Oytenerinnen initiieren Frauenstammtisch

Offen für jede und für alles

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Sind gespannt auf einen munteren Austausch beim ersten Oytener Frauenstammtisch am 27. Januar vormittags im Café Baalk Backbord: (v.li.) Anne Fehn, Kathrin Packham und Gretel Bremkamp. 

Oyten – Politik ist nicht nur das, was gewählte Vertreter in Parlamenten entscheiden. Politik fängt an, wenn Menschen für sich und andere direkt an der Gestaltung ihres Lebensumfelds und -alltags mitwirken wollen, Ideen einbringen und Einfluss auf die Umsetzung nehmen. Diese Gelegenheit soll sich Frauen mit dem neuen Oytener Frauenstammtisch bieten.

Der will künftig einmal im Monat an verschiedenen Orten zu wechselnden Tageszeiten zusammenkommen und ist „offen für alles“, wie Kathrin Packham, Gretel Bremkamp und die Oytener Gleichstellungsbeauftragte Anne Fehn bei der Vorstellung dieses Angebots zu Austausch und Mitwirkung betonen. Die drei gehören zum Vorbereitungsteam, so wie auch Ratsfrau Ratsfrau Cornelia Thölken und Maike Günter. Premiere feiert der Frauenstammtisch am Sonntag, 27. Januar, von 10 bis 12 Uhr im Café von Baalk Backbord an der Hauptstraße 113.

Als „Möglichkeit für Begegnung soll der Stammtisch Gelegenheit sein, darüber zu sprechen, was uns bewegt, was in Oyten passiert oder was man möglicherweise auf die Beine stellen könnte“, so Kathrin Packham. Es gehe vor allem um den Austausch, aber vielleicht auch um das Entwickeln von Ideen, Perspektiven und Initiativen.

Seit zwei Jahren verfolgen Anne Fehn und sechs im Gemeinderat vertretene Frauen das Projekt „Frauen in die Politik“. Dazu gab es drei große und gut besuchte Informations- und Diskussionsveranstaltungen im Rathaus und „unzählige Arbeitstreffen“, schildert Anne Fehn. Aus der Runde der interessierten Oytener Frauen entstanden verschiedene Arbeitsgruppen – wie „Die grüne Lunge“, in der sich Einwohnerinnen mit Natur und Naherholung im Ortskern beschäftigen, und wie das Vorbereitungsteam für den Frauenstammtisch.

Denn deutlich geworden sei in den zwei Jahren, „dass viele Frauen Interesse haben an dem, was in ihrem Ort passiert, und Lust, sich da einzubringen“, sagt Kathrin Packham. Deutlich geworden sei aber ebenso „eine gewisse Scheu“ vor den eingeschliffenen Wegen in der Politik, vor Parteien und der Verbindlichkeit eines Ratsmandats. Eine „Anwesenheitspflicht“ bei Sitzungen sei abschreckend, ergänzt Anne Fehn, „weil die engagierten Frauen meist die sind, die sowieso schon überall engagiert sind“ und entsprechend viel auf dem Zettel haben – neben Familie und Beruf. Also gelte es, neue Wege zu finden für den Austausch von Informationen, Interessen und Ideen und neue Möglichkeiten politischer Mitwirkung.

Als „Ausgangsbasis“ soll nun der Frauenstammtisch fungieren. Der wird zwar von den Ratsfrauen aller Parteien unterstützt, die Anregungen mitnehmen können in politische Gremien, aber er ist vom Projekt „Frauen in die Politik“ unabhängig.

„Hier darf auch einfach nur geklönt werden“, betont Kathrin Packham, deren Engagement für den Stammtisch ebenso unabhängig ist von ihrem ehrenamtlichen Einsatz im SPD-Vorstand.

„Alle Frauen sollen sich eingeladen fühlen“, unterstreicht Anne Fehn. Die, die außerhalb des Rathauses mitreden wollen, genauso wie die, die sich vorstellen können, in politischen Gremien an Gestaltung und Veränderung mitzuarbeiten. Um allen Gelegenheit zur Teilnahme zu geben, sollen Örtlichkeiten und Uhrzeiten des monatlichen Frauenstammtischs wechseln – Folgetermine nach der Premiere werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Themen jedenfalls gibt es genug. Das fängt an beim nicht vorhandenen Wickelraum und beim fehlenden Fahrstuhl im Rathaus, worüber sich Mütter bei Anne Fehn beklagen, und geht weiter mit der Verkehrsbelastung im Ortskern, die Gretel Bremkamp bewegt und „wo einfach nichts passiert“. Die Oytenerin ist schon in Kirche und Bürgerbusverein engagiert und fühlte sich vom Projekt „Frauen in die Politik“ angesprochen: „Mich interessiert einfach, was in Oyten passiert, und ich wünsche mir, mehr Einfluss nehmen zu können.“ Manche von der Politik geschaffene Tatsachen ärgern sie. Wie die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik in ihrer Lindenstraße: „Das Licht reicht gar nicht mehr bis nach unten – ich muss hier im Dunkeln mit einer Taschenlampe gehen.“ Solche Dinge müssten doch im Vorfeld besser durchdacht werden, damit das Geld nicht zum Fenster rausgeworfen werde, so Gretel Bremkamp.

Für eine bessere Planung wünschen sich die Organisatorinnen eine Anmeldung zum Frauenstammtisch. Wer sich für die Premiere am Sonntag, 27. Januar, von 10 bis 12 Uhr im Café Baalk Backbord anmelden möchte und/oder weitere Auskünfte wünscht, kann sich an Gretel Bremkamp unter Telefon 04207 / 3134 oder per E-Mail an frauenstammtisch@oyten.de wenden. Auch spontane Teilnehmerinnen sind willkommen. Vielleicht noch wichtig zu wissen: Was sie beim Stammtisch verzehrt, bezahlt jede selbst.

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