1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Oyten

Wasserski-Anbieter am Oyter See stellen Erweiterungspläne vor

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Petra Holthusen

Kommentare

Wollen das Angebot ausbauen: Marius Abeck (links) und Geschäftsinhaber Adrian Abeck. Archivfoto: Duncan
Wollen das Angebot ausbauen: Marius Abeck (links) und Geschäftsinhaber Adrian Abeck. © Archivfoto: Duncan

Am und auf dem Oyter See soll das Angebot für Wassersportler erweitert werden. Die Anbieter versprechen „Strandfeeling für alle“.

Oyten – Neuen Investoren erst mal Gehör zu verschaffen, Planungen transparent zu machen und, „bei allen unterschiedlichen Vorstellungen von Attraktivität“, das politische Gespräch über die Entwicklung des Freizeit- und Erholungsgebiets Oyter See fortzusetzen – das war den einleitenden Worten von Verwaltungschefin Sandra Röse und Fachbereichsleiterin Sabine Müller zufolge Zweck und Ziel der ersten öffentlichen Konzeptpräsentation der Wakeman Event GmbH am Montagabend im Oytener Rathaussaal.

Die Betreiber der bislang kleinen Wasserskianlage wollen das Sport- und Spaßangebot am Oyter See erheblich erweitern (wir berichteten) und stellten ihre Pläne bildreich vor. Den Rahmen bot eine öffentliche Sitzung des für Gemeindeentwicklungsfragen zuständigen Fachausschusses des Gemeinderats.

Etwa 70 Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Sitzung als Zuhörer und drängten sich bis in den Flur, um sich aus erster Hand zu informieren und teils erste Proteste gegen eine erweiterte Wasserskianlage und die damit verbundene Naturbeeinträchtigung anzumelden.

Die Ratsvertreter im Ausschuss wollten das Gehörte „heute so stehen lassen“, wie SPD-Sprecher Ralf Großklaus nach der Präsentation sagte, und verständigten sich einstimmig darauf, die Pläne zunächst intensiv in ihren Fraktionen zu beraten. Danach sollten, so Großklaus, die Bürger im Rahmen der „Zukunftswerkstatt Oyter See“ miteinbezogen werden. Dieser öffentliche Bürgerworkshop hatte sich vor drei Jahren angesichts schwelender Nutzungskonflikte dafür ausgesprochen, zwei Drittel des Sees der Natur und Ruhe suchenden Besuchern zu überlassen und ein Drittel den nutzungsintensiven Sport- und Erlebnisangeboten.

Die Erweiterungswünsche der Wakegarden-Betreiber gehen über diesen Konsens hinaus und verlangen nun eine politische Entscheidung darüber, was am Oyter See künftig möglich sein soll und was nicht. Die Gemeinde Oyten ist nicht Eigentümerin am See (das sind der Landkreis Verden und der Knaus-Campingpark), verfügt aber mit ihrem Bauplanungsrecht über das Werkzeug zur Regelung von Art und Umfang der Nutzung. CDU-Sprecher Bodo Becker zeigte sich zuversichtlich, dass „wir für eine attraktive Gestaltung einen Bebauungsplan aufstellen können, in dem sich alle wiederfinden“. Becker äußerte jedoch Skepsis in Bezug auf Mitinvestor Knaus und dessen Zuverlässigkeit: „Die Attraktivierung des Sees ist von dieser Firma nie unterstützt worden.“ SPD-Kollege Großklaus betonte: „Wir sind an einer Entwicklung interessiert.“ Adrian Abeck, Wakeboard-Bundestrainer und mit Andreas Milski Geschäftsführer der Wakeman Event GmbH, signalisierte im Gegenzug „Offenheit für weitere Anregungen zu unserem Konzept“.

Zuvor hatte Abeck die Pläne für eine „Wasserski- und Wakeboardanlage mit umliegenden Attraktionen“ als gemeinsames Projekt von Wakeman Event GmbH und Knaus-Campingpark in groben Zügen vorgestellt. Demnach soll das jetzige Ensemble, das aus zwei quer über den See gespannten kleinen Wasserskiliften, einem schwimmenden Aquakletterpark und einem eingezäunten Strandbereich besteht, um eine große ringförmige Seilbahnanlage auf dem See ergänzt werden. Wasserski fahren und Wakeboarden seien mittlerweile ein populärer Breitensport für Jung und Alt, Familien, Vereine, Gruppen und Schulklassen. Im Kleinen habe das Konzept in den vergangenen zwei Jahren „sehr gut funktioniert“, sagte Abeck. Im Uferbereich und auf der angrenzenden Zeltwiese planen die Investoren neben Strandbar, Bistro, Biergarten und Seeterrasse eine Adventure-Golf-Anlage, eine Bulli-Wiese zum „mal eben am See übernachten“ und ein Beachcamp mit Holzhäuschen als Unterkünfte für Schulklassen und andere Gruppen. Das „Strandfeeling für alle“ soll laut Abeck ergänzt werden um Sandspielfelder für Beachvolleyball und -soccer sowie einen Outdoor-Fitnesspark.

Nach Abecks Berechnung würden die Wasserskilifte etwa 75 000 Quadratmeter der Seeoberfläche beanspruchen – „das wären 34,7 Prozent, also etwas mehr als ein Drittel“. Die restliche Seefläche bliebe unberührt für Naturliebhaber und ruhige Nutzer wie Stand-up-Paddler. Ob sich das Vorhaben mit den Vorstellungen der Oytener Politik deckt, werden die kommenden Beratungen zeigen. Die Komplexe Lärm, Verkehr und Umwelt würden nachfolgend in einem möglichen Bauleitverfahren gutachterlich bearbeitet.

Auch interessant

Kommentare