CDU-Kandidatin und SPD-Bewerber in Stichwahl

Bürgermeisterwahl Oyten: Röse euphorisch – Oetjen enttäuscht

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Euphorisch: Sandra Röse mit Ehemann Christian (re.) und CDU-Parteichef Ehlers.

Oyten - Von Petra Holthusen. Als mit Oyterdamm der erste von 18 Wahlbezirken ausgezählt ist, brandet Jubel auf bei der CDU-Wahlparty im proppevollen Lokal „Korfu“: 60,82 Prozent für Sandra Röse. „Ich nehme die Wahl an“, sagt die christdemokratische Bürgermeisterkandidatin trocken. Zu diesem frühen Zeitpunkt natürlich ein Scherz.

Am Ende des Abends ist Röse ihrem Ziel, Bürgermeisterin der Gemeinde Oyten zu werden, einen Riesenschritt näher gekommen: Sensationelle 45,49 Prozent holt sie im ersten Wahlgang. Mit diesem Ergebnis (insgesamt 3909 Stimmen) tritt Röse in drei Wochen bei der Stichwahl gegen SPD-Bürgermeisterkandidat Heiko Oetjen an (31,32 Prozent). Grünen-Bewerber Björn Meyer (17,67 Prozent) sowie Kandidat Jens Marten (5,53 Prozent) sind aus dem Rennen.

Röses Stimmungslage am späten Abend: „Euphorisch!“ Ihr Wahlergebnis sei so viel besser, als sie zu hoffen gewagt habe, und sie sei „sehr, sehr glücklich“, sagte die 48-Jährige. Ihren Wahlerfolg führe sie auf ihre „ganz andere Ansprache“ der Wähler zurück. Jetzt sei in ihrem Wahlteam Vollgas angesagt für die Stichwahl am 16. Juni.

Enttäuscht: Heiko Oetjen (re.) mit Unterstützern aus seinem Wahlteam.

Heiko Oetjen erhielt mit 2691 Stimmen die zweitgrößte Wählerzustimmung – die allerdings deutlich geringer ausfiel als von der SPD erwartet. Nur drei von 18 Stimmbezirken, nämlich die drei in seinem Heimatort Bassen, konnte der SPD-Fraktionsvorsitzende vor Röse gewinnen. Oetjen hatte sich ein deutlich besseres Ergebnis erhofft und zeigte sich enttäuscht: „Das ist natürlich ein Schlag ins Kontor.“ Die Abstürze seiner Partei in Europa und Bremen seien sicher nicht hilfreich gewesen: „Der Trend ist nicht unser ,friend’“, sagte Oetjen, gab sich aber kämpferisch: „Nach der Wahl ist vor der Wahl, die Karten werden zur Stichwahl neu gemischt. 23 Prozent der Wählerstimmen sind jetzt neu zu verteilen.“ Stammwähler gelte es dafür ebenso zu mobilisieren wie bisherige Nichtwähler.

Die Grünen um Kandidat Björn Meyer (4.v.re.) trösten sich mit ihrem Europa-Ergebnis.

Grünen-Kandidat Björn Meyer sammelte 1518 Stimmen und fand es „superschade, dass wir diese wichtige Position im Rathaus nicht grün besetzen konnten“. Zumindest auf die Stichwahl habe er gehofft. Jetzt werde er als Grünen-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat weiter Politik für Klimaschutz machen, kündigte Meyer an. Die Grünen trösteten sich mit den Ergebnissen der Wahl zum Europäischen Parlament: „Zweitstärkste Kraft in Europa!“ – das sorgte schon am frühen Abend für Sektlaune im Hause der Oytener Grünen-Politikerin Karin Labinsky-Meyer. Überhaupt seien die Grünen sehr stolz, prozentual ihr bestes Wahlergebnis in Oyten erzielt zu haben, vor allem auch mit Blick auf Europa.

Unter ferner liefen kam der freie Kandidat Jens Marten ins Ziel: Der AfD-Ratsherr sammelte 475 Stimmen bei der Bürgermeisterwahl. Für eine persönliche Stellungnahme stand Marten nicht zur Verfügung, ließ aber seine Enttäuschung ausrichten.

Die Beteiligung bei der Bürgermeisterwahl lag gemeindeweit bei 66,58 Prozent.

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