Interessante Details zur Umfeldplanung

Bahnstation Sagehorn: Planunterlagen zum Neubau liegen aus

Bestandteil der ausliegenden Plangenehmigungsunterlagen: Die altbekannte Skizze mit den beiden neuen Bahnsteigen samt neuer Fußgängerüberführung sowie Park-&-Ride-Anlagen nördlich am Schwarzen Weg und südlich an der Sagehorner Dorfstraße rund um die „Villa Rotstein“.

Oyten - Mit einiger Spannung hat Montag der eine oder andere im Internet einen ganz bestimmten Link angeklickt – oder ist vielleicht sogar persönlich ins Oytener Rathaus marschiert, um sich die nun öffentlich ausliegenden Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren für den Neubau der Bahnstation Sagehorn anzugucken. Viel Neues aber bieten die zig Seiten nicht, mit denen die DB Station & Service AG aus Bremen beim Eisenbahnbundesamt die Genehmigung für den Neubau sowie für den Rückbau der alten Sagehorner Bahnhofsanlagen beantragt.

Interessanter für die Sagehorner Einwohner dürfte die Umfeldplanung für die neue Bahnstation werden, die in Händen der Gemeinde Oyten liegt. Welche Parkplatzanlagen und Bushaltestellen wo genau gebaut werden und wie die (Pendler-)Verkehrsführung zu beiden Seiten des Bahnhaltepunkts aussehen soll, der künftig im Wohngebiet liegen wird, sind die drängenden Fragen. Erste Ideen dazu will die Gemeinde zusammen mit den Bürgern in eine verträgliche Form gießen, wie Bürgermeister Manfred Cordes kürzlich in einer Sitzung ankündigte. Vorbereitende Gespräche sollen diese Woche stattfinden – einen Zeitplan für die öffentlichen Beratungen gibt es aber noch nicht, wie Vize-Verwaltungschef Axel Junge Montag auf Anfrage erklärte.

Für jedermann/-frau einsehbar sind jetzt einen Monat lang die Planfeststellungsunterlagen – quasi der Bauantrag der Bahn – für den barrierefreien Neubau des Bahnhaltepunkts Sagehorn an der Bahnstrecke Bremen-Hamburg ein Stück westlich des jetzigen Bahnhofs. Dass dieser unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht saniert werden könne und dass sie sich deshalb für einen Neubau entschieden habe, erläutert die Bahn nochmal in ihrem Genehmigungsantrag ans Eisenbahnbundesamt.

Unter zwölf Varianten sei eine „Verkehrsstation am neuen Standort Schwarzer Weg“ gewählt worden – mit Neubau von zwei Außenbahnsteigen, barrierefreiem Zugang zu den Bahnsteigen und Neubau einer Personenüberführung in Form einer Brücke über die Gleise sowohl mit Treppen als auch mit Aufzügen. Beleuchtungs- und Beschallungsanlagen sowie ein Wetterschutzhäuschen pro Bahnsteig gehören zum Paket, ebenso der Rückbau der Bahnsteiganlagen am alten Bahnhof Sagehorn. Kostenberechnung (Stand 2016): 5,64 Millionen Euro.

„Kein Anspruch auf Lärmvorsorge“

Die in dem Antrag erläuterten Pläne sind den Oytenern aus verschiedenen Sitzungen seit langem bekannt, die vielen technischen Untersuchungen und Planungen sind für die Bürger eher uninteressant – mit Ausnahme vielleicht des schalltechnischen Gutachtens. Das kommt zusammenfassend zu der Einschätzung, dass aus dem Neubau des Haltepunkts kein Anspruch auf Lärmvorsorge resultiere: „Die Lage der Gleise ändert sich nicht und durch die Umbaumaßnahmen ist keine Änderung der Zugbelegung auf der Bahnlinie Bremen-Hamburg zu erwarten... Somit kann eine wesentliche Änderung der Schallsituation ausgeschlossen werden. Deswegen können auch keine Ansprüche auf aktiven oder passiven Schallschutz entstehen“, heißt es in der schalltechnischen Beurteilung.

Die Lautstärke der Bahnsteigdurchsagen kann und soll nach Einschätzung des beauftragten Prüfungsinstituts so reguliert werden, dass Grenzwerte bei der Lärmbelastung eingehalten werden.

„Schallschutzmaßnahmen unverhältnismäßig“

Auch die für den Neubau des Haltepunkts Sagehorn notwendigen Bauarbeiten wurden auf ihre schalltechnischen Auswirkungen für die Anwohner untersucht. „Die Untersuchung von vier lärmintensiven Baumaßnahmen hat gezeigt, dass mit zum Teil deutlichen Überschreitungen der Richtwerte im Nachtzeitraum an einigen Gebäuden in wenigen Nächten zu rechnen ist“, schreiben die Gutachter. Aber: „Da die lärmintensivsten Phasen nur wenige Tage andauern werden und die Baustelle sich entlang der geplanten Bahnsteige jede Nacht weiter bewegt, sind aktive Schallschutzmaßnahmen unverhältnismäßig.“

Während der öffentlichen Auslegung der Plangenehmigungsunterlagen bis 5. Dezember kann jeder Mensch, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, Einwendungen gegen den Plan geltend und das Maß seiner Beeinträchtigung deutlich machen. Ob es aufgrund der – sicher zu erwartenden – Einwendungen eine öffentliche Anhörung gibt, wird erst später entschieden.

pee

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