Sieben Oytener Betriebe starten mit Aktionstag in Gesundheitsförderprogramm

Der Ratssaal als Fitnesstempel

Der stellvertretende Oytener Bürgermeister Heiko Oetjen bedankte sich bei den Organisatorinnen des Gesundheitstages, Daniela Bessen vom Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (links) und Mandy Köhrmann von der Barmer GEK. - Fotos: Sommerfeld

Oyten - Im Oytener Rathaussaal wurde mal nicht diskutiert – sondern trainiert. Statt Reden wurden Bälle und Bänder geschwungen, im Foyer lief Gehirnjogging und draußen am See floss der Schweiß in Strömen. Alles in entspannter Atmosphäre – es wurde viel gelacht, aber auch konzentriert gearbeitet.

Das Rathaus war Schauplatz des ersten gemeinsamen Gesundheitstages von sieben Betrieben aus dem Gewerbepark Oyten A 1. Rund 400 Mitarbeiter nahmen an diesem Auftakt zu einem betrieblichen Gesundheitsförderprogramm teil, das der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) und die Barmer Ersatzkasse veranstalten. Oytens stellvertretender Bürgermeister Heiko Oetjen eröffnete den Gesundheitstag: „Das ist ein Pilotprojekt im Landkreis Verden und sogar in Niedersachsen. Die Gemeinde findet das Projekt sinnvoll – deshalb stellen wir das Rathaus zur Verfügung.“

Daniela Bessen als Vertreterin der Mittelstandsvereinigung erklärte: „In Oyten hat sich die siebte Betriebsnachbarschaft bundesweit gegründet. Heute werden an verschiedenen Ständen Angebote für die betriebliche Gesundheitsförderung vorgestellt. Wir hoffen, dass das Projekt weiterhin Bestand hat.“ Marion Kiefer von der Barmer GEK in Bremen sieht das Projekt als Hilfestellung für Betriebe: „Wir unterstützen bei der Gesundheitsprävention.“ Die sei sehr wichtig, doch stehe sie in vielen Firmen weit unten auf der Prioritätenliste – „anders als es bei Ihnen hier der Fall ist.“

Andreas Lakemann (links) ist mit Ralf Kösters Reaktionsschnelligkeit zufrieden.

Mitmachen war ausdrücklich erwünscht gestern, und das ließen sich die Arbeitnehmer aus den teilnehmenden Oytener Unternehmen nicht zweimal sagen. Im Ratssaal trainierten sie Koordination, Kraft und Ausdauer; warfen und fingen Bälle, während sie auf einem Bein auf einer weichen Matte balancierten; probierten seitliche Liegestütze und dehnten elastische Bänder, bis die Arme gaaanz nach oben gestreckt waren. Im Foyer informierten sich die Teilnehmer über gesundes Mineralwasser, gute Ernährung, die aktive Minipause und vieles mehr. Sie testeten ihre Augen und Ohren – und auch ihre Reaktion. Das auf einem unscheinbaren Brett, das mit einem Tablet verbunden war und vorgab, welches Feld mit welchem Fuß berührt werden sollte. „Eine gute Möglichkeit, das Gehirn zu trainieren“, so Andreas Lakemann von der Barmer GEK.

Draußen am Rathaussee war dann Gelegenheit, einen Fitnesscheck zu absolvieren: beim Sechs-Minuten-Lauf, bei Koordinationsübungen, beim Training für Rücken- und Bauchmuskeln.

Das Projekt „GeMit – Gesunder Mittelstand Deutschland“, das das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung und der BVMW gemeinsam anbieten, wird noch zwei Jahre lang vom Bundesministerium für Arbeit gefördert und von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin fachlich begleitet. „Damit auch kleinere und mittlere Unternehmen davon profitieren können, werden Betriebsnachbarschaften gegründet“, erläuterte Mandy Köhrmann, Beraterin Gesundheitsmanagement bei der Barmer GEK. In Oyten haben sich die Firmen Doyma, Hansen, IDN, Oelkers, Sportscorner, Niederberger und Hustedt zu einer Betriebsnachbarschaft zusammengeschlossen.

Die Angebote richten sich an alle: „Es fängt beim Auszubildenden an und reicht bis zu Mitarbeitern, die ihre Eltern pflegen“, so Köhrmann. Ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz, Stressprävention, Widerstandsfähigkeit gegenüber Arbeitsbelastungen und Förderung der Beweglichkeit sind nur einige der Themen. Ein BVMW-Koordinator und ein Gesundheitscoach betreuen die Betriebsnachbarschaft und entwickeln gesundheitsfördernde Lösungen.

Der Anfang ist gemacht, doch Daniela Bessen hat noch einen Wunsch: „Vielleicht gibt es noch das eine oder andere Unternehmen, das sich beteiligen möchte.“ Wer Interesse hat, meldet sich bei ihr unter Telefon 0172-5734444 oder per E-Mail an: daniela.bessen@bvmw.de. 

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