Bürgerinitiative gegen DEA-Messungen

Rotes X hält Einzug in Bassen

Das rote X als Symbol des Widerstands und der Ablehnung steht für stopp: Auf diesem Grund und Boden sind seismische Messungen der DEA zur Erkundung von Erdgaslagerstätten unerwünscht. Jetzt wächst der Wald der roten X-e weiter Richtung Bassen, wo sich ebenfalls eine Bürgerinitiative formiert hat. - Foto: „NoMoorGas“
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Das rote X als Symbol des Widerstands und der Ablehnung steht für stopp: Auf diesem Grund und Boden sind seismische Messungen der DEA zur Erkundung von Erdgaslagerstätten unerwünscht. Jetzt wächst der Wald der roten X-e weiter Richtung Bassen, wo sich ebenfalls eine Bürgerinitiative formiert hat.

Bassen - Der Wald der roten X-e wächst. Bislang signalisieren die Kreuze in zunehmender Zahl vor allem auf Flächen und an Straßen im Großraum Thedinghausen/Langwedel dem Gasförderbetrieb Deutsche Erdöl AG (DEA), dass er hier nicht (mehr) willkommen ist. Als Stoppsignal und Ausdruck des Widerstands von Bürgern gegen die geplanten Erkundungen möglicher neuer Gasförderstellen unter anderem auch in den Gemeindegebieten von Oyten und Ottersberg sollen nun auch im Norden des Kreises die roten X-e künftig zum Landschaftsbild gehören. Daran will die Bürgerinitiative „Keine Erdgasförderung in der Gemeinde Oyten“ mitarbeiten, die sich ganz frisch in Bassen gegründet hat.

Die Region ist in Aufruhr, seit die DEA angekündigt hat, im Januar/Februar nächsten Jahres auf acht Messlinien in den Landkreisen Verden, Osterholz, Rotenburg und Diepholz mit sogenannten Vibro-Trucks seismische Untersuchungen zum Aufspüren weiterer Erdgaslagerstätten für eine mögliche spätere Förderung zu starten. Beim Abfahren der Messlinien stoppen die tonnenschweren Vibro-Trucks in regelmäßigen Abständen, damit die an der Unterseite der Spezialfahrzeuge angebrachten Vibrationsplatten die für die Messungen benötigten Schallwellen tief ins Innere der Erde aussenden können. Das ist mit Erschütterungen verbunden. Die grundsätzliche Erlaubnis für diese „Aufsuchungsarbeiten“ hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) der DEA erteilt.

In den Gemeinden aber formiert sich Widerstand. Die Kommunen Oyten und Ottersberg haben der DEA die Erlaubnis, mit den Vibro-Trucks gemeindeeigene Straßen und Flächen zu benutzen, verweigert (wir berichteten). Auch private Grundstückseigentümer machen von diesem Recht Gebrauch.

Für den Bereich Grasberg/Lilienthal hat sich die Bürgerinitiative „NoMoorGas – Keine Erdgasförderung in unserer Region“ gegründet, die sich zu einem überregionalen Protestbündnis auswächst. So haben sich die Ottersberger Aktivisten unter dem Dach von „NoMoorGas“ mit organisiert und bieten über die Internetseite der Bürgerinitiative neben Unterschriftenlisten auch die Produktion roter X-e an: Auf dem Losberghof an der Quelkhorner Landstraße 16 in Quelkhorn stehen X-e in der Einfahrt zum Abholen bereit.

Als Gründer der Bassener Bürgerinitiative haben sich erste drei Familien zusammengefunden, die vorige Woche mit dem Sammeln von Unterschriften begonnen haben, Aktivitäten wie den Bau roter X-e und einen Bürgerinformationsabend planen und die um Mitstreiter werben. Das berichtet Sprecherin Annika Heinrichs. Die 35-jährige Bassenerin befürchtet nach ihren Worten Umweltschäden durch die industrielle Gasförderung, vor allem „die Verseuchung von Boden und Trinkwasser“, und sie sorgt sich „um die Zukunft meiner Kinder“. Eine Häufung von Krebsfällen im Kreis Rotenburg und die Erdbeben im Bereich Langwedel, die in Zusammenhang mit dortigen Bohrstellen gebracht werden, sind für sie Antrieb, die geplanten Aktivitäten der DEA in ihrem Heimatort unbedingt zu verhindern: „Wir müssen dagegen kämpfen.“

In Bassener Geschäften und im Kindergarten sowie in Oytener Geschäften haben Annika Heinrichs und ihre Mitstreiter Unterschriftenlisten ausgelegt, deren Unterzeichner sich gegen die Pläne der DEA aussprechen und ihre gewählten Volksvertreter zum Handeln aufrufen, um jegliche Aktivitäten zur Erdgasexploration und -förderung zu unterbinden. Vor der Schule, beim Fußball auf dem Sportplatz und an Haustüren haben die Bassener Protestler persönlich um Unterschriften geworben. „Mittlerweile hat sich das gut rumgesprochen – die Menschen sind alarmiert“, stellt Annika Heinrichs fest. Auch ihre Initiative hat sich mit „NoMoorGas“ in Grasberg vernetzt – um in einem effektiven großen Bündnis mitzuwirken und um bereits vorhandene Ressourcen zu nutzen. So wird beispielsweise auf der Seite www.NoMoorGas.de die Widerrufserklärung einer Einwilligung gegenüber der DEA schon zur Verfügung gestellt. Verbotsschilder, die Grundeigentümer auf ihren Flächen aufstellen können, lassen die Bassener gerade drucken, und Annika Heinrichs hofft, „dass insbesondere viele Landwirte mitmachen und die DEA nicht auf ihre Flächen lassen“. Wo die Schilder abgeholt werden können, will die Bassener Initiative in Kürze bekanntgeben, ebenso Termine zum Bau und Aufstellen von roten X-en und für einen Infoabend vor Ort. Interessierte Mitmacher erreichen das Bassener Bündnis per E-Mail: NoGas-BI-Bassen-Oyten@web.de. 

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Unterdessen haben sich mehrere Erdbeben am 20. November 2019 im Landkreis Verden ereignet. Um 18.28 Uhr bebte in Verden erstmals für einen kurzen Moment die Erde. Zwei weitere Erdstöße folgten bis in den späten Abend.

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