Zahlreiche Menschen unterstützen Familie Kilincarslan nach Brand ihres Wohnhauses

Oytener Welle der Hilfsbereitschaft

Spendenübergabe
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Wunsch und Wille zu helfen sind groß, nachdem Familie Kilincarslan durch einen Brand ihr Zuhause in Schaphusen verloren hat. Am Donnerstag gab es eine Spendenübergabe am Schulzentrum: (v.l.) Elternratsvorsitzende Ilka Miesner, Michelle Kilincarslan, Lotta und Jana Wilkens, Leyla Kilincarslan, Klassenlehrerin Irem Koc, Schulleiterin Maria Schmidt und Bernd Hiestermann vom Verein „Oyten hilft“.

Oyten – Eine Welle der Hilfsbereitschaft rollt in Oyten für die Familie Kilincarslan, die nach einem Brand ihr Zuhause in Schaphusen verloren hat. Spenden in Höhe von mehr als 9000 Euro sind bisher allein auf dem Konto des Vereins „Oyten hilft“ eingegangen. Viele Briefumschläge mit weiteren Geldgaben, Gutscheingeschenken und herzlichen Wünschen von zahlreichen Menschen für Michelle Kilincarslan (36) und ihre Kinder Leyla (14) und Ilay (7) überreichte Ilka Miesner, Schulelternratsvorsitzende an der IGS Oyten, am Donnerstagvormittag vor der Schule persönlich an die Familie.

„Wir sind überwältigt von dem Zusammenhalt und den Hilfsangeboten und unendlich dankbar“, sagte Michelle Kilincarslan gerührt.

Am Samstagvormittag war im Dachstuhl des Wohnhauses, in dem die 36-Jährige mit ihren beiden Kindern und ihrem Vater (57) lebt, Feuer ausgebrochen. Michelle Kilinc-arslan war in der Küche beschäftigt und bemerkte beim Blick aus dem Fenster die Rauchschwaden. Geistesgegenwärtig wählte sie den Notruf und scheuchte ihren Vater aus dem Obergeschoss und die Kinder auf bloßen Füßen ins Freie. Nachbarn waren gleich zur Stelle und halfen mit Socken und Jacken. „Wir hatten einen Schutzengel“, sagt Michelle Kilincarslan, „wäre das Feuer in der Nacht ausgebrochen, hätten wir es ganz sicher nicht so schnell bemerkt.“ Ein Kabelbrand im Dachstuhl sei als Ursache festgestellt worden.

60 Feuerwehrkräfte aus Oyten und Bassen bekämpften zwei Stunden lang die Flammen. Für die Löscharbeiten wurde das Dach aufgerissen. Das Haus ist nach dem Brand zunächst unbewohnbar, das Inventar samt vielen persönlichen Dingen durch die Kontamination mit Ruß nicht mehr zu gebrauchen. Inzwischen konnte die Familie einige Kleidungsstücke herausholen, die nach mehreren Waschgängen auch wieder tragbar sind. Das Wichtigste ist für Michelle Kilincarslan, dass niemand verletzt worden ist: „Alles andere lässt sich ersetzen.“ Sie selbst ist bei einer Freundin untergekommen, ihr Vater bei einem Freund. Die Kinder konnten bei ihrem in Bassen lebenden Vater einziehen.

Mindestens ein Jahr, so hat Michelle Kilincarslan von den Sachverständigen vor Ort erfahren, wird es dauern, bis die Brandruine saniert und wieder bewohnbar ist: „Der Dachstuhl muss abgetragen und neu aufgebaut werden.“ Sie hofft, mit ihrer Familie nächstes Jahr Weihnachten wieder in ihrem Zuhause sein zu können. Bis dahin „versuchen wir uns an den positiven Dingen festzuhalten“ – wie der großen Anteilnahme und der vielfachen spontanen Bereitschaft zu helfen.

„Es wird eine harte Zeit für euch – aber es sind ganz viele Menschen für euch da“, versprach Ilka Miesner. Die Elternvertreterin der IGS hatte das Brandgeschehen zufällig miterlebt, weil sie bei ihrer Schwester Jana Wilkens zu Besuch war, einer Nachbarin der Familie Kilincarslan. Ihre Tochter Lotta ist die beste Freundin von Leyla Kilincarslan. „Wir haben sofort angefangen zu überlegen, wie wir helfen können“, schildert Ilka Miesner. Zusammen mit Jana Wilkens und Irem Koc, Klassenlehrerin von Leyla an der IGS, startete sie einen Spendenaufruf „über alle Kanäle“. Und stellte fest: „Gemeinsam können wir ganz viel schaffen für Menschen, die das gerade dringend brauchen.“ Ruckzuck schloss sich nach der IGS auch die Grundschule Bassen, die der siebenjährige Ilay besucht, der Hilfsinitiative an. Ebenso das Oytener Einrichtungshaus Kehlbeck, das der Familie Möbel zur Verfügung stellen will.

Umgehend mit im Boot war der Verein „Oyten hilft“, der zu Spenden für die von dem Brand betroffene Familie aufgerufen hat. Von der Resonanz ist Kassenwart Bernd Hiestermann „völlig überwältigt“: Bis Donnerstagmorgen hatten 41 Menschen insgesamt 9010 Euro auf das Spendenkonto eingezahlt. „Und es wird noch mehr werden“, ist Hiestermann sicher.

Spendenkonto

Wer für die Familie Kilincarslan, die nach einem Brand ihr Zuhause verloren hat, etwas spenden möchte, kann dafür das Konto des Vereins „Oyten hilft“ bei der Kreissparkasse Verden nutzen: IBAN: DE32 2915 2670 0020 3873 87; BIC: BRLADE21VER; Verwendungszweck: „Brand Schaphusen“.

Nach dem Brand am Samstag ist das Haus unbewohnbar.

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