Oyten forciert die Umsetzung des „Digitalpakts Schule“

Access-Points und Activpanels in Arbeit

Activpanel-Vorstellung
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Das erste Activpanel für die Oytener Grundschulen ist installiert. Eine Einführung in die Technik der interaktiven digitalen Tafel gaben interessierten Lehrkräften aus den drei Grundschulen am Dienstag die EDVler (v.r.) Thore Ramme (GS Sagehorn) und Dieter Scherzinger (IGS) zusammen mit einem Vertreter der Vertriebsfirma.

Oyten – Bis auf dem 86-Zoll-Display die Bedienoberfläche aufleuchtet, vergeht ein Weilchen. „Hochfahren dauert hier“, konstatiert der Vertreter des süddeutschen Unternehmens, das das erste Activpanel für die Oytener Grundschulen geliefert und eingerichtet hat. Dass die interaktive digitale Tafel in einem Sagehorner Klassenraum nur gemächlich in Gang kommt, liegt nicht am Gerät, sondern spiegelt ein grundsätzliches Problem: Bevor die smarte Technologie der Zukunft Einzug in die Klassenzimmer hält, müssen erstmal schnelle Internetverbindungen mit hohen Übertragungsraten her.

Die Schaffung einer leistungsfähigen IT-Infrastruktur ist deshalb erste und vordringlichste Aufgabe bei der Umsetzung des „Digitalpakts Schule“. Die nimmt in der Gemeinde Oyten gerade Fahrt auf. Insgesamt knapp 605.000 Euro erhält Oyten aus diesem Förderprogramm des Bundes für die Digitalisierung seiner vier Schulen mit ihren insgesamt 1400 Schülerinnen und Schülern und gut 100 Lehrkräften. Die Zuteilung bemisst sich nach der Schulgröße – allein 375. 000 Euro der Fördersumme sind demnach für die Integrierte Gesamtschule (IGS) vorgesehen.

Was an Leitungsnetzen und WLan-Access-Points für die IGS und die Grundschulen in Oyten, Bassen und Sagehorn benötigt wird, ist nach Worten der Ersten Gemeinderätin Cordula Schröder ermittelt. Das Leistungsverzeichnis sei in Arbeit, und Schröder hofft, Ende November in das Auftragsvergabeverfahren starten zu können. Entsprechende Fachfirmen zeitnah zu verpflichten, werde jedoch nicht leicht. Da zurzeit alle Kommunen an der Umsetzung des „Digitalpakts Schule“ und an der IT-Infrastruktur für ihre Bildungseinrichtungen arbeiten würden, „wäre ich glücklich, wenn die Bauarbeiten im Sommer 2022 starten könnten“, sagt die Vize-Verwaltungschefin.

Bis dahin sollen alle Schulen auch ans Glasfasernetz angeschlossen sein. „Schnelles Internet ist nun mal die Grundvoraussetzung“, so Schröder, „erst wenn die Infrastruktur geschaffen worden ist, dürfen wir die digitalen Endgeräte bestellen.“ So sagen es die Förderrichtlinien, und so macht es Sinn. Eine Ausnahme bilden – aufgrund der Erkenntnisse während der Pandemie – die Endgeräte für die Lehrkräfte, die noch dieses Jahr eingerichtet werden sollen und müssen. Das übernimmt für die Gemeinde IT-Experte Dieter Scherzinger, der ehrenamtlich für die IGS arbeitet und für Schröder unverzichtbarer Bestandteil des Oytener „Digitalpakt-Teams“ ist, in dem EDVler von Verwaltung und Schulen mit vereinten Kräften an der Umsetzung des Konzepts arbeiten.

Das sei ein „Riesenpaket“, dessen Umfang sie anfangs unterschätzt habe, so Schröder. Sie mutmaßt, dass nach dem Aufbau der Infrastruktur von der Fördersumme des Bundes nicht mehr viel übrig bleibt für die Beschaffung von Hardware – etwa von interaktiven digitalen Tafeln für jedes Klassenzimmer in den vier Schulen. Die sogenannten Activpanels, das Stück zu 3300 Euro, müsse die Gemeinde voraussichtlich selbst finanzieren: „Das ist eine Aufgabe für die nächsten zehn Jahre.“ In der IGS sind bislang vier Activpanels im Einsatz, und die drei Grundschulen erhalten jetzt erstmal einzelne Exemplare – „zum Ausprobieren und Üben für die Lehrkräfte“.

„Digitalpakt Schule“

Um Schulen für ihre Bildungsaufgaben in einer digitalisierten Welt zu rüsten, haben Bund und Länder 2019 den „Digitalpakt Schule“ geschlossen und 2020 als Folge der Corona-Pandemie um Zusatzvereinbarungen erweitert. 6,5 Milliarden Euro sollen für den digitalen Umbau der Schulen eingesetzt werden. Niedersachsen stehen davon etwa 612 Millionen Euro zu. Mit dem „Digitalpakt Schule“ unterstützt der Bund die Länder und Gemeinden bei Investitionen in eine zeitgemäße flächendeckende digitale Bildungsinfrastruktur.

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