P+R-Anlagen im Norden

Parkverkehr aus Sagehorn raushalten: Gemeinde legt Planung für neue Bahnstation vor

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Die Südseite der neuen Bahnstation plant die Gemeinde Oyten als ansprechend gestalteten Bahnhofsplatz rund um die „Villa Rotstein“ und höhengleich zum Bahnsteig. Um die Anwohner der Sagehorner Dorfstraße verkehrsmäßig nicht über Gebühr zu belasten, sind hier nur einige Parkplätze für Bring- und Abholdienste sowie für den Bürgerbus vorgesehen, ansonsten vor allem Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. 

Oyten - Der grobe Plan steht: Zwei Park+Ride-Flächen für 145 Autos sowie Linienbushaltestellen nördlich der Bahn am Schwarzen Weg und um die 120 Fahrradstellplätze, teils in Sammelschließanlagen, sowie ein attraktiver Bahnhofsplatz südlich der Bahn an der Sagehorner Dorfstraße – so stellt sich kurz gefasst die Gemeinde Oyten die Umfeldgestaltung für die neue Bahnstation Sagehorn vor. Baubeginn ist voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2020 – „im Gleichschritt mit der Bahn“, so Guido Kahle vom Bauamt der Gemeinde, der den Planungsstand jetzt gemeinsam mit Bürgermeister Manfred Cordes und Wirtschaftsförderer Axel Junge vorstellte.

Den barrierefreien Neubau des Haltepunkts an der Strecke Bremen-Hamburg mit zwei Bahnsteigen und Aufzugsanlage plant die Bahn bekanntlich westlich des alten Bahnhofs im Siedlungsgebiet am Schwarzen Weg. Seit 2009 laufen die Gedankenspiele, viele Jahre begleitet von einer Bürgerinitiative, die die Aufgabe des alten Bahnhofs und die Verlegung ebenso wenig verhindern konnte wie die Gemeinde.

Die musste stattdessen nach langem Streit zähneknirschend zur Kenntnis nehmen, dass die Bahn aus eigenen wirtschaftlichen Erwägungen neu baut, sich aber um das Umfeld nicht weiter kümmert. Das ist – inklusive der Kosten in Millionenhöhe – jetzt Oytener Sache. Aber wenn schon neue Pendlerparkplätze, Busstationen, Fahrradhäuschen und Zufahrten gebaut werden müssen, dann soll’s für die Pendler und Bahnfahrer wenigstens schöner und komfortabler werden als am jetzigen Bahnhof: Auf ein funktionales und optisch gut gestaltetes Umfeld „legen wir als Gemeinde viel Wert“, betonte Bürgermeister Cordes, „wir wollen die Leute ja in die Bahn kriegen.“

Für die Umfeldplanung arbeitet die Verwaltung mit dem Achimer Ingenieurbüro Born und Ermel und mit der Berliner Agentur BahnStadt zusammen. Die Verhältnisse im Siedlungsgebiet sind beengt, insofern bieten die Umfeldpläne wenig Überraschungen. Oberste Priorität bei der Verkehrslenkung war nach Worten von Cordes, einen Park-Suchverkehr aus dem Wohngebiet Sagehorner Dorfstraße herauszuhalten. Hier werden südlich der neuen Bahnstation nur einige Park+Kiss-Plätze für Bring- und Abholdienste sowie eine Bürgerbus-Haltestelle eingerichtet, ansonsten vor allem Unterstände für Fahrräder, die vor allem aus Richtung Oyten den Bahnhof ansteuern. Rund um die Obdachlosenunterkunft „Villa Rotstein“ ist ein lebendiger Bahnhofsplatz mit Aufenthaltsmöglichkeiten und höhengleich zum angrenzenden Bahnsteig geplant. Sollte die marode „Villa Rotstein“ trotz Bahnlärmimmissionen verkaufbar sein, würde die Gemeinde das Gebäude für Mietwohnungsbau an einen Investor veräußern, so Vize-Verwaltungschef Junge.

Am Schwarzen Weg in Sagehorn an ihrer Strecke Bremen-Hamburg baut die Bahn rechts und links der Gleise die neuen Bahnsteige – voraussichtlich ab 2020. Parallel baut die Gemeinde Oyten die erforderlichen P+R-Anlagen. Ein großer Parkplatz für die Bahnhofsnutzer entsteht an Stelle der abrissreifen Tennishalle (links). 

Der gesamte Auto- und Linienbusverkehr wird direkt nahe des alten Bahnhofs von der Kreisstraße aus Fischerhude auf den Schwarzen Weg nördlich der Bahn geleitet. Hier entstehen die großen Pendlerparkplätze auf einer landwirtschaftlichen Fläche, die dafür aus dem Landschaftsschutz genommen werden muss, sowie an Stelle der abrissreifen Tennishalle Sillinger. Wie die Nutzungsrechte der Sagehorner Schützen an der Halle abgegolten werden sollen, „darüber sind wir noch im Gespräch“, sagte Cordes. Der Schwarze Weg, der im jetztigen Zustand der kommenden Verkehrsbelastung nicht gewachsen ist, wie Bauingenieur Kahle erläuterte, muss als Bahnhofszufahrt auf den ersten 730 Metern komplett neu ausgebaut werden und erhält außerdem zwei Querungshilfen und einen angemessenen Fußweg.

Die grobe Kostenschätzung für das Bahnhofsumfeld bezifferte Junge auf rund drei Millionen Euro. Die von der Landesnahverkehrsgesellschaft avisierte 75-prozentige finanzielle Förderung plus 12,5 Prozent vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen sind allerdings in der Höhe Theorie: Wegen knapp kalkulierter Förderhöchstsätze wird die Gemeinde nach Junges Worten nicht auf 12,5 Prozent der Baukosten als Eigenanteil sitzen bleiben, sondern eher auf 40 bis 50 Prozent – „auf weit über einer Million Euro“.

Infoabend für Bürger

Zu einer Bürgerinformation über die Umfeldgestaltung am neuen Bahnhaltepunkt Sagehorn lädt die Gemeinde Oyten Interessierte für Donnerstag, 9. Mai, um 19 Uhr in den Rathaussaal ein. Die Fachplaner stellen den derzeitigen Planungsstand vor und beantworten Fragen der Einwohner. Wer sich schon mal vorab informieren möchte: Ab sofort können die Pläne im Internet unter www.oyten.de eingesehen werden und ab Montag liegen sie öffentlich im Bauamt zur Einsichtnahme aus. Dass Bürger sich mit den Plänen beschäftigen und ihre Meinung dazu äußern, ist nach Worten von Bürgermeister Manfred Cordes ausdrücklich erwünscht.

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