Mit Esprit und makellosem Klang

Oyten - Das Leipziger Blechbläserquintett „Embrassment“ gastierte am Sonntagabend im Rahmen der Konzerte der Musikfreunde Oyten im Rathaussaal. Trotz starker Konkurrenz durch das TV-Duell Merkel/Steinbrück fanden sich etliche Zuhörer ein.

Sie erlebten ein wundervolles Bläserensemble mit warmem, makellosem Klang und perfekter Technik. Das Quintett pflegt einen ausgereiften Musizierstil, ganz nach den Epochen, aus denen es Kompositionen bot. Das waren überaus gekonnte Arrangements des Posaunisten Lars Proxa. Geistreich und mit feinem Humor moderierte der Tubist Nikolai Kähler das Programm.

Allein die Vorstellung seiner Kollegen war eine köstliche Plauderei. Die beiden Trompeter Michael Dallmann und Christian Scholz sind in dem Ensemble völlig gleichwertig, sie wechseln mit der ersten Stimme immer wieder ab und setzten außer der modernen Konzerttrompete auch die kleine Bachtrompete ein. Der Hornist Thomas Zühlke ist auch der Erfinder des Schaukelbechers, den er kreierte. In atemberaubendem Tempo begannen die Bläser brillant und lebendig den Abend mit der Wiedergabe der berühmten Ouvertüre „Einzug der Königin von Saba“ von Georg Friedrich Händel und boten anschließend eine bezaubernde Altenglische Tafelmusik von Anthony Holborne. Präludium und Fuge g-moll von Dietrich Buxtehude klangen in der Bläserversion warm, heiter, belebt – großartig. Aus der Kunst der Fuge von Johann Sebastian Bach musizierte das Ensemble in beeindruckender Intensität und Klarheit den Contrapunctus 1 mit subtilen Steigerungen.

In der Besetzung für Bläserquintett beeindruckten besonders drei Ausschnitte aus „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn. Einfach köstlich und voller Esprit boten die Bläser die berühmte Ouvertüre „Der Barbier von Sevilla“ von Gioacchino Rossini in pointiertem Stakkato, voran galoppierend mit lustigen Bassuntermalungen, virtuos und mit Witz. Stimmungsvoll war die Peer Gynt Suite Nr. 1 mit dem musikantischen Tanz der Amitra, dem wehmütig intensiven Trauergesang über die Mutter und dem voller Esprit servierten Tanz in der Höhle des Bergkönigs.

Die beiden Trompeter waren die „Sänger“ in dem Lied „Blue Bells of Scotland“ von A. Willard Pryor; heiter, melodiös und virtuos in den Variationen musiziert. Hinreißend komisch und mit Witz serviert war „The Saints Halleluja“ von Luther Henderson, in dem gekonnt Händels „Halleluja“ mit dem Spiritual „When the Saints go marching in“ gemixt wurde. Ein großer Hörspaß! Das hochkonzentriert folgende Publikum feierte das Ensemble lange und mit großem Applaus, und dafür gab es eine wunderbar stimmungsvolle Zugabe: aus Bernsteins „Westside- Story“ das innige Duett „One hand, one heart“.

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