Rapsfeldtag in Bassen: Imker Heinrich Kersten aus Verden erklärt Notwendigkeit des Dialogs zwischen Ackerbau und Imkerei

„Der Wind allein kann es nicht richten“

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Beim Rapstag auf dem Fahrenholzer Feld war Imker Heinrich Kersten mit einer Abordnung von etwa 2000 seiner 600000 Haustiere vertreten.

Bassen - Im Mai blüht der Raps und taucht die Landschaft in leuchtendes Gelb. Ein Paradies auch für Imker, denn Rapshonig mit seinem intensiven Duft ist eine begehrte Delikatesse auf dem Frühstückstisch. Auf der anderen Seite können Landwirte dank der Bestäubungsleistung durch die Bienen der Imker einen Mehrertag im Raps verbuchen. Über diese Situation, von der alle profitieren, referierte der Verdener Hobbyimker Heinrich Kersten jetzt vor interessierten Landwirten beim Rapsfeldtag am Hof von Marlis Fahrenholz an der Lindheimer Straße in Bassen.

Unterdessen fand anlässlich des Rapsfeldtages auf einem Versuchsfeld ein Sortenvergleich statt, zu dem die Landwirtschaftskammer, Saatlieferant Euralis aus Norderstedt und Saatgutvermarkter Heidesand eingeladen hatten. Für die Landwirte ging es bei dem Feldversuch um die Auswahl widerstandsfähiger Pflanzen und um die Frage, so wenig Schutzmittel wie möglich einzusetzen.

Imker Heinrich Kersten, Herr über zwölf Völker mit jeweils 40000 bis 50000 Bienen, hatte einen großen Aufwand betrieben, um den Besuchern die Notwendigkeit von Bienen für die Landwirtschaft darzustellen. Mit traditionellen geflochtenen Bienenkörben, mit Arbeitsgerät aus der Imkerei und köstlichen Produktproben warb er um Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Imkerei. „Wir sollten die Win-Win-Situation durch Bienen-Bestäubungsleistung als Dialog zwischen Ackerbau und Imkerei verstehen und fördern. Ohne Bienen keine Bestäubung der Pflanzen. Ohne Bestäubung kein Fruchtertrag – zumindest nicht in dem Maße, wie Bienen es ermöglichen. Der Wind allein kann es nicht richten“, so Kersten.

Er zeigte anhand von Stelltafeln die Traditionen der Imkerei, wie sie früher betrieben wurde. Wilde Völker wurden seinerzeit in Bäumen abgeerntet, später in Körben domestiziert. Honig war in früheren Zeiten das einzige Mittel, Speisen zu süßen. Im Detail erklärte der Hobbyimker die Entwicklung der Imkerei. Zudem ging er auf die Hierarchie der Bienenvölker ein. Um den Besuchern die Staatsform der Bienen zu veranschaulichen, hatte er einen Mini-Stock mitgebracht, der in einem Schaukasten betrachtet werden konnte. Drohnen, die männlichen Bewohner des Viel-Frauen-Staates, krabbelten zwischen den Arbeitsbienen. Letztere sind deutlich größer, aber auch Träger der gefürchteten Varroa-Milbe, die seit etlichen Jahren die Bienenvölker dezimiert.

„In ihrer Bestäubungsleistung nimmt die Honigbiene den wichtigsten Platz der Nutztiere hinter Rind und Schwein ein. Wir sollten ihre Notwendigkeit nicht unterschätzen und ihr einen festen Platz im Gefüge der Natur einräumen“, warb Heinrich Kersten.

kr

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