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Oytener Schützenhalle wird Kulturzentrum

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Von: Heinrich Laue

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Das ehemalige Schützenhaus an der Jahnstraße in Oyten
Für rund 1,2 Millionen Euro soll das ehemalige Schützenhaus an der Jahnstraße in Oyten zu einem kulturellen Zentrum um- und ausgebaut werden. © Archiv

Oyten – Vor allem, aber nicht nur durch den Einzug der Gemeindebücherei würde die alte Schützenhalle an der Oytener Jahnstraße zum neuen Kulturzentrum in der Ortsmitte. Auch Platz für Kursräume, Ausstellungen und Veranstaltungen würde beim Um- und Anbau auf insgesamt 614 Quadratmetern Fläche geschaffen – plus der Möglichkeit, später bei Bedarf noch ein Geschoss draufzusatteln. Der Schießstand-Trakt würde zugunsten von Parkplätzen abgerissen.

So sieht es kurz gefasst „Variante 2“ des Konzepts für die Nachnutzung der früheren Schützenhalle vor, die der Ratsfachausschuss für Jugend, Kultur, Soziales, Senioren und Sport in seiner Sitzung am Montagabend einmütig favorisierte. 1,2 Millionen Euro würde das Ganze etwa kosten, wie Olaf Nagel von der Gemeindeverwaltung der Politik erläuterte.

Nagel ist „unser neuer Mann im Hochbauamt“, so hatte Bürgermeisterin Sandra Röse ihren Mitarbeiter den Besuchern im Rathaussaal und den virtuell zugeschalteten Ausschussmitgliedern vorgestellt. Und Nagel ist zum Start gleich mit einem Großprojekt betraut.

Einstimmig befürworteten die Vertreterinnen und Vertreter der Ratsfraktionen am Ende, einen Architektenwettbewerb auf Grundlage der bevorzugten Variante 2 zu starten. Die kleinere Variante 1 hätte im Wesentlichen nur die Sanierung des Altbaus, das Verschieben einiger Wände etwa für Technikräume und ein Café sowie die Neugestaltung der Außenanlagen umfasst. Geschätzte 855 000 Euro hätte diese Sparlösung auf 469 Quadratmetern gekostet. Reinhard Lueßen (CDU) bezweifelte jedoch, dass der Betrag angesichts der aktuellen Teuerungsraten im Baubereich ausreichen würde.

Mit rund 1,6 Millionen Euro Kosten wäre laut Nagel bei Variante 3 zu rechnen gewesen, die auf insgesamt 750 Quadratmetern von Beginn an ein Obergeschoss mit weiteren Kurs- sowie Personal- und Büroräumen vorsah.

Variante 2 mit kleinem Anbau beinhalte eigentlich das erforderliche Minimum einer sinnvollen Umnutzung, erklärte Claus Marx, Leiter des Fachbereichs Bildungs- und Gebäudemanagement in der Gemeindeverwaltung. Genaue Angaben zu Fördermitteln seien derzeit noch nicht möglich und müssten näher erkundet werden. Es sei aber zu erwarten, dass es Zuschüsse etwa aus Stadtumbau-West-Töpfen geben könne.

Auf geäußerte Kritik, dass 1000 Quadratmeter für Parkplatzflächen übertrieben seien und der Personalraum bei Variante 2 dagegen zu knapp bemessen sei, entgegnete Marx, dass es „wirklich erheblichen Parkplatzbedarf an der Jahnstraße“ gebe.

Als „richtig klasse“ lobte Ralf Großklaus (SPD) die von Olaf Nagel präsentierten Konzepte zur Umnutzung der Schützenhalle und hieß den aus dem Hamburger Raum kommenden neuen Mann der Bauabteilung humorvoll „herzlich willkommen im schönsten Ort der norddeutschen Tiefebene“. Großklaus wies darauf hin, dass mit erheblichen Mieteinnahmen für die Gemeinde aus der Nutzung der neuen Räume zu rechnen sei. Und ein Rathausumbau zwecks Erweiterung einer modern aufgestellten Gemeindebibliothek würde deutlich teurer werden, betonte er.

Beim Architektenwettbewerb sei zu erwarten, dass einige Punkte des Konzepts weiter ausgefeilt und möglicherweise auch abgeändert würden, machte Bürgermeisterin Röse bereits deutlich.

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