„Lasst eure Kinder endlich laufen!“

Oyten plant Kiss+Go-Parkschleife für Elterntaxis

Elternhaltestelle
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Elternhaltestelle: Eine Gesamtschule im hessischen Bebra macht“s vor.

Oyten – Seitdem die Gemeinde Oyten den Bereich vor Schulen und Kita an der Pestalozzistraße zu den Bring- und Abholzeiten mittels elektronischer Schrankenanlagen absperrt, hat sich der Elterntaxiverkehr verringert – teils aber auch nur in die Zonen vor den beiden Schranken verlagert, wo Ordnungsamt und Polizei mitunter chaotische Szenen beobachten (wir berichteten).

Vor allem auf der Lindenstraße sorgen wild haltende Autos, aus denen Schulkinder klettern, für gefährliche Situationen, Rückstaus und Anwohner-Beschwerden. Neben der Einrichtung von Halteverbotszonen denkt die Gemeindeverwaltung um Bürgermeisterin Sandra Röse und Fachbereichsleiter Sebastian Oetting über weitergehende bauliche Lösungen nach: Für eine vernünftige Steuerung des Schulelternverkehrs müsse man sich langsam mit dem Bau einer Kiss+Go-Parkschleife an der Lindenstraße beschäftigen, erklärte Röse am Mittwochabend in der Sitzung des zuständigen Fachausschusses des Gemeinderates.

Zuvor hatte Oetting Politik und Publikum im Ausschuss für Klima, Landwirtschaft, Umwelt, Gemeindeentwicklung und Energie (Kluge) über die Verkehrsentwicklung rund um die Pestalozzistraße samt der polizeilichen Einschätzung informiert. Danach werden als Sofortmaßnahmen temporäre Halteverbotszonen sowie eine gezielte Ausschilderung des Parkplatzes der Sportanlage Stader Straße als ausgewiesene Elterntaxi-Haltestelle favorisiert – und mittelfristig der Bau einer Parkzone an der Lindenstraße, von der aus die mit dem Auto gebrachten Kinder von hinten auf das Schulgelände gehen können.

Dass die Gemeinde Oyten nach den teuren Schrankenanlagen nun auch noch öffentliche Gelder für eine Elterntaxi-Parkschleife ausgeben will/muss, sorgte für Verärgerung in Reihen der Ratsmitglieder. Ralf Großklaus (SPD) wollte „den Eltern zurufen: Lasst eure Kinder endlich laufen!“. Dass die Gemeinde für viel Geld versuche, Kinder vor Eltern(autos) zu schützen, löste bei Michael Bohlmann (CDU) Kopfschütteln aus. Er plädierte dafür, die Lindenstraße ganz dicht zu machen. Bernd Knöfel, beratender Bürger im Ausschuss, regte an, Halteverbote auch für den Bereich der Stader Straße anzuordnen, damit Eltern nicht mehr bis direkt vor die Schranke fahren und dort halsbrecherische Wendemanöver auf dem Gehweg veranstalten könnten.

„Wir wollten auf der Pestalozzistraße vor den Schulen eine sichere Zone für Kinder schaffen“, erinnerte Bürgermeisterin Röse an die Intention der Schranken. Und das sei gelungen. Aber „wir wussten auch, dass sich Elternverkehr verlagern wird“. Die Hoffnung auf Vernunft habe sich nicht erfüllt, also müsste jetzt nach zielführender Analyse an nachhaltigen Lösungen gearbeitet werden.

Von Petra Holthusen

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