1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Oyten

Neue Leader-Region Weser-Aller-Landschaft gibt Bewerbung ab

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Petra Holthusen

Kommentare

In Oyten nahmen (v.l.) Siegfried Dierken und Monika Scherf vom Amt für regionale Landesentwicklung die Bewerbung der neuen Leader-Region Weser-Aller-Landschaft entgegen.
In Oyten nahmen (v.l.) Siegfried Dierken und Monika Scherf vom Amt für regionale Landesentwicklung von den Gemeindevertretungen Sandra Röse (Oyten), Daniel Moos (Achim), Anke Fahrenholz (Thedinghausen) und Lutz Brockmann (Verden) die Bewerbung der neuen Leader-Region Weser-Aller-Landschaft entgegen. Birgit Böhm vom Büro „Mensch und Region“ (r.) begleitet den Entwicklungsprozess der Kommunen professionell. © Holthusen

Oyten/Ottersberg – Die neue Leader-Region Weser-Aller-Landschaft, zu der sich die Kommunen Oyten, Achim, Langwedel, Thedinghausen und Verden zusammengeschlossen haben, hat ihre Bewerbung abgegeben. Die Region bewirbt sich unter dem Titel „Gemeinsam ländlich leben“ um europäische Fördergelder in Höhe von 2,5 Millionen Euro für Projekte zur nachhaltigen Stärkung des ländlichen Raums.

Gemeinsame Herausforderungen, Ziele und Potenziale sind im Regionalen Entwicklungskonzept (REK) definiert, das die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister heute an das niedersächsische Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) überreichten. ArL-Chefin Monika Scherf war aus Lüneburg nach Oyten gekommen, um das dicke Papier in Empfang zu nehmen. Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme in das Leader-Programm für die Förderperiode 2023 bis 2027 trifft im Herbst das Landwirtschaftsministerium.

Nach dem Termin im Oytener Rathaussaal reiste die Landesbeauftragte Scherf mit Siegfried Dierken von der ArL-Geschäftsstelle Verden weiter nach Ottersberg, um hier das Entwicklungskonzept der bereits etablierten Gesundregion Wümme-Wieste-Niederung für den neuen Förderzeitraum abzuholen.

Die neue Region Weser-Aller-Landschaft hatte ihr Konzept, das Basis der Bewerbung ist, innerhalb weniger Monate auf die Beine gestellt. Die Idee des gemeindeübergreifenden Handelns war voriges Jahr im Kreis der Verwaltungschefs entstanden. „Die ersten Schritte waren gemächlich – aber dann sind wir in den gestreckten Galopp gekommen“, schilderte Sandra Röse, Bürgermeisterin der Gemeinde Oyten und Geschäftsführerin der neu gebildeten Region. Diese Aufgabe habe sie sich gerne zusätzlich aufgehalst, „weil ich eine große Freundin interkommunaler Zusammenarbeit bin“.

Nicht nur dafür gilt der Leader-Prozess als Paradebeispiel, sondern auch für das Bottom-up-Prinzip: Die Akteure von der Basis – neben Vertretern von Politik und Verwaltung auch Delegierte von Vereinen und Institutionen sowie einzelne Bürger – entscheiden selbst, welche Projekte für die zukunftsfähige Entwicklung ihrer Kommune am besten geeignet sind. Rund 150 Menschen aus Oyten, Achim, Langwedel, Thedinghausen und Verden hatten bei den digitalen Veranstaltungen zur Erarbeitung des regionalen Konzepts ihre Ideen und Impulse eingebracht. Dass das Vorhaben, eine Region zu bilden, so viel Mitwirkungsinteresse auslöste, „hat uns überrascht und total begeistert“, so Röse.

„Dass Sie als Newcomer so viel auf die Beine gestellt haben, zeigt das große Entwicklungspotenzial“, bekräftigte ArL-Chefin Monika Scherf.

Als erstes gemeinsames Projekt, „von dem alle profitieren können“, hat sich nach Worten der Thedinghauser Samtgemeindebürgermeisterin Anke Fahrenholz die Verbesserung der Mobilität auf dem Land herauskristallisiert. Dafür will die Region zwei bislang auf den Bereich Achim-Oyten-Ottersberg ausgerichtete Mobilitäts-Apps ausweiten, fortschreiben und unter anderem um ein digitales Mitfahrer-Tool ergänzen.

Als besonders wichtig werteten die Akteure im Beteiligungsprozess den sozialen Zusammenhalt und lebendige Ortskerne. Angesichts des Gaststättensterbens gehe es unter anderem um die Schaffung neuer Treffpunkte für alle Generationen, so Fahrenholz. Als weitere Handlungsfelder werden im Entwicklungskonzept der Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sowie die regionale (Land-)Wirtschaft priorisiert. An der Konkretisierung und Umsetzung von Projekten wird künftig eine Lokale Aktionsgruppe (LAG) arbeiten, die paritätisch besetzt ist, örtliche Wirtschafts- und Sozialpartner sowie Einwohner einbindet und in der allein fünf Stimmen für Mitglieder unter 35 Jahre reserviert sind.

In Ottersberg übergab Bürgermeister Tim Willy Weber als LAG-Vorsitzender im Beisein der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus der Gesundregion Wümme-Wieste-Niederung das neue Regionale Entwicklungskonzept an die Landesbeauftragte Monika Scherf. Zur Gesundregion hat sich Ottersberg vor Jahren mit Kommunen aus dem Kreis Rotenburg zusammengeschlossen. „An dem Konzept haben 50, 60 Personen mitgewirkt. Mit dem Thema Gesundheit haben wir gegenüber anderen Regionen ein Alleinstellungsmerkmal“, betonte Weber.

„Wir freuen uns auf neue Herausforderungen“, sagte Holger Bahrenburg, Sottrumer Samtgemeindebürgermeister, mit Blick auf den anstehenden Umzug der Geschäftsstelle der Gesundregion von Ottersberg nach Sottrum. Regionalmanager Marcel Bonse schilderte Projekte, die in der Region zuletzt umgesetzt wurden – beispielsweise die Initiative „Gesunde Dörfer“, in deren Rahmen ehrenamtliche Gesundheitslotsen auf dem Lande tätig werden sollen. Mobilität im ländlichen Raum ist auch in dieser Förderregion ein Handlungsfeld, außerdem die Jugendbeteiligung bei der Gestaltung von Lebensräumen.

Ist die Leader-Bewerbung der Gesundregion von Erfolg gekrönt, dürfte sie sich laut Scherf über ein Fördervolumen von 2,1 Millionen Euro freuen. Der Verdener ArL-Dezernatsleiter Siegfried Dierken nutzte übrigens heute die Gelegenheit, um Bürgermeister Weber einen Förderbescheid über 165 000 Euro für den Bau des Lesecafés an der Bücherei zu überreichen.

In Ottersberg händigte Bürgermeister Tim Willy Weber das Entwicklungskonzept der Gesundregion für die neue Förderperiode an Monika Scherf aus.
In Ottersberg händigte Bürgermeister Tim Willy Weber das Entwicklungskonzept der Gesundregion für die neue Förderperiode an Monika Scherf aus. © Woelki

Auch interessant

Kommentare