„Schockiert, fassungslos, angeekelt“

Oyten: Bultensee-Windradgegner beklagen Vermüllung der Baustellenzufahrt

Bauschutt an Zufahrtsstraße in Oyten für Windradbau am Bultensee in Bremen
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Die Kritiker des Windradvorhabens haben unter anderem Bauschutt und Altreifen dokumentiert.

Oyten – Die Bürgerinitiative (BI) „Keine Windräder am Bultensee“ beklagt sich über den Zustand zur Baustellenzufahrt zur geplanten Windkraftanlage. „Wir sind schockiert, fassungslos und angeekelt“, heißt es in einer E-Mail der BI an den Landkreis Verden, geschrieben von Stephan Hagemann. Man finde dort Massen von Einwegtüchern, Kondomen, Bauschutt, Pappe, Autoreifen, Holzabfällen und Hausmüll. Dies könne nur passieren, weil die Baustelle nicht abgesichert sei.

Die Bürgerinitiative fordert darum den Landkreis auf, für den Zufahrtsteil, der auf niedersächsischem Gebiet liegt, zu veranlassen, dass der Müll durch den Investor bis zum 22. Januar beseitigt wird. Das Unternehmen, die Bremer Energiekontor AG, solle zudem die gesamte Weidefront einfrieden sowie den beschädigten Bauzaun und den Stacheldrahthaufen wegen der Verletzungsgefahr für das Wild beseitigen. Darüber hinaus solle ein ordnungsgemäßes Bauschild aufgestellt werden.

„Sollte bis zum 22. Januar der Müll inklusive Stacheldraht, Bauzaun und so weiter nicht entsorgt sein, so wird die Bürgerinitiative den Müll einsammeln und an der Zufahrt, überwiegend und so weit möglich in Säcke verpackt, zur Abholung durch die Gemeinde Oyten oder den Landkreis Verden bereitstellen“, heißt es in dem Schreiben weiter. Eine Rechnungsstellung an den Investor bleibe der Gemeinde oder dem Landkreis Verden vorbehalten. „Auch die Bürgerinitiative behält sich vor, die geleistete Arbeit dem Investor in Rechnung zu stellen.“

Alte Autoreifen liegen entlang der Zufahrt zur Baustelle.

Bereits im Oktober hatte Werner Martin von der BI gegenüber Gemeinde und Landkreis auf das Problem der Vermüllung hingewiesen. Die Gemeinde hatte auf die Zuständigkeit des Landkreises verwiesen. Und der hatte seitens eines Mitarbeiters vom Fachdienst Wasser, Abfall und Naturschutz eine Vorortbesichtigung angekündigt.

Wie mehrfach berichtet, plant die Firma Energiekontor den Bau eines Windrads auf Bremer Gebiet. Nach der Pleite des Herstellers Senvion musste Energiekontor im vergangenen Jahr umplanen und hat eine ähnliche Windenergieanlage vom Hersteller Nordex ausgewählt. Sie ist zwei Meter höher, die Gesamtnabenhöhe beträgt 176 Meter. Die Anlage soll aber auch etwas leiser sein. Die BI kritisiert, dass darin Carbon verbaut ist, das bei Bruch oder Brand gesundheitsgefährdende Fasern freisetzen könne. Auch sei für ein stärkeres Fundament eine Grundwasserabsenkung nötig. Grundsätzlich sei das Windrad zu nah an der Bebauung in Osterholz-Tenever und in Oyten, so die Kritiker. Auch befürchten die Gegner negative Auswirkungen auf Flora und Fauna.

Die Gemeinde Oyten teilt bekanntermaßen die Bedenken der Bürgerinitiative.  pk

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