Oyten kann Bahnhofsplatz erst nach Abzug der Bahn-Baustelle bauen

Bahnsteig ohne Zuwegung

Bahnsteigbau am Schwarzen Weg
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Der Schwarze Weg (rechts) wird durch den Bahnsteigbau künftig so schmal, dass Begegnungsverkehr nur noch mit Einschränkungen möglich ist.

Oyten – Wenn nach den Plänen der Deutschen Bahn am 12. Dezember 2021 der erste Zug am neu gebauten Bahnhaltepunkt in Sagehorn stoppt, wird zwar die P+R-Anlage nördlich der Gleise am Schwarzen Weg fertig sein – nicht aber der Bahnhofsplatz südlich der Bahnlinie an der Sagehorner Dorfstraße.

„Wir haben dann hier einen Bahnsteig, aber noch keine Zuwegung, keinen Fahrradunterstand, keinen Vorplatz“, verdeutlichte Michael Bruns, Projektverantwortlicher im Bauamt der Gemeinde Oyten, am Mittwochabend Politikern und Zuhörern in der Sitzung des Ratsfachausschusses für Umwelt und Gemeindeentwicklung. Im Dezember werde es für Außenstehende so aussehen, als ob die Bahn mit ihrem Part, also der Bahnsteiganlage, fertig sei, aber die Gemeinde, zuständig für das Umfeld, „geschlafen“ habe. „Dem ist nicht so“, war es Bruns wichtig zu betonen. Denn klar ist: „Wir können mit dem Bau des Bahnhofsplatzes erst anfangen, wenn die Deutsche Bahn mit ihrer Baustelle von dem Gelände abgezogen ist.“ Und das werde vor November nicht der Fall sein. Baubeginn für den Vorplatz am südlichen Bahnsteig ist demzufolge frühestens im Dezember.

„Wir müssen dann ein halbes Jahr lang mit Provisorien arbeiten“, sagte Bruns. „Das ist nicht auf unserem Mist gewachsen. Wir können und dürfen vorher einfach nicht auf die Fläche“, ergänzte er. Damit die Bahnreisenden, die die Station von der Sagehorner Dorfstraße aus ansteuern, über den Winter nicht durch Baustellenmatsch zum Bahnsteig waten und ihr Rad im Regen stehen lassen müssen, will die Gemeinde Bruns zufolge zumindest provisorisch für eine sichere Zuwegung und auch Fahrradabstellmöglichkeiten sorgen.

Sorgen macht dem Bauamt auch der Schwarze Weg nördlich der Gleise. Der neue Bahnsteig mit seinen Aufgängen nimmt so viel Platz in Anspruch, dass die parallel verlaufende Straße „sehr dünn im Querschnitt“ wird. An manchen Stellen so schmal, dass Begegnungsverkehr nicht mehr uneingeschränkt möglich ist. Vorfahrtsberechtigungen sollen laut Bruns über Verkehrsschilder geregelt werden – um eine Ampellösung komme man gerade noch herum. Auch dieses Problem habe nicht die Gemeinde geschaffen, sondern das Eisenbahnbundesamt, das die Baupläne der Bahn so genehmigt habe: „Das war nicht aufzuhalten.“

Abgesperrt bleiben wird bis auf Weiteres der mittlere Treppenaufgang zum Bahnsteig am Schwarzen Weg. Diese Treppe vis à vis der alten Tennishalle kann zunächst an keine Infrastruktur angebunden werden und wird erst geöffnet, wenn klar ist, was mit der gegenüberliegenden Halle passiert. „Nicht wundern – das ist so gewollt, sieht nur seltsam aus“, schilderte Bruns vorbeugend.

Aus dem politischen Raum geäußerte Hoffnungen, die Deutsche Bahn müsste doch angesichts der von ihrem Bau verursachten Probleme und Kosten die Gemeinde Oyten unterstützen, machte Bruns zunichte: „Wenn die fertig sind, machen die die Autotür zu, fahren weg und lassen uns mit dem Rest allein.“

Am meisten erboste das SPD-Sprecher Ralf Großklaus. Für die Sanierung des alten Bahnhofs seien der Bahn fünf Millionen Euro zu teuer gewesen. Mit dem Stationsneubau samt Umfeld „sind wir heute bei zwölf Millionen, von denen drei bei der Gemeinde bleiben, obwohl uns die Verlegung angeblich nichts kosten sollte“, wetterte Großklaus. So etwas könne man keinem Bürger mehr erklären: „Das ist ein Skandal. Die Bahn müsste dringend mal in ihrer Gutsherrenart beschnitten werden.“

Am Rande kam die „Villa Rotstein“ an der Sagehorner Dorfstraße zur Sprache. Die am künftigen Bahnhofsplatz gelegene frühere Obdachlosenunterkunft der Gemeinde soll nach aktuellem Stand der Dinge nicht abgerissen werden. Nach Auskunft von Bauamtsleiterin Sabine Müller gibt es interessierte Käufer mit einem Nutzungskonzept.

Von Petra Holthusen

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