig zwanglos, dafür aber umso nachhaltiger ablaufen solle. Es gehe nicht darum, sofort etwas zu bauen, sondern sich in der Gemeinschaft darüber Gedanken zu machen, was sinnvoll und umsetzbar sei.

„Wünschenswert wäre ein Kiosk“

Wortmeldungen gingen gezielt einige Themen wie die Aufgabe des alten Bahnhofs, den Abriss der Tennishalle und den Neubau der Bahnhaltestelle an. Wünschenswert wäre ein Kiosk, hieß es, der würde sicherlich laufen und der Bedarf sei gegeben. Aus den Reihen des Schützenvereins, der mit der Tennishalle seinen Veranstaltungsort verliert, wurde der Wunsch nach einer neuen, kleineren Halle laut. Die ließe sich möglicherweise vielfältig nutzen. Eine Realisierung sei aber noch völlig offen und von Unterstützung abhängig.

Margret Lueßen regte eine Gewerbefeststellung an. „Es gibt das eine oder andere Kleingewerbe. Man sollte mal ermitteln, was es alles gibt, um einen Überblick zu haben. Vielleicht haben wir ja wirklich mehr als bekannt ist“.

Auch die Zukunft der sogenannten „Villa Rotstein“, früher Bahnwärterhaus, heute Obdachlosen-Unterkunft der Gemeinde, wurde angesprochen. Daraus, so hieß es, ließe sich ein präsentables Dorfgemeinschaftshaus machen, zumal das Gebäude mitten im Ort läge, nicht zu groß und nicht zu klein sei und auch noch die Zick-Zack-Brücke direkt vor der Haustür hätte.

Anderen Sagehornern war wichtig, den Durchgangsverkehr aus dem Ort zu nehmen. Die Anbindung „Am Moor“ werde immer wieder gerne als Schleichweg genommen, so wurde beklagt.

Natürlich wurde in der Diskussion hier und da auch mal vom Thema abgewichen. Die drei Moderatoren Block-Osmers, Lueßen und Wahlers schafften es aber mühelos, die Anwesenden auf den Kernpunkt zu fokussieren. „Sagehorn mit seinen 1700 Einwohnern sollte sich klar positionieren und seine Zukunft selbst bestimmen“, war der Tenor der rührigen Arbeitsgruppe. 

kr

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