Steigende Corona-Zahlen führen zu erneuter Absage des Techno-Festivals am Backsberg

Moyn-Moyn-Macher ziehen Reißleine

Moyn Moyn 2019
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2019 herrschte beste Stimmung beim dritten Moyn Moyn am Oytener Backsberg. Eine für Mitte August geplante kleine Version des Elektromusik-Festivals haben die Veranstalter am Dienstag mangels Planungssicherheit in der Pandemie abgesagt.

Oyten – Die Veranstalter des Elektromusik-Festivals Moyn Moyn am Oytener Backsberg haben am Dienstag die Reißleine gezogen: „Wir haben uns entschlossen, das Festival dieses Jahr doch nicht stattfinden zu lassen“, erklärte Daniel Kragh, Mitgeschäftsführer der Abro Team GmbH aus Hannover, auf Nachfrage. Bis zuletzt hatten die Festivalmacher für das Wochenende 13. bis 15. August an einer reduzierten Version von Moyn Moyn geplant und angesichts der in den vergangenen Monaten zunächst rückläufigen Corona-Fallzahlen auf eine Veranstaltung mit bis zu 1500 Gästen gehofft.

„Zum Schluss wollten wir sogar ein Modellprojekt werden“, so Kragh. Erneut steigende Inzidenzen machten verlässliche Planungen jedoch unmöglich und sorgten am Dienstag für die erneute Absage des Festivals auf dem Backsberg-Gelände zwischen Oyten und Fischerhude. So gern die Moyn-Moyn-Crew wenigstens ein Fest in abgespeckter Form auf die Beine gestellt hätte: Ab jetzt hätte sie richtig Geld in die Vorbereitungen stecken müssen – ohne die Gewissheit von zumindest einigen Einnahmen. „Wir sind mega traurig“, unterstreicht Kragh, „aber wir sitzen ja sowieso noch auf einem Berg Schulden...“

Schon im vorigen Sommer hatte die Pandemie der vierten Auflage des Techno-Festivals mit bis zu 3500 Besuchern auf dem Backsberg einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zudem hatte der Landkreis das Moyn Moyn aus bauordnungsrechtlichen Gründen grundsätzlich untersagt. Die Abro Team GmbH hat dagegen Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht (wir berichteten).

Für diesen Sommer hatten sich die Wogen etwas geglättet: Nachdem die Gemeinde Oyten ihre prinzipielle Bereitschaft signalisiert hat, das Backsberg-Gelände in der freien Landschaft mit einer Bauleitplanung zu belegen und sozusagen als Festplatz zu legalisieren, hätte der Landkreis den Moyn-Moyn-Machern für die Veranstaltung in diesem Jahr kurzfristig nochmal eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Das berichtet Oytens Bürgermeisterin Sandra Röse auf Nachfrage. Grundsätzlich müssten für eine zukunftsfeste Regelung allerdings noch die Rahmenbedingungen festgelegt und geklärt werden, „was wir am Backsberg ermöglichen wollen und was wir auf keinen Fall dort haben wollen“ – eine politische Entscheidung.

Noch nicht endgültig geklärt sei zudem, wer die Kosten für eine Bebauungsplanung, die bei dieser Flächengröße im sechsstelligen Bereich lägen, übernehme, so Röse. Üblicherweise trage solche Verfahrenskosten nicht die Gemeinde, sondern der Nutznießer – in diesem Fall die Eigentümer der Backsberg-Wiesen, die wiederum die Veranstalter der dortigen Events mit zur Kasse bitten könnten. Die Gespräche, die unter anderem die Zukunft auch von Moyn Moyn sichern sollen, laufen...

Was das für Mitte August 2021 angekündigte und nun frisch abgesagte Festival betrifft, so hatte Sandra Röse noch am Dienstagmittag „bürgermeisterlichen Angstschweiß auf der Stirn“, wie sie sagte. Die Sorge, Oyten könne mit dem Moyn Moyn trotz aller Hygienekonzepte der Veranstalter zum Corona-Hotspot werden, war groß. „Es gab höchste Bedenken und viel Skepsis“, schilderte Röse die politische Stimmung im Gemeinderat, der sich am Montagabend hinter verschlossenen Türen über das Thema ausgetauscht hatte. Zu dem Zeitpunkt gingen die Verantwortlichen jedoch davon aus, dass ihnen die steigenden Inzidenzwerte die Entscheidung über ein Einschreiten seitens der Gemeinde abnehmen würden.

Das taten die Werte am Dienstag: Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über dem Schwellenwert von 10 gelegen hatte, kündigte der Landkreis Verden die Verfügung erneuter Einschränkungen im Kreisgebiet ab Donnerstag an. Die betreffen auch Personenobergrenzen bei Veranstaltungen.

Kurz vor Bekanntwerden der neuen Allgemeinverfügung hatten sich die Moyn-Moyn-Macher aber schon zur Absage entschlossen. „Jetzt müssen wir aber 2022 eine ganz große Sache starten“, kündigte Daniel Kragh hörbar niedergeschlagen an. Ansonsten sei das Festival am Backsberg finanziell nicht länger tragbar.

Von Petra Holthusen

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