Piehl will nach Nordstemmen wechseln

„Bin der Typ, der Dorfpastor sein möchte“

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Der Bassener Pastor Marcus Piehl will nach Nordstemmen wechseln.

Bassen - Von Petra Holthusen. „Für uns als Familie ist das nochmal ein großer Schritt, der uns überhaupt nicht leicht fällt“ – aber nach langer Überlegung und reiflicher Abwägung hat sich der Bassener Pastor Marcus Piehl mit seiner Frau Friderike und den vier Töchtern entschlossen, die Oytener St.-Petri-Kirchengemeinde zu verlassen und sich beruflich neu zu orientieren.

Die ev.-luth. St.-Johannis-Gemeinde in Nordstemmen ist sein Ziel. Hier will Piehl die Nachfolge des im Sommer in den Ruhestand verabschiedeten Gemeindepastors antreten. Als Auslöser für den angestrebten Wechsel nennt Piehl „eine Sammlung von verschiedenen Gründen“. Der Nordstemmener Kirchenvorstand hat sich in seiner Wahl bereits für den 45-jährigen Pastor aus Bassen entschieden. Einzige formelle Hürde ist noch die theoretisch vorgesehene, aber so gut wie nie wahrgenommene Einspruchsmöglichkeit für Gemeindemitglieder, nachdem Piehl im Januar seine Aufstellungspredigt in der Johannis-Kirche gehalten hat. Erhebt in den zehn Tagen nach dieser Predigt kein Nordstemmener schwerwiegende Einwände gegen den designierten neuen Gemeindepastor, steht dem Wechsel und Umzug der Familie Piehl in die kleine Gemeinde im Landkreis Hildesheim nichts mehr im Wege.

Über seine erfolgreiche Bewerbung in Nordstemmen hat Piehl den Oytener Kirchenvorstand aus Gründen der Fairness bereits informiert. Den Wegzug aus der St.-Petri-Gemeinde plant die Familie mit Rücksicht auf ihre schulpflichtigen Kinder aber erst in den Ferien im nächsten Sommer.

Dann wird Marcus Piehl fast sechs Jahre als Pastor in Bassen und in Teilen von Oyten gewirkt haben. Auch seine Frau Friderike ist im Ort engagiert, besonders in der Arbeit mit Kindern und aktuell in der Betreuung von Flüchtlingen. „Wir leben sehr gerne in Bassen und haben hier viele nette Menschen kennen gelernt“, sagt Piehl. Aber ein Problem für ihn als Pastor sei die kirchengemeindliche „Zerrissenheit zwischen Oyten und Bassen“: „Von vielen Gemeindemitgliedern bin ich einfach räumlich weit weg“, erklärt Piehl, zu dessen Pfarrbezirk auch Oyten-Süd gehört. „Das ist nicht so dörflich, wie wir gestrickt sind. Ich bin mehr der Typ, der Dorfpastor sein will“ – und diese Stelle bietet sich dem 45-Jährigen in Nordstemmen: „Eine Einzelpfarrstelle in einer kleinen Gemeinde mit 2500 Mitgliedern kommt mir mehr entgegen“, das ist Piehl nach seinen Worten in den vergangenen fünf Jahren bewusst geworden.

Obwohl er sich, so betont der Bassener, mit seinen beiden Kollegen in Oyten, Pastor Strübing und Pastor Lambertus, gut verstanden habe. Aber die Gemeinde in Nordstemmen sei eben deutlich kleiner, und das „entspricht meiner Arbeitsweise mehr“. Insofern habe ihn die Stellenausschreibung angesprochen. Dass er mit einem Wechsel nach Nordstemmen wieder dichter an seinen Heimatort Bad Nenndorf rückt, erleichterte die Entscheidung, ebenso wie die Aussicht, dass es in der Kirchengemeinde dort ein Pfarrhaus gibt, das der Familiengröße der Piehls mehr entgegenkommt.

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