Testlauf an der Pestalozzistraße

Gemeinde Oyten kämpft gegen Elterntaxis: Straße an der Schule gesperrt

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Wenn sich Kinder und Jugendliche zwischen Schulbussen und Elternautos durchlavieren müssen, kommt es auf der Pestalozzistraße immer wieder zu gefährlichen Situationen.

„Einen mutigen Versuch“ startet die Gemeinde Oyten, wie es der stellvertretende Verwaltungschef Axel Junge nennt. In einem Probebetrieb wird bis zum 24. Januar die Pestalozzistraße an Schultagen morgens und mittags für sogenannte Elterntaxis gesperrt.

Oyten - Bürgermeisterin Sandra Röse ist überzeugt: „In so einer Situation kriegen wir mehr Sicherheit nur durch weniger Verkehr.“ Aber weniger Verkehr lasse sich nicht mit „Bitte, bitte“ oder einfachen Verbotsschildern erreichen. Daher die Sperrung.

Ziel ist die Auflösung des Verkehrschaos' zu Stoßzeiten, wenn sich radelnde oder zu Fuß gehende Kinder und Jugendliche, Schulbusse und eben ungezählte Elterntaxis auf engstem Raum begegnen und die unübersichtliche Lage zu gefährlichen Situationen führt – vor allem für die 1130 Kinder und Jugendlichen, die an der Pestalozzistraße die Kita, die Grundschule oder die IGS besuchen. Ihre Sicherheit hat nach Worten von Bürgermeisterin Röse oberste Priorität bei der Suche nach Lösungen für die seit Jahren mit wachsender Besorgnis beobachtete Verkehrssituation: „Es geht um den Schutz von Kindern.“

Zur Aussperrung der Elternfahrzeuge wird in den beiden Testwochen die Pestalozzistraße an den Einmündungen zur Lindenstraße und zur Stader Straße werktags von 7.15 bis 8.15 Uhr und von 12 bis 15.30 Uhr mit einer Schranke dichtgemacht. Zu diesen Zeiten dürfen neben den Schulbussen nur Berechtigte mit einer Ausnahmegenehmigung einfahren: Lehrkräfte und Beschäftigte von Kita und Schulen, Eltern mit Krippen-Kleinstkindern und Anwohner. In der Testphase bedienen Bauhofmitarbeiter die mobile Schranke und lassen die Berechtigten durch. Auch die Polizei will unterstützend vor Ort sein. Zu allen anderen Zeiten als den genannten und am Wochenende bleibt die Straße uneingeschränkt nutzbar.

Elterntaxi-Vorstoß wird von Verkehrsplanungsbüro ausgewertet

Begleitet und dokumentiert wird der Versuch von einem Verkehrsplanungsbüro für die spätere Auswertung. „Wir wollen wissen, ob durch die Sperrung möglicherweise an anderen Stellen Gefahrenpunkte entstehen und wie sich die Verkehrsströme entwickeln“, erläutert Vize-Verwaltungschef Junge. Im Übrigen seien alle Beteiligten, auch und gerade die Eltern selbst, aufgerufen, sich an der Auswertung des Versuchs zu beteiligen. Für Vorschläge und Kritik hat die Gemeinde im Rathaus eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet: pestalozzistrasse@oyten.de.

Über die probeweise Sperrung der Pestalozzistraße für Elterntaxis in den beiden Wochen vom 13. bis 24. Januar informieren (v.li.) Vize-Verwaltungschef Axel Junge, Bürgermeisterin Sandra Röse und Fachbereichsleiter Daniel Moos.

Alle Eltern seien schriftlich sowie teils auf Elternabenden über die Sperrung informiert worden, ergänzt Daniel Moos, Fachbereichsleiter für Schulen und Kitas in der Gemeinde. Als Haltemöglichkeiten, an denen sie ihre Kinder aussteigen und den Rest zu Fuß zur Schule gehen lassen könnten, seien den Eltern die Lindenstraße und der Parkplatz am Sportzentrum Stader Straße aufgezeigt worden. Noch besser wäre es natürlich, so Bürgermeisterin Röse, wenn die Zahl der Elterntaxis generell abnehmen und die Kinder selbstständig mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule kommen würden.

Schulleitung unterstützt Anti-Elterntaxi-Vorhaben in Oyten

Dafür gibt es erwiesenermaßen viele gute Gründe – von der Bewegungs- und Entwicklungsförderung bis zur Umweltschonung. „Muss ich mein Kind wirklich zur Schule fahren?“ – diesen (Um-) Denkprozess wolle man nach Worten von Junge gern anstoßen. „Die Schulleitungen unterstützen das“, ergänzt Fachbereichsleiter Moos.

Nach dem zweiwöchigen Probelauf sollen die Erfahrungen mit allen Beteiligten ausgewertet und in den politischen Gremien diskutiert werden. Sollte sich die zeitweise Sperrung für Elternfahrzeuge bewähren, will die Gemeinde das Modell dauerhaft etablieren und die baulichen Voraussetzungen – zum Beispiel mit einer elektronischen Schranke – schaffen.

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