Politik will zusätzliche Stelle für alltagsintegrierte Förderung in Kitas / Zwei neue Gruppen

Oyten investiert in Sprachbildung

Fröhlich-feierlich eröffnet wurde die nagelneue Kita Oyter Mühle voriges Jahr. Zum Sommer geht hier die fünfte und letzte Gruppe in Betrieb, sodass das auf Zukunft geplante Haus dann bereits voll belegt sein wird. Archivfoto: HOlthusen

Oyten - VON PETRA HOLTHUSEN. Zum neuen Kindergartenjahr ab August reichen nach aktueller Anmeldelage die 210 Krippenbetreuungsplätze für ein- und zweijährige Kinder in den sieben Kitas im Oytener Gemeindegebiet nicht aus - mindestens 13 Plätze fehlen, außerdem Kindergartenplätze für Drei- bis Sechsjährige, wenn die bestehenden 20 Gruppen mit zurzeit 473 Plätzen nicht bis zum äußersten Limit aufgefüllt werden und zudem noch Platz für Zuzügler vorhalten sollen. Die Gemeinde reagiert zügig und richtet zum Sommer eine zusätzliche Krippen- und eine weitere Kindergartengruppe ein.

Stellen für zusätzliches pädagogisches Personal sind bereits ausgeschrieben, und für die von der Verwaltung vorgeschlagene räumliche Lösung gab der Fachausschuss des Gemeinderates für Kindergartenangelegenheiten in seiner Sitzung am Mittwochabend im Rathaus einstimmig grünes Licht. Danach wird zum 1. August in der voriges Jahr eingeweihten Kita Oyter Mühle früher als gedacht die zweite Kindergartengruppe aufgemacht - damit ist das auf Zukunft geplante Haus mit drei Krippen- und zwei Kindergartengruppen bereits ein Jahr nach Inbetriebnahme voll belegt.

Für die zusätzliche Krippengruppe - Nummer 15 im Gemeindegebiet - soll ein Wohnhaus angemietet und umgebaut werden. Dies möglichst im Ortskern in Nähe der katholischen Kita St. Paulus, die für die Trägerschaft dieser Krippe als Außenstelle im Gespräch ist. An Kosten kommen auf die Gemeinde unter anderem eine geschätzte Investitionssumme in Höhe von rund 135 000 Euro für den Krippen-Umbau sowie dauerhafte Folgekosten zu: Für den Betrieb einer Kindergartengruppe liegt der jährliche Zuschussbedarf aus dem öffentlichen Haushalt nach Verwaltungsangaben bei rund 100 000 Euro, für den Betrieb einer Krippengruppe bei etwa 60 000 Euro.

Zusätzliches Geld will die Gemeinde außerdem in die Sprachförderung investieren. Die läuft neuerdings landesweit nicht mehr in geförderten (Schul-)Projekten, sondern für alle Krippen- und Kindergartenkinder „alltagsintegriert“ in den Kitas. Das praxisorientierte pädagogische Konzept dafür haben die sieben Oytener Kita-Leitungen gemeinsam mit Vertretern von Rat und Verwaltung am Runden Tisch erarbeitet und in einem Informationsflyer für Eltern unter dem Titel „Sprich mit mir, dann lern ich was!“ zusammengefasst.

Für die personelle Umsetzung der „alltagsintegrierten Sprachbildung“ erhält der Landkreis Fördermittel vom Land, die er auf seine Gemeinden verteilt. Oyten kommt nach der vorläufigen Berechnung auf etwa 39 bezahlte Erzieherinnenstunden pro Woche für Sprachförderung, was nach Berechnung von Daniel Moos, Fachbereichsleiter in der Gemeindeverwaltung, rund 5,5 Stunden pro Kita ergibt und damit 1,1 Stunden je Gruppe.

Um die Zeit für Sprachförderung pro Gruppe zu verdoppeln, legt Oyten einen Gemeindeanteil obendrauf in Form einer zusätzlichen Vollzeitstelle: „Über den dicken Daumen müssen wir dafür rund 40 000 Euro im Jahr dazugeben“, so Moos. Diesem am Runden Tisch als pädagogisch sinnvoll und wünschenswert erarbeiteten Vorschlag schlossen sich die Politiker im Kindergartenfachausschuss an - einstimmig. „Mit dieser Aufstockung hätten wir einen guten Rahmen, um für unsere Kinder eine gute Sprachförderung zu gewährleisten“, fasste Moos unter allgemeinem Nicken zufrieden zusammen.

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